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Schmidts Schmierentheater - und eine peinliche Legendenbildung!

22.02.2016 - Die ungewöhnlichste Spielunterbrechung in der Geschichte der Fußball-Bundesliga nutzten die Leverkusener Verantwortlichen, um Schiedsrichter Felix Zwayer (34) fehlende Neutralität zu unterstellen. Das ist ebenso arrogant wie uneinsichtig.

  • Bayers Trainer Roger Schmidt hat für einen in der Ligageschichte einzigartigen Skandal gesorgt © dpa picture alliance /

    Bayers Trainer Roger Schmidt hat für einen in der Ligageschichte einzigartigen Skandal gesorgt © dpa picture alliance / Bratic

  • Dass Schmidt sich vehement beim Linienrichter beschwerte, war dabei lediglich der Anfang des eigentlichen Skandals © dpa picture

    Dass Schmidt sich vehement beim Linienrichter beschwerte, war dabei lediglich der Anfang des eigentlichen Skandals © dpa picture alliance

  • Dass aber ein Trainer sich weigert, den Anordnungen des Schiedsrichters Folge zu leisten, das gab es so noch nicht in der Bundesliga © dpa picture

    Dass aber ein Trainer sich weigert, den Anordnungen des Schiedsrichters Folge zu leisten, das gab es so noch nicht in der Bundesliga © dpa picture alliance

  • Da Trainer Schmidt nicht auf die Tribüne gehen wollte, gingen eben Schiedsrichter Zwayer und sein Team in die Kabinen - ein beispielloser Vorgang in der Liga © dpa picture

    Da Trainer Schmidt nicht auf die Tribüne gehen wollte, gingen eben Schiedsrichter Zwayer und sein Team in die Kabinen - ein beispielloser Vorgang in der Liga © dpa picture alliance

  • Auch nach dem Spiel konnten die Leverkusener nicht aufhören, Schiedsrichter Zwayer und sein Team in Diskussionen zu verwickeln © dpa picture

    Auch nach dem Spiel konnten die Leverkusener nicht aufhören, Schiedsrichter Zwayer und sein Team in Diskussionen zu verwickeln © dpa picture alliance

Man denkt, man hat in der Fußball-Bundesliga schon alles erlebt – und dann schickt Schiedsrichter Felix Zwayer im Spiel Bayer 04 Leverkusen – Borussia Dortmund (0:1) beide Teams in die Kabinen, weil sich Leverkusens Trainer Roger Schmidt (48) geweigert hatte, auf die Tribüne zu gehen. Die ungewöhnlichste Spielunterbrechung der Liga-Geschichte – Wenn es noch einen Beweis für das seit Monaten über die Maßen angespannte Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Klubverantwortlichen gebraucht hat, dann war es die Episode in der BayArena!

Man kann die Reaktion von Felix Zwayer übertrieben finden. Aber sie war regelgerecht – und sie lag im Ermessensspielraum des Referees. Wenn man dann aber, wie Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler (55) nach dem Spiel im Stadion-Talk von Sky, dem Schiedsrichter fehlende Neutralität unterstellt, geht das für mich zu weit. „Er hat sich ja revanchiert! Deshalb hat er auch den Elfmeter nicht gepfiffen! Das gleicht sich dann wieder aus“, giftete Völler. Falsch. Zwayer hat nach der Partie nicht nur die Unterbrechung, sondern auch die Fehlentscheidung beim Elfmeter anschaulich erklärt. Und – noch viel wichtiger: Er hat sich entschuldigt.

Heuchelei und übles Nachtreten von Schmidt

Das hat Roger Schmidt auch getan – aber sein Statement war kleinlaut und scheinheilig! „Ich bin kein Gestik-Deuter, der sofort weiß, weshalb ich da auf die Tribüne geschickt wurde“, gab Schmidt den Ahnungslosen. Schmidt trat nach: „Anscheinend hat das den Schiedsrichter für den Rest der Spielzeit noch einmal maßgeblich beeinflusst, weil sonst hätten wir wahrscheinlich unentschieden gespielt.“

Tut mir leid, aber mit dem Versuch, einen Zusammenhang zwischen der Disziplinlosigkeit und dem trotzig-kindischen Verhalten des Trainers und dem nicht gegebenen Elfmeter zu erstellen, zeigen sich die Leverkusener einmal mehr als schlechte Verlierer. Emotion gehört zum Fußball, leider genauso wie Schiedsrichter-Fehlentscheidungen. Doch es ist zu billig, die Schuld nach Niederlagen immer nur beim Referee zu suchen. Das Schmierentheater der Leverkusener gegen den BVB taugt nicht zur Legendenbildung!

Leverkusener Selbstkritik? Fehlanzeige!

Viel eher sollte sich Roger Schmidt fragen, warum in der spielentscheidenden Szene drei seiner Spieler zu weit von Passgeber Marco Reus wegstanden! Sie hielten anscheinend den Schlaf des Gerechten. Schön wär es auch mal, zu hinterfragen, warum ein hochbezahlter Stürmer wie Javier Hernandez (27) sich erst in Darmstadt durch fehlende Regelkenntnisse blamiert  – und dann in der Nachspielzeit gegen Dortmund aus vier Metern das Tor nicht trifft! Geht der Ball rein, schwadronieren Schmidt und Völler vermutlich über die „großartige Moral der Truppe, die bis zum Schluss gekämpft und gefightet hat“…

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