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Zurück zur Natur

15.07.2019 - Einmal im Jahr treffen sich europäische Fahrer der US-Allradmarke Jeep zur Offroad-Party im  Gelände. Das „Camp Jeep“ zeigt, wie sich die Modellpalette wandelt - aber auch immer noch jene Dinge, die Familien, Fans und Abenteurer von jeher anlocken. Sogar zwei Gladiatoren waren gekommen.

  • Einmal im Jahr treffen sich europäische Fahrer der US-Allradmarke Jeep zur Offroad-Party im  Gelände ©

    Einmal im Jahr treffen sich europäische Fahrer der US-Allradmarke Jeep zur Offroad-Party im Gelände © Jeep

  • Auch alte Militärvarianten sind zu sehen ©

    Auch alte Militärvarianten sind zu sehen © Jeep

  • Jedes Jahr kommen die europäischen Fans von Wrangler, Cherokee, Compass und ihrer Vorfahren aus 78 Jahren Jeep-Geschichte zum Familientreffen zusammen ©

    Jedes Jahr kommen die europäischen Fans von Wrangler, Cherokee, Compass und ihrer Vorfahren aus 78 Jahren Jeep-Geschichte zum Familientreffen zusammen © Jeep

  • Auch zum Kochen ist ein Jeep gut ©

    Auch zum Kochen ist ein Jeep gut © Jeep

  • Denn neben dem Bewundern der anderen Jeeps geht es den meisten der 700 Fahrer vor allem darum, ihre eigenen Kletterkünstler an die jeweils maximalen Grenzen zu bringen ©

    Denn neben dem Bewundern der anderen Jeeps geht es den meisten der 700 Fahrer vor allem darum, ihre eigenen Kletterkünstler an die jeweils maximalen Grenzen zu bringen © Jeep

  • Auch für Unterhaltung abseits des Autos ist gesorgt © Peter

    Auch für Unterhaltung abseits des Autos ist gesorgt © Peter Weißenberg/SP-X

  • Geländefahrten sind für diesen Jeep kein Problem © Peter

    Geländefahrten sind für diesen Jeep kein Problem © Peter Weißenberg/SP-X

  • Das „Camp Jeep“ zeigt, wie sich die Modellpalette wandelt ©

    Das „Camp Jeep“ zeigt, wie sich die Modellpalette wandelt © Jeep

SP-X/San Martino. Es ist ein Qual für Davide: Schon nach fünf Minuten der erste Stau im morgendlichen Parma. „Da geht 20 Minuten gar nichts”, ächzt der Endfünfziger. Und auf der Autobahn Richtung Treviso wird’s auch kaum besser: Teils im Schritttempo zuckelt sein Jeep mit Anhänger auf die Dolomiten zu. Dass dann auf den letzten 56 Kilometern bis San Martino eine Parade der schwerstbeladenen Lkw Italiens vor dem armen Davide auf 2000 Meter Höhe kriecht … was soll´s.

Aber am Gipfel wartet die Belohnung: Von der Bühne besingt die AC/DC-Coverband zwar gerade den „Highway to Hell” – doch wer im Camp Jeep angekommen ist, für den endet sein Highway im Paradies. Jedes Jahr kommen die europäischen Fans von Wrangler, Cherokee, Compass und ihrer Vorfahren aus 78 Jahren Jeep-Geschichte zum Familientreffen zusammen. In diesen Julitagen in den Alpen.

Eine gute Wahl, trotz der Anfahrt. Denn neben dem Bewundern der anderen Jeeps geht es den meisten der 700 Fahrer vor allem darum, ihre eigenen Kletterkünstler an die jeweils maximalen Grenzen zu bringen - oder auch mal darüber hinaus. Vier insgesamt mehr als 100 Kilometer lange Trails unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade machen das möglich. Für gerade einmal 50 Euro kann der Jeep-Owner sie nach Anmeldung so oft befahren, wie er will.

Jeep-Sammler wie Davide müssen da selbst tiefe Matschlöcher, massige Felsen oder halbe Steilwände aus Wurzelwerk im Wald nicht fürchten. Der silbergraue Jeep-Fan hat eines der auffälligsten Gefährte mitgebracht. Was das für einer ist? Da lacht Davide: „Ein Großteil der Karosse ist vom Cj5 aus dem Baujahr 1979, dem Großvater des heutigen Wrangler. Aber unter der Haube arbeitet ein 5,2-Liter aus dem Grand Cherokee.” 15 Jahre lang hat Davide am Umbau seines Kaufs aus Texas gearbeitet.

Batterien an Zusatzinstrumenten, angeschweißte Stahlrohre überall, vor allem aber Monsterbereifung, meterhohe Stoßdämpfer und umfassend überarbeitete Achsen stellen diesen Jeep auf eine andere Höhe der Geländegängigkeit - im wörtlichen Sinn. Eine ganze Reihe derart aufgerüsteter Jeeps muss der Fahrer erst mal wie ein Alpinist erklimmen. Fast wie den Hausberg San Martino, der seine 2.980 Meter hohe Felsnadel imposant in den Hintergrund des Camps gesetzt hat.

Davide hat wie viele der Anwesenden nicht nur diesen einen Jeep; er und die anderen kommen daher auch in ins Camp, um die neuesten Angebote des US-italienischen Herstellers ausgiebig zu testen. Trauben von Besuchern versammeln sich denn auch um ein echtes Geländewagen-Gebirge. Jeep zeigt nämlich hier zum ersten Mal in Europa seinen Pickup „Gladiator”, der Ende 2020 den Weg über den Atlantik finden soll. Zum  Preis sagen die Macher noch nichts. In den USA ist er ab umgerechnet knapp 30.000 Euro zu haben - da wird es hierzulande wohl deutlich mehr.

Auf jedem Fall gibt es dafür eine Menge Auto: Lang wie eine S-Klasse, hoch wie ein aufgepumpter Wrangler - von dem er auch abstammt. Hinter der Doppelkabine offeriert aber auch noch die Pritsche Platz für mehr als 700 Kilo Nutzlast. Und mit ausbaubaren Türen und weggerollter Dachplane bietet der Wagen auf seinen 32-Zoll-Reifen einen unvergleichbaren Anblick.  Ein Kleinkind läuft wenig beeindruckt unten durch - bei fast 30 Zentimeter Bodenfreiheit kein Problem. Da verblasst sogar die Anziehungskraft des bunten Jeep-Riesenrades im Dolomitental. Gladiators Böschungswinkel von 43,5 Grad vorn und 26 Grad hinten oder 76 Zentimeter Wattiefe sind für Offroad-Abenteurer einfach interessanter.

Es gibt aber auch die anderen Besucher im Camp. Die Renegade- oder Compass-Fahrer, die über ihren praktischen Alltags-SUV noch ein bisschen mehr erfahren wollen. Manche haben sich sogar mit reinem Vorderrad-Antrieb ins Dolomitental gewagt. Mehr als die einfachste Schotterpiste ist damit natürlich nicht drin. Aber Wim aus Holland hat in der Jeep-Academy auf dem Camp vom Instruktor zumindest den Tipp bekommen, ein wenig Luft aus seinen Straßenreifen zu lassen. „Das gibt etwas mehr Grip”, weiß der Fahrer des kleinsten Jeep-Angebotes jetzt. Er freut sich einfach, dabei zu sein - und, dass die beinharten Wrangler- oder CJ3-Fahrer ihn nicht schräg anschauen für seinen Italo-Jeep. Denn der läuft zusammen mit dem Fiat-500 X im süditalienischen Melfi vom Band.

„Der Renegade ist ja schon auch ein Jeep”, sagt Davide mit freundlichem Lächeln. Erdacht in USA und auch „ganz solide gebaut”, sagt der Kenner und gönnt sich ein Bier und einen Hamburger vor der nächsten Runde. Schwarze Piste, versteht sich. Wim biegt derweil auf den Panorama-Weg ab. Der macht seinem Namen Ehre. Der Wald liegt tiefgrün in den Tälern ringsum, Dutzende Felswände werfen lange Schatten auf den schmalen Pfad am Abgrund.
Am Abend geht es zurück auf das Fest-Gelände, aus rohen Holzstämmen aufgebaut. Dort feiern die Fans gemeinsam, tauschen ihre Trail-Erlebnisse des Tages aus. Mit dabei neben den Normal-Fahrern und den Piloten ihrer aufgepumpten Offroad--Akrobaten auch die dritte Gruppe der Jeep-Jünger: Fahrer ganz ursprünglicher Geländewagen, gern auch aus den späten vierziger Jahren, meist aus Armeebeständen.

US-Flagge an der Standarte, vorn vorm Kühler ein winziges Klapprad: Auf das konnte im Einsatz der Soldat schnell umsteigen, wenn sein Jeep doch mal den Heldentod erlitten hatte. „Nicht weiterkommen - das war eben schon damals keine Option”, grinst Davide. Klar, dass er und seine Freunde für das nächste Camp 2020 schon wieder ein paar neue Umbauten im Kopf haben, damit ihre Jeeps noch ein paar extreme Ecken weiter kommen.

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