Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

«Schöne Momentaufnahme»: Gladbach, VfL und dichtes Gedränge

07.10.2019 - Nicht Bayern, Dortmund oder Leipzig, sondern Mönchengladbach und Wolfsburg führen in der Länderspielpause der Bundesliga ein dicht gedrängtes Feld an. Zwischen den beiden aktuellen Spitzenclubs gibt es einige Gemeinsamkeiten.

  • Freut sich über die Tabbellenführung: Gladbachs Trainer Marco Rose. Foto: Marius Becker/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Freut sich über die Tabbellenführung: Gladbachs Trainer Marco Rose. Foto: Marius Becker/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Was haben die denn da oben zu suchen? Gladbach? Wolfsburg? «Dass wir die Tabellenführung übernommen haben, ist eine schöne Momentaufnahme», betonte Borussias Trainer Marco Rose nach dem 5:1 (4:0)-Sieg am Sonntag über den FC Augsburg mit dem Sprung an die Spitze der Fußball-Bundesliga.

Rose brachte dann sofort den Hinweis, «dass es auch schnell in die andere Richtung kippen kann». Den Erfolg ein bisschen kleinreden, relativieren, keine übertriebenen Hoffnungen daraus ableiten - das gehört zum Geschäft.

Auch Maximilian Arnold ist der Erfolg nicht ganz geheuer. Der Wolfsburger Kapitän betonte nach dem Sprung auf Platz zwei durch den 1:0 (0:0)-Sieg gegen Union Berlin, dass sein VfL «noch nicht» reif für die Champions League sei: «Tabellenplatz zwei ist doch geil. Das gibt Selbstvertrauen. Aber die Feinabstimmung und die Details - das passt noch nicht ganz. Dafür brauchen wir noch ein paar Spiele.»

Nicht die als hohe Favoriten in die Saison gestarteten Münchner, nicht die vermeintlichen Herausforderer Borussia Dortmund und RB Leipzig führen das Bundesligafeld nach sieben Runden in die zweite Länderspielpause, sondern zwei Clubs, die sich gerade neu erfinden.

Die Grün-Weißen aus Niedersachsen und die Schwarz-Weiß-Grünen vom Niederrhein holten im Sommer Trainer aus der österreichischen Liga und lösten damit überraschend Kollegen ab, die ihre Clubs in die Europa League geführt hatten: Die Fohlen ersetzten Dieter Hecking durch Rose von RB Salzburg, bei den Wölfen übernahm der bis dahin beim Linzer AK beschäftigte Oliver Glasner den Job von Bruno Labbadia. Beide kennen dieses Tabellenbild übrigens genau. Denn schon in der vergangenen Saison lief es in Österreich so: Erster Rose mit Salzburg, Zweiter Glasner mit Linz.

Die Manager Max Eberl in Gladbach und Jörg Schmadkte in Wolfsburg trafen mutige Personalentscheidungen in der Hoffnung auf einen neuen Stil und mehr Willenskraft im Team. «Wir haben viele Spieler, die hungrig sind, die wieder Erfolg haben und unsere Vergangenheit ad acta legen wollen», bestätigte Wolfsburgs Abwehrspieler Robin Knoche.

Selten war so viel Gedränge im Vorderfeld der Bundesliga-Tabelle. Nach sieben Runden trennen den Primus Gladbach und den Siebten Leverkusen nur zwei Zähler. Erst einmal, seitdem es drei Punkte für einen Sieg gibt (ab 1995), war es so ausgeglichen - 13 Jahre ist das her. «Die Bundesliga ist sehr ausgeglichen und intensiv», stellte Glasner fest. In Europas Topligen ist es nirgends so eng von Platz eins bis sieben: Italiens Tabellenführer Juventus Turin rangiert nach sieben Spieltagen acht Punkte vor Cagliari Calcio, Real Madrid und den FC Valencia trennen in Spanien sechs Punkte, in England hat der FC Liverpool gar zwölf Punkte Abstand auf den FC Burnley (jeweils nach acht Spieltagen).

Doch sind die beiden Vereine für Leibesübungen an der Bundesliga-Spitze tatsächlich so gut, oder lügt die Tabelle? Die Wölfe, die neben Juve das einzige Team aus Europas Topligen ohne Niederlage sind, profitieren bislang auch vom Spielplan, sie sahen sich noch keinem Team aus der oberen Tabellenhälfte gegenüber, müssen sich aber am nächsten Spieltag in Leipzig beweisen.

Dass Gladbach noch lange nicht stabil ist, zeigte sich bei der ernüchternden 0:4-Niederlage in der Europa League gegen den österreichischen Provinzclub Wolfsberger AC. Die Borussia hat gegen Leipzig verloren und muss am nächsten Spieltag in Dortmund, später im Herbst in Leverkusen und gegen den FC Bayern Klasse nachweisen.

Für Gladbachs Manager Eberl sind die kommenden zwei Wochen aber zunächst eine willkommene Gelegenheit, Kräfte für die bis Weihnachten folgenden zehn Bundesliga- und vier Europacupspiele sowie das Pokalspiel gegen Dortmund zu schöpfen: «Die Länderspielpause jetzt kommt vor allem für unsere Verletzten zum richtigen Zeitpunkt.»

Auch für Wolfsburg geht es in den Dauerstress. Wie kommen die Niedersachsen mit ihrem Entwicklungsprozess von einer Ballbesitz- zu einer Kontermannschaft, der «viel Energie fordert» (Josuha Guilavogui) voran? Doppel- und Dreifachbelastungen werden zeigen, wie widerstandsfähig sie sind, wie sie Rückschläge verkraften, wie stark die zweite Reihe ist - und wie sie praktisch ohne Training auskommen.

Gladbach und Wolfsburg bekommen übrigens ein Problem, sollten sie am Ende der Saison immer noch oben stehen: Eine Meisterfeier nach Münchner Marienplatz-Art kann es nicht geben. Die Rathäuser beider Städte haben keinen Balkon für eine Feier nach alter Sitte. Wolfsburg musste schon 2009 beim Double improvisieren, Gladbach könnte allenfalls ins 1975 eingemeindete Rheydt ausweichen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren