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Börsenrally geht weiter - Experten mahnen

28.05.2020 - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seinen Erholungskurs fortgesetzt. Nach einem Schlussspurt im späten Handel beendete der Dax den Tag mit einem Aufschlag von 1,06 Prozent auf 11.781,13 Punkte.

  • Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seit dem Corona-Crashtief von Mitte März ist der Dax trotz aller Unsicherheit damit inzwischen um gut 40 Prozent gestiegen. So wurden etwa die Situation in Hongkong und das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China zuletzt am Markt weiter ausgeblendet. Anleger hierzulande setzten stattdessen weiter auf die enormen Hilfspakete der Europäischen Union zur Bekämpfung der Coronavirus-Folgen.

Unter Marktbeobachtern mehren sich inzwischen jedoch mahnende Stimmen. Timo Emden von Emden Research sagte: «Mit leicht einsetzenden Gewinnmitnahmen machen sich die ersten Überhitzungserscheinungen bereits bemerkbar.»

Noch stärker als der Dax stieg am Donnerstag der MDax der mittelgroßen deutschen Werte mit plus 1,91 Prozent auf 25.633,68 Punkte, womit er den Vortagesverlust wettmachte.

Aktien aus dem Pharma- und Gesundheitssektor waren am vorletzten Handelstag der Woche europaweit gefragt. Weit vorn im Dax gewannen Merck KGaA am Tag der Hauptversammlung mehr als viereinhalb Prozent. Auf dem online abgehaltenen Aktionärstreffen unterstrich Unternehmenschef Stefan Oschmann erneut die Kostendisziplin des Konzerns in der Corona-Krise.

Lufthansa-Papiere sicherten sich mit einem Aufschlag von mehr als fünfeinhalb Prozent den Spitzenplatz im Index und führten damit angesichts der Aussicht auf das staatliche Rettungspaket ihre jüngste Erholung fort. Nachdem der Aufsichtsrat zuletzt die Entscheidung über die Rettung wegen möglicher EU-Auflagen vertagt hatte, rechnet die Bundesregierung nach dpa-Informationen bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission erst nach Pfingsten mit einem Ergebnis. Die Genehmigung des neun Milliarden Euro schweren Paketes aus Brüssel steht noch aus.

Unter den von Anlegern ebenfalls stärker bevorzugten Immobilienwerten stiegen Vonovia um mehr als dreieinhalb und Deutsche Wohnen um gut zwei Prozent. Nach Informationen des «Manager Magazin» arbeitet Vonovia an einem erneuten Übernahmeversuch der deutschen Nummer Zwei. Es gebe aber noch keine direkten Gespräche, schrieb das Blatt.

Europaweit zollten am Donnerstag Autowerte ihrem starken Vortag Tribut. Mit einem Abschlag von gut zwei Prozent auf dem letzten Dax-Platz stand der Wolfsburger Autobauer Volkswagen zudem wegen der Berichterstattung rund um die Probleme beim Golf 8 und den sich womöglich zuspitzenden Druck auf die Konzernleitung im Fokus.

In den hinteren Börsenreihen sprangen HHLA-Aktien kurz vor Handelsschluss an und beendeten den Tag anschließend mit einem Aufschlag von 1,18 Prozent auf 15,38 Euro. Zuvor hatte der Hamburger Hafenbetreiber mitgeteilt, dass er ergebnisoffene Gespräche über eine strategische Kooperation mit den Konkurrenten Eurokai und BLG Logistics führt.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone dämmte in den letzten Handelsminuten seine Gewinne noch leicht ein und schloss 1,42 Prozent höher bei 3094,47 Zählern. In Paris stieg der Cac 40 um rund 1,8 Prozent, in London lag das Plus mit rund 1,2 Prozent etwas niedriger. An der Wall Street hingegen verlor der Dow Jones Industrial nach seiner jüngsten Rally etwas an Kraft, zum hiesigen Handelsschluss lag der US-Leitindex mit gut einem halben Prozent im Plus.

Der Kurs des Euro legte im Abendhandel weiter zu. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg zuletzt auf 1,1071 US-Dollar. Am Vormittag war der Eurokurs noch vorübergehend unter die Marke von 1,10 Dollar gerutscht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1016 (Mittwoch: 1,0991) US-Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt sank der Rentenindex Rex um 0,15 Prozent auf 144,52 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,43 Prozent am Vortag auf minus 0,41 Prozent. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,08 Prozent auf 172,03 Punkte.

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