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Krawalle bei «Gelbwesten»-Demos in Frankreich und Belgien

08.12.2018 - Paris gleicht einer Trutzburg: Um neue Gewalt bei «Gelbwesten»-Protesten zu verhindern, sind Tausende Polizisten in der Stadt im Einsatz. Sogar Panzerfahrzeuge stehen bereit. Dennoch kommt es wieder zu Zusammenstößen - und das nicht nur in Frankreich.

  • Brennendes Auto bei der Demonstration in Marseille. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Brennendes Auto bei der Demonstration in Marseille. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten setzen Tränengas gegen Demonstranten in Paris ein. Foto: Michel Euler/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten setzen Tränengas gegen Demonstranten in Paris ein. Foto: Michel Euler/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Mit Blut bedeckt: Ein Demonstrant der Gelbwesten wurde bei den Protesten verletzt. Foto: Thibault Camus/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mit Blut bedeckt: Ein Demonstrant der Gelbwesten wurde bei den Protesten verletzt. Foto: Thibault Camus/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schlagstockeinsatz bei den Protesten der «Gelbwesten» in Paris: 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte waren im Einsatz. Foto: Thibault Camus/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schlagstockeinsatz bei den Protesten der «Gelbwesten» in Paris: 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte waren im Einsatz. Foto: Thibault Camus/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Demonstranten flüchten vor dem Tränengasnebel. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstranten flüchten vor dem Tränengasnebel. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Tausende Demonstranten in gelben Warnwesten sind auf den Champs-Élysées zusammengekommen. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Tausende Demonstranten in gelben Warnwesten sind auf den Champs-Élysées zusammengekommen. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Polizist legt auf den Champs-Elysees eine Tränengaspistole an. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Polizist legt auf den Champs-Elysees eine Tränengaspistole an. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schweres Gerät: Ein Wasserwerfer wartet hinter Bereitschaftspolizisten auf dem Boulevard des Capucines. Foto: Christian Böhmer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schweres Gerät: Ein Wasserwerfer wartet hinter Bereitschaftspolizisten auf dem Boulevard des Capucines. Foto: Christian Böhmer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Volkszorn: Die Protestbewegung begann als Widerstand gegen eine Steuererhöhung für Kraftstoff, dehnte sich aber schnell aus. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Volkszorn: Die Protestbewegung begann als Widerstand gegen eine Steuererhöhung für Kraftstoff, dehnte sich aber schnell aus. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Entspannter Moment: Ein Demonstrant bietet einem Polizisten an, doch auch eine gelbe Warnweste zu nehmen. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Entspannter Moment: Ein Demonstrant bietet einem Polizisten an, doch auch eine gelbe Warnweste zu nehmen. Foto: Claude Paris/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Gelbwesten machen dicht: Stau auf der spanischen Seite der französisch-spanischen Grenze in Biriatou. Foto: Bob Edme/AP BC © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Gelbwesten machen dicht: Stau auf der spanischen Seite der französisch-spanischen Grenze in Biriatou. Foto: Bob Edme/AP BC © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Zusammenstoß mit der Staatsmacht: Demonstranten rennen in Paris durch einen dichten Tränengasnebel. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zusammenstoß mit der Staatsmacht: Demonstranten rennen in Paris durch einen dichten Tränengasnebel. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten und Räumpanzer vor dem Pariser Triumphbogen. Foto: Michel Euler/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten und Räumpanzer vor dem Pariser Triumphbogen. Foto: Michel Euler/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Demonstranten der «Gilets Jaunes» (Gelbwesten) blockieren eine Straße nahe der französisch-spanischen Grenze in Biriatou. Foto: Bob Edme/AP BC © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstranten der «Gilets Jaunes» (Gelbwesten) blockieren eine Straße nahe der französisch-spanischen Grenze in Biriatou. Foto: Bob Edme/AP BC © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schwarz-bunt: Polizisten mit farbverschmierten Schutzschildern beobachten den Protest der «Gilets Jaunes» in Paris. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schwarz-bunt: Polizisten mit farbverschmierten Schutzschildern beobachten den Protest der «Gilets Jaunes» in Paris. Foto: Rafael Yaghobzadeh/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Handwerker sichern in Paris eine Bankfiliale in der Nähe der Oper mit Holzplatten. Foto: Christian Böhmer © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Handwerker sichern in Paris eine Bankfiliale in der Nähe der Oper mit Holzplatten. Foto: Christian Böhmer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Mit Holzplatten werden die Fenster einer Bank in der Nähe des Champs-Elysees in Paris gesichert. Foto: Bertrand Combaldieu/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Mit Holzplatten werden die Fenster einer Bank in der Nähe des Champs-Elysees in Paris gesichert. Foto: Bertrand Combaldieu/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizeifahrzeuge vor dem Pariser Museum Grand Palais. Foto: Sabine Glaubitz © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizeifahrzeuge vor dem Pariser Museum Grand Palais. Foto: Sabine Glaubitz © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei Demonstrationen der «Gelbwesten» ist es in Paris erneut zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

In Paris war am Samstag ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften im Einsatz, um erneute gewalttätige Krawalle zu verhindern. Am Nachmittag spitzte sich die Lage jedoch zu. Wieder brannten Autos, Geschäfte wurden angegriffen, Demonstranten versuchten, Barrikaden zu errichten. Auch in Belgien und den Niederlanden gingen Menschen in Warnwesten auf die Straße.

In Frankreich nahmen die Proteste jedoch wieder das größte Ausmaß an. Landesweit hätten sich bis zum Abend rund 125.000 Menschen an den Protesten beteiligt, sagte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner bei einer Pressekonferenz. Davon seien 10.000 in der Hauptstadt Paris gezählt worden. Im ganzen Land habe es knapp 1400 Festnahmen gegeben, mehr als 970 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. 118 Demonstranten und 17 Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Es ist das vierte Wochenende in Folge, an dem die Bewegung der «Gelben Westen» in Frankreich massiv auf die Straße geht.

Dieses Mal griff die Polizei schon vor Beginn der Proteste in Paris durch: Bereits am Morgen wurden mehrere Hundert Menschen festgenommen. Grund sei in den meisten Fällen gewesen, dass die Menschen sich einer Gruppe angeschlossen hätten, die «Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen» vorbereitet habe, hieß es bei der Polizei.

Bis zum frühen Abend stieg die Zahl der Festnahmen in Paris demnach auf mindestens 738 - deutlich mehr als am gesamten vergangenen Samstag. Mehr als 550 Menschen kamen in der Stadt in Gewahrsam. 55 wurden verletzt, darunter drei Einsatzkräfte.

Ab Mittag kam es in Paris vermehrt zu Spannungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Vielerorts lagen Rauch und Tränengas-Dunst über den Straßen. Demonstranten rissen auf dem Prachtboulevard der Champs-Élysées Holzbretter herunter, die Schaufenster von Geschäften schützen sollten, wie der Sender BFMTV berichtete. Einzelne Läden wurden demnach geplündert. Im Zentrum der Stadt gingen wieder Autos in Flammen auf. Vereinzelt setzte die Polizei in der Innenstadt Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die versuchten, Barrikaden zu errichten.

Premierminister Édouard Philippe sprach von einem «außergewöhnlichen» Sicherheitskonzept. In der Hauptstadt waren am Samstag nach früheren Angaben des Premiers 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte im Einsatz. Die Polizei kontrollierte Taschen und Rucksäcke von Passanten und war mit Pferdestaffeln unterwegs. Auch gepanzerte Fahrzeuge der Gendarmerie waren erstmals im Zuge der «Gelbwesten»-Proteste im Einsatz.

Der Innenminister habe die Sicherheitskräfte angewiesen, nach den Krawallen der Vorwoche ihre Strategie anzupassen, sagte eine Sprecherin der Polizei im Sender France Inter. «Die Idee für uns ist wirklich, die friedlichen Demonstranten (...) von anderen, möglicherweise feindseligeren Demonstranten, Plünderern und Randalierern zu trennen.»

Bereits am vergangenen Wochenende war es in Paris und anderen Städten zu Krawallen gekommen. Geschäfte wurden geplündert, der Triumphbogen wurde stark beschädigt. Die Regierung legte wegen der Proteste der «Gelbwesten» die geplante Steuererhöhung für Benzin und Diesel bereits auf Eis. Die Wut der Protestbewegung hatte sich einst an diesem Vorhaben entzündet - mittlerweile reichen die Forderungen viel weiter: von mehr Steuergerechtigkeit über mehr Kaufkraft bis hin zum Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron.

Im Zentrum der Hauptstadt blieben am Samstag zahlreiche Metrostationen auf Geheiß der Polizei geschlossen - die Bahnen hielten nicht an, sondern fuhren durch. Etliche Geschäfte im Zentrum der Stadt öffneten mitten in der Vorweihnachtszeit nicht für ihre Kunden - darunter auch berühmte Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette.

Auch viele Sehenswürdigkeiten in Paris blieben geschlossen, darunter zahlreiche Museen und das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm. Am Morgen war es dort menschenleer - Touristen standen nicht wie üblich Schlange. Die Stimmung in der Innenstadt war angespannt - Hubschrauber kreisten über dem Zentrum. Teilweise irrten Touristen umher, die nicht mitbekommen hatten, dass die großen Kaufhäuser geschlossen haben.

In zahlreichen anderen Städten Frankreichs demonstrierten ebenfalls «Gelbe Westen». In Städten wie Lyon, Bordeaux, Toulouse und Marseille kam es Berichten zufolge zu Ausschreitungen. In Lyon etwa attackierten Menschengruppen die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Pyrotechnik, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizei reagierte mit Tränengas.

Wieder wurden mehrere Autobahnen im Land bei dem Protest blockiert. Die Polizei kontrollierte bis zum frühen Nachmittag nach eigenen Angaben mehr als 5000 Menschen auf den großen Verkehrsachsen und an Mautstellen.

In Brüssel im Nachbarland Belgien wurden bei «Gelbwesten»-Protesten nach Angaben der Polizei rund 400 Menschen festgenommen. Vor allem im Europaviertel der Hauptstadt kam es zu Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei. Insgesamt hätten sich rund 1000 Menschen an den Protesten beteiligt, sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur.

Rund 500 Menschen seien bis vor die EU-Gebäude in der Innenstadt gezogen, die von der Polizei abgeriegelt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Einem kleinen Teil der Gruppe sei es gelungen, die Barrikade zu durchbrechen. Dabei seien Flaschen und ein Wegweiser auf Polizisten geworfen worden. Diese hätten mit Tränengas reagiert.

Zeitgleich besetzten mehrere Hundert «Gelbwesten» einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brüsseler Europaviertel. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Straßenbesetzer vor. In kleinerem Umfang gab es auch in den Niederlanden Protestaktionen.

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