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Gamerdingers Fußball-Kolumne

11.06.2019 - Wäre Ihnen auch beinahe das Fußball-Schmankerl des Wochenendes am Sonntag durchgerutscht? Also ich genieße ja das Pfingst-Wochenende schon traditionell auf meiner kleinen Ostsee-Hacienda an der Lübecker Bucht vor allem, weil mir der beschauliche Urlaubsort seit Jahren am Pfingst-Samstag und -Sonntag die sogenannten „Oldie-Tage“ präsentiert. Eine Musikveranstaltung, die in der Regel von handgemachter Soul- und Rock’n Roll-Mucke geprägt ist und meinen Musikgeschmack absolut trifft. Das ist gleichbedeutend damit, dass diese beiden Abende im Kalender schon sehr früh im Jahr mit „belegt“ gekennzeichnet sind. Da interessiert mich dann auch nichts anderes.

  • Großer Sport: Manuel Neuer zeigte gegen Weißrussland, dass auf ihn trotz seiner Verletzungsanfälligkeit in den entscheidenden Szenen Verlass ist und seine Spielweise Hand und Fuß hat. Auch gegen Estland soll er am...

    Großer Sport: Manuel Neuer zeigte gegen Weißrussland, dass auf ihn trotz seiner Verletzungsanfälligkeit in den entscheidenden Szenen Verlass ist und seine Spielweise Hand und Fuß hat. Auch gegen Estland soll er am Dienstag im Tor stehen © picture alliance / dpa / Marius Becker

Und genau darüber war mein Nachbar genauso sprachlos wie im Verlaufe der ZDF-Live-Übertragung  der sonst so redselige Bela Rethy, der das Finale Portugal gegen die Niederlande kommentierte und nach 15 Minuten aufgrund einer Audiokanal-Störung minutenlang verstummte. Der magere 1:0-Sieg des damit ersten Nations-League-Siegers Portugal  wurde dem (halbwegs) verhinderten Musik-Abend dann jedoch nicht gerecht. Nicht einmal das Bier meines Nachbarn, mit dem er mich dann doch vor den Fernseher gelockt hatte, konnte für Frust-Abhilfe sorgen. Meine Erwartungshaltung auf ein gutes und anspruchsvolles Match war nach den jeweiligen 3:1-Halbfinalsiegen gegen die Schweiz bzw. England ziemlich hoch. Aber was will man am Ende einer elend langen Saison von den überbelasteten Protagonisten schon erwarten? Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen ging, aber die sprachliche Auszeit des Herrn Rethy war für mich das Beste am gesamten Spiel!

Pflichtsieg mit Slapstick-Einlage

Zum Glück hatte ich mich aufgrund vorgenannter Musikveranstaltung schon frühzeitig von dem Gedanken verabschiedet, das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Weißrussland am Samstagabend anzuschauen. Der doch recht mager ausgefallene 2:0-Pflichtsieg und die Spielbewertungen der Fachkollegen gaben mir nämlich recht. Ausnahme war natürlich wieder einmal Laura Wontorra, die ja bei jedem Fußballspiel überschwängliche Lobeshymnen verbreitet. Wahrscheinlich ist sie sogar von Zeugwarten begeistert, wenn diese die Trikots in der richtigen Reihenfolge aufhängen können. Aushilfs-Jogi Marcus Sorg wirkte im obligatorischen Interview nach dem Spiel "höscht" irritiert von den Wotorraschen Jubelstürmen. Wobei ich mir natürlich in der Aufzeichnung das kleine Theaterstück von Manuel Neuer angesehen habe. Mein Nachbar meinte, es sei für ihn das Highlight des Spiels gewesen. Ich glaube, dass der erkrankte Bundestrainer froh war, die Slapstick-Einlage an der Außenlinie im Liegen gesehen zu haben, denn Löw dürfte die Situation ordentlich „Kreislauf“ beschert haben. Das  dürfte ihm heute Abend gegen Fußballzwerg Estland erspart bleiben, denn der 96. der Fifa-Weltrangliste muss als per se Außenseiter auch noch auf seinen Besten, Ragnar Klavan, der früher in Augsburg und Liverpool kickte, verzichten.

Trendsetterin „MTV“

Ähnliche Vorzeichen hatte auch die WM-Auftaktpartie unserer Frauen-Nationalmannschaft gegen China. Aber mit einer ziemlich wackeligen Defensivleistung reichte es gegen die zeitweise überhart agierenden Chinesinnen gerade einmal zu einem 1:0-Pflichtsieg. Immerhin kann Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in der Vorbereitung zum zweiten Spiel am Mittwoch gegen Spanien die Laufwege Ihrer Mädels komplett analysieren. In die Sport-BHs der Damen eingearbeitete GPS-Tracker sind der neueste Clou, um die Laufdaten aufzuzeichnen und auszuwerten. Das machte den Damen zwar einen kleinen „Buckel“ auf dem Rücken, aber es kann auch niemand verloren gehen... Ein weiterer Schachzug der Bundestrainerin: Um den Mädels vor dem Spiel „näher“ zu sein, betrat „MTV“ das Feld in der WarmUp-Phase mit einem Trainingsanzug. Zum Anpfiff wechselte sie – ganz lady-like – das Outfit und schlüpfte in ein Kostüm! Ich bin gespannt, ob sich diese Trends durchsetzen werden.

Kooperations-Aufreger

Einen ganz anderer „Trend“ sorgt dagegen gerade für mächtig Zündstoff bei den Bundesliga-Klubs. Explizit beim Aufsteiger SC Paderborn, der am Dienstag eine künftige Kooperation mit RB Leipzig verkündete, sich aber über tiefergehende Inhalte ausschwieg. Laut Paderborns Präsident Elmar Volkmann gegenüber den Kollegen von ZEIT ONLINE wolle man langfristig im sportlichen Bereich kooperieren, mit dem Ziel sich zu unterstützen und das Potenzial bestmöglich auszunutzen. Über weitere Details habe man Stillschweigen vereinbart. Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff verkündete dagegen auf einer Pressekonferenz, dass man in den Bereichen Scouting sowie im Commercial- und Hospitality-Bereich zusammenarbeiten werde. Man wolle Paderborn „ein bisschen unter die Arme greifen.“ Und das, nachdem er quasi im gleichen Atemzug Paderborns bisherigen Manager Markus Krösche nach Leipzig geholt hatte. Dann wurde er noch konkreter: „Da gibt es den ein oder anderen Spieler, der dann möglicherweise nach Paderborn erst mal ausgeliehen wird und erst mal dort spielt, bevor man ihn vielleicht irgendwann nach Leipzig holt." Leipzig will also künftig vertraglich abgesichert Spieler in Paderborn parken!

Wettbewerbsverzerrung droht 

So etwas hat es bei Profi-Mannschaften in gleicher Spielklasse bis dato noch nicht gegeben und öffnet der Wettbewerbsverzerrung Tür und Tor. Ein denkbares Szenario, dass dem SC Paderborn an einem der letzten Spieltage im direkten Duell den Klassenerhalt gegen bereits für Europa qualifizierte Leipziger sichert, ist nur ein mögliches Beispiel. Dass sich die Koop bei den sich abwendenden Anhängern der Paderborner zunächst in allgemeiner Sprachlosigkeit und nun in einer Online-Petition gegen diese Art der Zusammenarbeit mündet, ist nachvollziehbar und richtig. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass auch die Leipziger Fans lautstark protestierten. Hier muss die DFL, respektive der DFB, dringend eingreifen, sonst hat der deutsche Fußball zeitnah ein noch viel größeres Problem als bereits jetzt schon mit Videoassistent, Preisen, Pyro und Co.

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