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In 19 Tagen zum Gipfel

30.10.2017 - Was war das vor nun genau drei Wochen für eine kontroverse Diskussion, als bekannt wurde, dass der 72-jährige Josef, besser bekannt als „Jupp“, Heynckes, die Bayern noch einmal als Trainer übernehmen würde, um das, zu dem Zeitpunkt eher mittelmäßig erfolgreiche Star-Ensemble des FCB wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Seit Samstag reiben sich die Bayern-Macher Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge ganz sicher wieder genüsslich die Hände, denn der Coup mit Heynckes wurde binnen 19 Tagen zur Erfolgsstory: „Chapeau, meine Herren!“

  • Jupp, Jupp, Hurra! Seitdem Heynckes wieder das Sagen auf der Münchner Trainerbank hat, geht es mit den Bayern aufwärts  - Foto: sampics © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Jupp, Jupp, Hurra! Seitdem Heynckes wieder das Sagen auf der Münchner Trainerbank hat, geht es mit den Bayern aufwärts - Foto: sampics © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Sein letzter Gang: Alexander Nouri (M.) wurde am Montagmorgen von Manager Frank Baumann (r.) beurlaubt. Am nächsten Freitag muss Werder mit einem neuem Coach bei Eintracht Frankfurt antreten – Foto: nordphoto/Kokenge © dpa –...

    Sein letzter Gang: Alexander Nouri (M.) wurde am Montagmorgen von Manager Frank Baumann (r.) beurlaubt. Am nächsten Freitag muss Werder mit einem neuem Coach bei Eintracht Frankfurt antreten – Foto: nordphoto/Kokenge © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Arjen Robben ist mit dem FC Bayern wieder auf Erfolgskurs. Inzwischen darf er sogar die Kapitänsbinde tragen – Foto: nordphoto/Straubmeier © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Arjen Robben ist mit dem FC Bayern wieder auf Erfolgskurs. Inzwischen darf er sogar die Kapitänsbinde tragen – Foto: nordphoto/Straubmeier © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Hoffnungsträger: Jann-Fiete Arp (l., gegen Marvin Plattenhardt) soll nun den Dino HSV retten. Immerhin trug sich der 17-Jährige als siebtjüngster Torschütze in die Bundesliga-Historie ein - Foto: Peter Böhmer...

    Hoffnungsträger: Jann-Fiete Arp (l., gegen Marvin Plattenhardt) soll nun den Dino HSV retten. Immerhin trug sich der 17-Jährige als siebtjüngster Torschütze in die Bundesliga-Historie ein - Foto: Peter Böhmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Heynckes seine dritte Bayern-Mission am 9. Oktober antrat, rangierten die Münchner mit fünf Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund (bis dahin gänzlich ohne Bundesliga-Niederlage) sowie zwei Unentschieden und einer Niederlage im Gepäck auf Rang zwei. Zudem waren die spielerischen Leistungen bis dahin himmelweit von denen entfernt, die man vom FCB kannte und erwarten durfte. Jupp kam, sah und siegte! Exakt 19 Tage dauerte es, inklusive kleiner Dortmunder Krise, ehe die Bayern am Samstag den Gipfel der Bundesligatabelle erklimmen konnten – mit nunmehr drei Punkten Vorsprung auf den BVB. Die schwere Pokalhürde in Leipzig wurde ebenfalls (mit dem dazugehörigen Glück) genommen, und auch international ist der deutsche Rekordmeister (als so ziemlich einziger deutscher Klub!) im Soll: „Chapeau, Herr Heynckes!“

Duelle mit Signalwirkung


Für den so erfolgreich in die Saison gestarteten BVB ist es einmal mehr eine schmerzliche Erfahrung, an der offensichtlich ganz besonders die Dortmunder Defensiv-Strategen zu leiden haben. Nach der sonnabendlichen 2:4-Schlappe bei Aufsteiger Hannover 96 und elf (!!!) Gegentreffern in den vergangenen fünf Partien steht Neu-Coach Peter Bosz mit seiner schwarz-gelben Equipe am nächsten Wochenende vor einer echten Charakterprobe. Man darf gespannt sein, ob Bosz auch gegen den neuen Tabellenführer unablässig am 4-3-3-System festhält oder ob er sich für „Safety First“ entscheidet. Sogar eine Chance zu üben haben sie in Dortmund vorher noch, denn am Mittwoch geht es gegen Apoel Nikosia um die Erhaltung der letzten  Mini-Chance in der Champions League. Werden diese beiden Reifeprüfungen in den nächsten Tagen bestanden, würde ich am kommenden Montag in dieser Kolumne ganz sicher schreiben: „Chapeau, Herr Bosz!“

Freier Fall

Die aktuellen Kritikpunkte in Dortmund sind natürlich aus Hamburger Sicht Jammern auf ganz hohem Niveau, denn beim HSV hat man – nach wie vor – ganz andere Sorgen. Nach nunmehr acht sieglosen Spielen gibt es zwar weiterhin Treueschwüre in Richtung Coach Markus Gisdol, der sich aber vorwerfen lassen muss, in Berlin zu wenig risikofreudig agiert zu haben. Erst als elf Minuten nach dem Wechsel mit Tatsuya Ito und dem 17-jährigen Torschützen zum Anschlusstreffer, Jann-Fiete Arp, junge Hoffnungsträger die Hertha-Abwehr begannen aufzumischen, hatte der HSV eine relevante Chance, zumindest einen Punkt aus Berlin zu entführen. Wenn der HSV-Trainer es in den nächsten Wochen hinbekommt, seinem Team die Balance zwischen jugendlichem Elan und notwendiger Erfahrung und Stabilität zu verleihen und damit zu punkten, wäre ich der Letzte, der nicht sagen würde: „Chapeau, Markus Gisdol!“

Job-Garantie erloschen

Ähnlich schwer hat es übrigens auch Gisdols Noch-Amtskollege Alexander Nouri in Bremen. Sein Team leistete sich gegen den FC Augsburg zwar nur ein 0:3, was aber leistungsmäßig einem Offenbarungseid gleichkam. Dabei liegen die Probleme der Bremer sogar ähnlich gelagert denen in Hamburg. Die Qualität des Kaders scheint den Ansprüchen der ersten Liga nicht (mehr) zu genügen. Ob da ein Trainerwechsel mehr Erfolg bringt, halte ich zumindest für fraglich. Dass Nouri bleibt, aber auch, denn eine Job-Garantie wollte Manager Frank Baumann nach der neuerlichen Pleite nicht mehr geben. Soltte Bremens Coach dennoch weiterarbeiten dürfen, ich würde das honorieren mit einem herzlichen: „Chapeau, Herr Baumann!“

Amateure machen es vor

Ein gutes Beispiel, wie es auch anders gehen kann, war in der vergangenen Woche der Nord-Regionalligist Altona 93. Beim Hamburger Stadtteilklub stärkten Vorstand und sportliche Leitung, nach dem gerade vollzogenen Aufstieg wissend um die teilweise fehlende Qualität im Kader, dem Trainer auch nach vier Niederlagen in Folge den Rücken und verlängerten vorzeitig dessen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr. Davor ziehe ich natürlich meinen Hut und sage: „Chapeau, Altona!“

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