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Förster: GPS-Technik hilft gegen Holzdiebstahl

14.05.2018 - Wer heutzutage Holz aus Niedersachsens Wälder stiehlt, geht – anders als noch vor einigen Jahren - ein hohes Risiko ein. Moderne Technik sorgt dafür, dass Diebe leicht gefasst werden können.

  • Eine Hand hält im Staatswaldforst ein GPS-Gerät vor einen ausgehöhlten Buchenstamm. Foto: Uwe Zucchi/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Hand hält im Staatswaldforst ein GPS-Gerät vor einen ausgehöhlten Buchenstamm. Foto: Uwe Zucchi/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Clausthal-Zellerfeld (dpa/lni) – Die vor fünf Jahren von den Landesforsten (NLF) in Niedersachsen eingeführte satellitengestützte GPS-Technik gegen professionellen Holzdiebstahl hat sich bewährt. «Die Zahl der Diebstähle ist deutlich zurückgegangen», sagte NLF-Sprecher Michael Rudolph. «Die Landesforsten führen das auf die konsequente Besenderung der Stämme in den Schwerpunktregionen Harz und Solling zurück.»

Ab dem Jahr 2011 war die Zahl der Holzdiebstähle vor allem im südlichen Niedersachsen stark gestiegen. Damals kam den Landesforsten nicht nur sehr viel Brennholz abhanden. Sie registrierten auch gut 50 Fälle, in denen ganze Wagenladungen von Stämmen spurlos verschwanden, die im Harz und im Solling zum Abtransport bereit lagen. Mittlerweile gebe es dagegen so gut wie keine entsprechenden Taten mehr, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Northeim-Osterode, zu deren Bereich der Solling und Teile des Harzes gehören.

Die Diebe hatten es damals vorwiegend auf Fichten, Lärchen und Douglasien abgesehen. Es wurden aber auch Eiche, Buche, Ahorn oder Kirsche gestohlen. Die teilweise beachtliche Größe der Stämme war für die professionell agierenden Täter kein Hindernis: Sie nutzten nach Erkenntnissen der Polizei zumeist spezielle Lastwagen mit Kränen. Für die Täter war das ein lohnendes Geschäft. Eine Lkw-Ladung Fichtenstämme brachte ihnen bis zu 3000 Euro.

Um den Tätern das Handwerk zu erschweren, begannen die Landesforsten 2013 damit, ihr Holz mit moderner Technik zu sichern, wie sie in ähnlicher Form schon länger auch in der Logistik-Branche oder von Autovermietungen genutzt wird. In die geschlagenen Bäume wurden kleine getarnte Sender eingebaut, sogenannte Forst-Tracker. Zur Abwehr von Holzdieben hatte sich diese Technik zuvor schon bei den Landesforsten in Hessen bewährt.

Die Minisender in Streichholzschachtel-Größe senden bei Erschütterungen oder Positionswechseln Signale aus, die mit Hilfe von GPS-Technik eine Ortung ermöglichen. Dadurch sei bereits mehrfach der Transportweg entwendeten Holzes nachverfolgt worden, sagte Rudolph. Einzelheiten nannte der NLF-Sprecher nicht, weil es sich zum Teil um laufende Verfahren handele, zu denen es noch keine abschließenden Urteile gebe.

Bekannt wurde ein Fall aus dem Jahr 2016. Damals war es mit Hilfe der GPS-Technik gelungen, gestohlenes Brennholz in einem Braunschweiger Restaurant aufzuspüren. Der Betreiber gab an, er habe das Holz für seinen Pizzaofen von einem Unbekannten erworben. Wegen Hehlerei wurde der Wirt zu 1000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Weil die Erfahrung zeige, dass sich Diebe von der Ortungstechnik abschrecken lassen, wollen die Landesforsten die Forst-Tracker auch künftig nicht nur im Süden des Landes, sondern flächendeckend nutzen. Denn: «Die Kosten sind im Vergleich zur Schadenssumme vor Einführung der Forst-Tracker relativ gering», sagte Sprecher Rudolph. Die Kosten für die wieder verwendbaren Minisender hatten die Landesforsten auf rund 25 000 Euro beziffert. Der Schaden durch den Holzdiebstahl dagegen betrug alleine in den Jahren 2011 und 2012 deutlich als 100 000 Euro.