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Star im Schatten von Neymar: Coutinho dirigiert die Seleção

26.06.2018 - Philippe Coutinho ist bei der Fußball-WM in Russland bisher Brasiliens wichtigster Spieler. Aufmerksamkeit erregt der kleine Stratege aber dennoch kaum. Das liegt nicht an ihm.

  • Seleção-Stars unter sich: Neymar (r) und Philippe Coutinho. Foto: Andre Penner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Seleção-Stars unter sich: Neymar (r) und Philippe Coutinho. Foto: Andre Penner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Philippe Coutinho wird niemals wie Neymar sein. Aufmerksamkeit mag der zweitteuerste Spieler der Welt überhaupt nicht. Er postet auch keine Bilder, auf denen er halbnackt ist, in den sozialen Netzwerken.

Die großen Dinge macht der kleine Brasilianer auf dem Fußballplatz. Bei der WM in Russland ist der 1,72 Meter kleine Mittelfeldstratege der Hauptdarsteller der Seleção. Die großen Schlagzeilen liefert bisher aber trotzdem nur der teuerste Spieler der Welt: Neymar.

Coutinho kommt das sogar entgegen. Während Neymar bisher hauptsächlich durch Theatralik und Egozentrik auffällt, dirigiert Coutinho im ständigen Schatten des Megastars das Spiel des Rekord-Weltmeisters. Der 26-Jährige spielt die entscheidenden Pässe und schießt wichtige Tore. Auch im dritten Gruppenspiel gegen Serbien am Mittwoch (20.00 Uhr) wird es entscheidend auf seine Fähigkeiten ankommen.

Nach den beiden bisherigen Partien der Brasilianer gegen die Schweiz (1:1) und Costa Rica (2:0) wurde der WM-Doppeltorschütze zum «Spieler des Spiels» gewählt. Gefallen hat ihm das nicht, weil er dann zumindest für kurze Zeit auch außerhalb des Platzes im Fokus stand. Und weil er sich einigen Fragen der Journalisten stellen musste.

«Ich fühle mich auf dem Platz viel wohler als hier», sagte er jüngst bei einer Pressekonferenz der Seleção in ihrem WM-Quartier in Sotschi. «Ich mag es nicht, über mich zu reden.» Rund 160 Millionen Euro hatte der FC Barcelona im vergangenen Winter an den FC Liverpool für diesen schüchternen Strategen bezahlt. Coutinho kam als Nachfolger von Neymar, der einige Monate zuvor für 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain gewechselt war. Die Wahnsinnssumme für Coutinho dürfte danach jedoch nur wenigen in den Köpfen geblieben sein, weil die noch wahnsinnigere Summe für Neymar alles überlagert.

Gegen Serbien reicht dem Team von Nationalcoach Tite nun ein Remis, um sicher das Achtelfinale zu erreichen. Dabei werde sein Team aber noch nicht auf eine mögliche Revanche gegen Deutschland für das 1:7 bei der Heim-WM hinfiebern, versprach der Trainer: «Wir dürfen nicht daran denken. Und wir denken nicht daran, das kann ich versichern.»

Nach bisher mäßigen Auftritten will die stolze Seleção erstmals ihre wahre Stärke zeigen. Sollte Coutinho erneut seine Topform abrufen, wird er für die Serben kaum zu stoppen sein. Serbien muss gewinnen, um es sicher ins Achtelfinale zu schaffen. «Das ist das Finale meiner Karriere, das wichtigste Spiel meines Lebens», sagte der erfahrene Verteidiger Aleksandar Kolarov. «Wir sind Serben, nichts ist unmöglich. Ich bin überzeugt, dass wir Brasilien rausschmeißen können», betonte Stürmer Aleksandar Mitrovic.

Eine Strategie haben die Osteuropäer auch schon. Brasiliens Team bestünde vor allem aus Individualisten wie Neymar, die man im Kollektiv stoppen müsse, sagte Co-Trainer Milan Rastavac nach umfassender Analyse. Die wichtigste Aufgabe dürfte es jedoch sein, den kleinen Coutinho zu stoppen.

Dass dieser schon als Kind und Jugendlicher gar nicht gern im Fokus stand, zeigt eine Geschichte seines Bruders Cristiano. Der erzählte dem brasilianischen Internetportal UOL, dass der junge Philippe früher gar keine Tore schießen wollte. Vorlagen hätten ihm viel besser gefallen. «Jeder in unserer Familie, der sich seine Spiele anschaute, hat ihn darum gebeten, öfter abzuschließen», sagte Cristiano. Sein Vater habe ihm dann ein Taschengeld versprochen, wenn er ein Tor schießt. Irgendwann wurde es dann besser.

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