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Italienische Reise

19.08.2019 - Centodieci heißt der neueste Hypersportwagen von Bugatti. Es handelt sich um eine Neuinterpretation des legendären EB 110 und er ist eher etwas für Sammler.

  • Bugatti feiert die Weltpremiere eines neuen Hypersportwagens auf dem legendären Concours d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach ©

    Bugatti feiert die Weltpremiere eines neuen Hypersportwagens auf dem legendären Concours d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach © Bugatti

  • Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 2,4 Sekunden, 6,1 Sekunden dauert es bis 200 und auf 300 Kilometer pro Stunde sind in 13,1 Sekunden erreicht ©

    Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 2,4 Sekunden, 6,1 Sekunden dauert es bis 200 und auf 300 Kilometer pro Stunde sind in 13,1 Sekunden erreicht © Bugatti

  • Der Wagen wird in einer Kleinserie von zehn Einheiten in Handarbeit im französischen Molsheim, der Heimat Bugattis, gefertigt ©

    Der Wagen wird in einer Kleinserie von zehn Einheiten in Handarbeit im französischen Molsheim, der Heimat Bugattis, gefertigt © Bugatti

  • Der Centodieci soll in zwei Jahren zum Stückpreis von mindestens acht Millionen Euro netto ausgeliefert werden ©

    Der Centodieci soll in zwei Jahren zum Stückpreis von mindestens acht Millionen Euro netto ausgeliefert werden © Bugatti

SP-X/Monterey. Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Außergewöhnliche Fahrzeuge müssen an besonderen Orten präsentiert werden. Und so feiert Bugatti die Weltpremiere eines neuen Hypersportwagens auf dem legendären Concours d'Elegance im kalifornischen Pebble Beach. „Mit dem Centodieci verneigen wir uns vor dem Supersportwagen EB 110, der in den 1990er-Jahren im italienischen Campogalliano entstand und zu unserer traditionsreichen Geschichte gehört“, betont Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. Zur Geschichte zähle vor allem auch der Neustart in die moderne Bugatti-Welt Ende der 1980er Jahre. Damals erschuf der Italiener Romano Artioli in der Emilia-Romagna eine der modernsten Automobilfabriken der Welt. Grund für den Standort war die Nähe zu den italienischen Sportwagenmarken, Artioli konnte so erfahrene und qualifizierte Mitarbeiter gewinnen. Sie entwickelten und bauten mit dem EB 110 den extremsten Supersportwagen seiner Zeit.

Für Winkelmann ein wichtiger Zwischenschritt für die Neugründung in Molsheim 1998, den französischen Wurzeln Bugattis, und den ersten Hypersportwagen der Neuzeit, dem Veyron. „Mit dem Centodieci, italienisch für 110, feiern wir nun eine Neuinterpretation des einstigen außergewöhnlichen Fahrzeugs.“ Der Wagen wird in einer Kleinserie von zehn Einheiten in Handarbeit im französischen Molsheim, der Heimat Bugattis, gefertigt und soll in zwei Jahren zum Stückpreis von mindestens acht Millionen Euro netto ausgeliefert werden. Die Auflage ist bereits verkauft.

Anders als beim EB 110 kommt beim Centodieci der acht Liter große W16-Motor mit nun 1.176 kW/1.600 PS bei 7.000 Umdrehungen pro Minute zum Einsatz. Ein zusätzlicher Lufteinlass im Bereich des Ölkühlers reguliert die Temperatur des leistungsgesteigerten Motors. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 2,4 Sekunden, 6,1 Sekunden dauert es bis 200 und auf 300 Kilometer pro Stunde sind in 13,1 Sekunden erreicht. Bei Tempo 380 wird elektronisch abgeregelt.

Leistungswerte, die angesichts der Debatte um Umweltschutz und Klimaschädigung eher beängstigend erscheinen. Doch vermutlich wird kaum eines der zehn Centodieci tatsächlich auf die Straße rollen, sondern lediglich als Sammlerstück zu bestaunen sein.

In dem Zusammenhang kommt die Optik und damit die Arbeit der Designer ins Spiel. „Die Herausforderung lag darin, sich nicht von der Ausstrahlung des historischen Fahrzeugs gefangen nehmen zu lassen und nur in der Retrospektive zu arbeiten, sondern eine moderne Interpretation der damaligen Form und Technik zu kreieren“, sagt Achim Anscheidt, Chefdesigner bei Bugatti. „Diese klassische Optik in ein neues Jahrtausend zu transportieren, war nicht zuletzt technisch kompliziert.“  Schließlich sollten die komplexen aerothermischen Anforderungen der dem Centodieci zugrunde liegenden Chiron-Technik mit einer komplett anderen ästhetischen Anmutung verbunden werden.

„Wir haben bei der Entwicklung das keilförmige Design des EB 110 aufgenommen, gehen aber in eine neue Richtung“, sagt Anscheidt. Deutlich kleiner als beim Chiron sorgen fünf runde Lufteinsätze als Raute platziert für ausreichende Luftansaugung des Sechzehnzylinder-Triebwerks. Statt des grafisch zweidimensionalen Hecks des EB 110 setze der Centodieci zugunsten effizienterer Motorenthermik auf eine breite Luftaustrittsöffnung. Lösungen, die einen ausgewogenen Temperaturhaushalt gewährleisten sollen. Das Heck ist als ein einziges Lüftungsloch ausgelegt. Wie beim EB110 präsentiert sich das Triebwerk hinter einer transparenten Glasfläche.

Da Romano Artioli beim EB 110 trotz der Produktion in Italien die französischen Wurzeln der Marke nie verleugnete, will Bugatti bei der in Molsheim gefertigten Kleinserie anlässlich des 110-jährigen Bestehens mit dem Centodieci nun die italienische Phase zitieren.

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