Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Müller über Sané: «Weder Mediziner noch Transferpolitiker»

08.08.2019 - Wo spielt Thomas Müller? Diese Frage begleitet die Münchner vor jedem Saisonstart wie die Favoritenstellung. Die unkonventionelle Spielweise macht den dienstältesten Bayern-Profi besonders. In der Sané-Dauerschleife weiß Müller nicht, was er noch glauben soll.

  • Gefragter Mann im Bayern-Trainingslager. Thomas Müller (l). Foto: Sven Hoppe © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gefragter Mann im Bayern-Trainingslager. Thomas Müller (l). Foto: Sven Hoppe © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bevor die unvermeidlich Frage zu Leroy Sané kam, ergriff Thomas Müller lieber selbst das Wort.

«Zu Transfers kann ich persönlich leider immer noch nichts sagen. Ich bin weder Mediziner noch Transferpolitiker», sagte der Bayern-Star und lachte. «Es ist ja schon alles vermeldet worden, von perfekt zu geplatzt bis mittendrin. Da weiß man natürlich nicht immer genau, wem man da glauben soll - und wann», sagte Müller am Donnerstag ungefragt zur Dauerschleife um den am Knie verletzten Fußball-Nationalspieler von Manchester City.

Auch von Präsident Uli Hoeneß gab es beim Teambesuch keine Neuigkeiten zur Königspersonalie. Die «Bild» berichtete später davon, dass sich der Nationalspieler ein Kreuzband angerissen habe und operiert werden müsse. Was das für den Transfer bedeutet, war offen.

Müller, nach dem Abgang von Franck Ribéry dienstältester Profi des FC Bayern München, kennt die Mechanismen des Geschäfts wie kaum ein anderer. Und wie jedes Jahr konnte er sich auch diesmal auf die Frage vorbereiten, wo denn sein Platz in der aktuellen taktischen Formation zu finden sei. «Nach der langen Zeit, die ich jetzt im Profifußball unterwegs bin, sollte mein Stärken-und-Schwächen-Profil relativ klar definiert sein», sagte Müller und grinste. «Den Satz gibt es schon öfter von mir, den braucht ihr nicht mitschreiben.»

Der Spruch von Ex-Coach Louis von Gaal «Müller spielt immer» ist legendär. Aber auch unter den Nachfolgern von Pep Guardiola über Jupp Heynckes bis zu Niko Kovac kam der Weltmeister von 2014 immer zu reichlich Einsätzen - wenn auch nicht immer ganz nach den Wünschen Müllers. In der vergangenen Saison waren es 45 Pflichtspiele. Insgesamt steht er bei 318 Bundesliga-Einsätzen für die Münchner, bei denen er 110 Tore erzielte.

«Thomas kann mehrere Positionen spielen», sagte Trainer Niko Kovac schon in der Saisonvorbereitung. Müller kann hinter den Spitzen als Freigeist agieren, Robert Lewandowski vorne ersetzen oder auf den Flügeln auflaufen. «Natürlich wissen wir, dass er es über außen anders interpretiert, aber das gibt uns auch was Neues», sagte Kovac.

Müller hat abseits der fußballerischen Qualitäten schon früh Verantwortung übernommen. Nach der Zäsur durch die Abgänge von Führungskräften wie Ribéry oder Arjen Robben wird seine Rolle wohl noch bedeutsamer. «Ich bin schon ziemlich lange beim Club und kenne die Abläufe. Mir ist auch wichtig, wie der Verein da steht, wie wir spielen und wie wir uns präsentieren», sagte der Ex-Nationalspieler, der im September 30 Jahre alt wird. Nur Lewandowski, Javi Martínez und Jérôme Boateng sind als Feldspieler älter.

Von einem «großen Einschnitt im Kader» sprach Müller dieser Tage. «Wie wir uns jetzt intern neu aufstellen, wird interessant für uns alle.» Er selbst als Urbayer und Integrationsfigur will dabei natürlich eine prägende Rolle übernehmen. Schon jetzt hat er nach jeder Einheit «einen trockenen Mund, weil ich so viel rede», scherzte er unlängst im Club-Magazin.

In Rottach-Egern berichtete Müller zur Halbzeit des Trainingslagers mit «ein bisschen schweren Beinen» von happigen Einheiten. «Aber das gehört in der Vorbereitung dazu, dass es ein bisschen raucht im Getriebe», sagte der 29-Jährige. Anders als etwa Lewandowski stimmte er nicht in die Forderungen nach Umbaumaßnahmen im Kader ein. Für die Clubs sei es «immer ein Spagat». Ein großer Kader könne Unzufriedenheit hervorrufen, ein kleiner für Probleme bei Verletzungen sorgen.

Nach einer erfolgreichen Vor-Saison, in der Müller allerdings auch das DFB-Aus durch Bundestrainer Joachim Löw schlucken musste, blickt der Offensivspieler mit weiterhin «konstant guten Fitnesswerten» der neuen Spielzeit mit Vorfreude entgegen. Drei Müller-Tore beim Audi Cup gegen Fenerbahçe dokumentierten, dass mit ihm auch in der kommenden Spielzeit zu rechnen ist. Egal wo.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren