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Gamerdingers WM-Kolumne - Part V

17.07.2018 - Am Ende hat es nicht ganz gereicht für die Underdogs aus Kroatien, und dennoch haben sie für Ihr Land Geschichte geschrieben. Eine geradezu unglaubliche Geschichte, die fast mit dem WM-Titel im torreichsten Endspiel seit 1958 gekrönt worden wäre. Individuelle Fehler und fehlende Tore verhinderten das – den schönsten Fußball boten die Kroaten aber allemal. Dennoch gebührt es dem Anstand, dem neuen Fußball-Weltmeister Frankreich zum Titel zu gratulieren: „Allez les bleus!“

  • Die Zukunft ist blau: Bereits mit 19 Jahren durfte Kylian Mbappe den WM-Pokal küssen. Die Fifa-Jury kürte den Rechtsaußen zudem zum besten Nachwuchsspieler des Turniers. Was ihn noch mehr auszeichnet als seine...

    Die Zukunft ist blau: Bereits mit 19 Jahren durfte Kylian Mbappe den WM-Pokal küssen. Die Fifa-Jury kürte den Rechtsaußen zudem zum besten Nachwuchsspieler des Turniers. Was ihn noch mehr auszeichnet als seine Schnelligkeit: Er spendete seine komplette WM-Prämie hilfsbedürftigen Kindern – Foto: Ulmer/Michael Kienzler © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Auch wenn es nur Fußball ist: Europa steht zusammen! Kroatiens Knuddel-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic demonstrierte mit Frankreichs Boss Emmanuel Macron, wie eigentlich das ganze Leben funktionieren sollte: getrennt in den...

    Auch wenn es nur Fußball ist: Europa steht zusammen! Kroatiens Knuddel-Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic demonstrierte mit Frankreichs Boss Emmanuel Macron, wie eigentlich das ganze Leben funktionieren sollte: getrennt in den Farben, vereint in der Sache! – Foto: Szwarc Henri/ABACA © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Noch ein Nationalfeiertag: Zwei Tage nach dem 14. Juli versammelte sich die Nation erneut auf den Champs Elysees, um neuen Helden zu huldigen - Foto: MAXPPP/Pascal Bonniere © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Noch ein Nationalfeiertag: Zwei Tage nach dem 14. Juli versammelte sich die Nation erneut auf den Champs Elysees, um neuen Helden zu huldigen - Foto: MAXPPP/Pascal Bonniere © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Noch einmal durfte Philipp Lahm den WM-Pokal dem Publikum präsentieren – vier Jahre, nachdem er ihn erstmals in die Höhe gereckt hatte. Nun hofft der 34-Jährige, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nehmen zu...

    Noch einmal durfte Philipp Lahm den WM-Pokal dem Publikum präsentieren – vier Jahre, nachdem er ihn erstmals in die Höhe gereckt hatte. Nun hofft der 34-Jährige, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nehmen zu können: vom TV-Experten in Richtung DFB - Foto: Ulmer/Michael Kienzler © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Individualisten schlagen Teamgeist

Ob Sie es glauben oder nicht, für mich kam der Titelgewinn der Franzosen überhaupt nicht überraschend. In beiden privaten Tipprunden in denen ich beteiligt war, lautete mein Favorit bereits vor vier Wochen: „Frankreich!“ Genützt, also bezüglich irgendwelcher Preisgelder oder gewonnener Urlaubsreisen, hat mir das zwar nichts, bestätigte mich allerdings in meiner Ansicht, dass unsere Nachbarn, deren Wein wir so lieben, ein Konsortium von so vielen überragenden Einzelkönnern auf dem Platz hat(te), dass es für jede Gegner schwer werden würde, gegen die Franzosen etwas auszurichten. Pogba, Griezmann, Giroud, Kante und Mbappé stehen nur stellvertretend für das Individualisten-Ensemble, das ohne fußballerisch zu glänzen in der Summe auch für die Kroaten zu stark war.

Superstars im Schatten

Nur ein kroatischer Spieler ließ sich seinen Titel nicht nehmen: Luka Modric! Völlig zu Recht wurde er zum Spieler des Turniers erkoren und wird vermutlich auch im September zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Ein Spieler seines Formats hat es nämlich mehr als verdient. Und zwar allein deshalb, weil er im Gegensatz zu Messi, Neymar (der Fallsüchtige) oder Ronaldo ohne große Show-Effekte auskommt, sich auch mit 32 für keinen Weg zu schade ist und sich als tadelloser Sportsmann (nicht nur) während der gesamten WM präsentiert hat. Der Kerl hat Format und darf gern seine vorgenannten Kollegen als sportliches Vorbild für den Nachwuchs ablösen!

Schattenseite des Lebens

Allerdings ist auch bei Luka Modric längst nicht alles Gold, was da glänzt, denn der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft ist noch in ein Strafverfahren verwickelt, dessen Ausgang im schlechtesten Fall den Knast zur Folge haben kann. In einem Korruptionsprozess standen die Brüder Zoran und Zdravko Mamic vor Gericht, letzterer langjähriger Präsident von Serienmeister Dinamo Zagreb, Vizechef des nationalen Fußball-Verbandes und Modric-Berater. Sie sollen 15 Millionen Euro aus Transfers veruntreut haben und erhielten mehrjährige Haftstrafen. Modric war als Zeuge im Prozess verhört worden und hat nun ein Verfahren wegen Falschaussage am Hals. Auch ihm droht eine Gefängnisstrafe. Als der Superstar während einer WM-Pressekonferenz auf das Thema angesprochen wurde, reagierte er sehr dünnhäutig: „Wie lange haben Sie darauf gewartet, diese Frage zu stellen? Das hier ist eine WM, nur darum geht es!“

 Vom Schatten ins Licht

Derlei Probleme hat der deutsche Team-Manager Oliver Bierhoff zwar nicht, aber auch zwei Wochen nach dem vorzeitigen WM-Aus werden die Stimmen nicht leiser, die seine Absetzung beziehungsweise seinen Rücktritt fordern. Warum das so ist, habe ich ja in der vergangenen Woche ausführlich erläutert. Die logische Folge von Bierhoffs (grundfalschem) Handeln ist, dass sich sogar Grünen-Politiker Cem Özdemir berufen fühlt, nicht nur die Ablösung von Golden-Goalgetter Oliver Bierhoff, sondern von DFB-Präsident Reinhard Grindel gleich mit zu fordern. Özdemir gehört damit quasi zum „Schattenkabinett“ von Weltmeister Philipp Lahm, der seine Kritik am Führungs- und Kommunikationsstil von Joachim Löw und Oliver Bierhoff nicht nur bekräftigte, sondern auch konkretisierte – und zwar unverhohlen in Sachen Eigenwerbung für einen DFB-Job: In der ARD erklärte er auf die Frage, ob er sich mit seinen aktuellen Statements für einen Job beim DFB in Stellung bringe: "Das kann man definitiv so sehen!" Da will einer raus aus dem Schatten, rein ins DFB-Rampenlicht. Mit wohlformulierten Argumenten und offensichtlich klaren Ansichten und Vorstellungen. Genau das, was zuletzt gefehlt hat. "Auf gehts, Philipp - ade Olli!"

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