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Digitalisierung begleitet uns «die nächsten Jahrzehnte»

04.06.2018 - Alles ist Digitalisierung: die Arbeitswelt ändert sich rasant - und nicht nur die. Kann die gleichsam neuerfundene Cebit diesen Begriff mit Leben füllen? Messechef Frese ist da ganz sicher - und sagt auch, warum.

  • Cebit-Messechef Oliver Frese. Foto: Holger Hollemann © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Cebit-Messechef Oliver Frese. Foto: Holger Hollemann © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Künstliche Intelligenz, humanoide Roboter und autonomes Fahren - die radikal umgebaute IT-Messe Cebit setzt auf die digitalen Mega-Trends.

Diese prägten sowohl unser Leben als auch die Arbeit, erklärte Messechef Oliver Frese im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Digitalisierung wird uns wahrscheinlich die nächsten Jahrzehnte begleiten - weil sie nie stillsteht.» Auf dem Weg dahin bräuchten die Menschen - und auch Unternehmenslenker und die Kreativen in Unternehmen - Orientierung. Auch IT-Unternehmen verbinden große Erwartungen mit der Neuausrichtung.

Insgesamt rechnen die Veranstalter auf der Cebit (11. bis 15. Juni) mit 2500 bis 2800 Ausstellern aus 70 Ländern. Allerdings werde es einschließlich der Freiflächen erheblich mehr belegte Fläche geben, sagte Frese. Er sei «sehr zufrieden»: «Wir haben es geschafft, die Unternehmen von einem komplett neuen Konzept zu überzeugen.» Eine derartige Transformation einer Messe einschließlich eines neuen Termins habe es im internationalen Veranstaltungswesen noch nie gegeben.

Die Cebit geht 2018 mit neuen Themen, neuen Formaten und einem neuen Termin im Frühsommer an den Start. Die gesamte Messe wird auf dem Gelände in neue Hallen umziehen. Im Zentrum des neuen Konzepts steht eine Art Campus unter dem Expo-Dach. Die Messe soll wieder stärker für digital interessierte, vor allem junge Menschen geöffnet werden. Die bisherigen Konferenzen werden in einem neuen Talkshow-Format aufgehen - und sollen Querdenkern, Visionären, Bloggern und Experten eine Plattform bieten.

Bei den Veränderungen gehe es vor allem darum, die 25- bis 35-Jährigen als neue Zielgruppe zu erreichen - als «Mitarbeiter und Digital-Entscheider der Zukunft», erklärte Frese. Mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel etwa bei Programmierern seien daher auch Speeddating-Formate geplant - um Unternehmen und mögliche künftige Mitarbeiter zusammenzubringen. In den Blick genommen werde auch, welche Veränderungen etwa VR-Brillen, Drohnen oder Roboter in den nächsten drei bis fünf Jahren bewirken könnten.

Vodafone hat seinen Cebit-Auftritt vergrößert - und will auf 1500 Quadratmetern mit rund 80 Beispielen die Facetten der digitalen Innovationen aufzeigen. Besucher sollen Anwendungen des Internets der Dinge selbst erfahren können, etwa auf einer digitalen Baustelle. «Wir wünschen uns, dass das neue Konzept bei den Besuchern gut ankommt und erwarten erfolgreiche Messetage», sagte Vodafone-Manager Alexander Saul.

Auch Intel äußert sich erfreut über die neue Ausrichtung der Messe. «Wir stellen uns dem neuen Konzept und nutzen sowohl Innen- als auch Außenflächen», sagte Intel-Deutschland-Chef Christian Lamprechter. Vernetzung und künstliche Intelligenz will der Chip-Konzern erlebbar machen. Jeden Abend werde es eine fünfminütige Drohnen-Show auf dem Außengelände geben. Ein Schwarm von bis zu 300 Drohnen des von Intel übernommenen deutschen Entwicklers Ascending Technology werde eine Lichtshow in den Himmel zeichnen.

Dagegen verzichtet Microsoft als einstiger großer Cebit-Aussteller in diesem Jahr auf eine Teilnahme. «Wir können nicht überall dabei sein», sagte Microsoft-Manager Martin Große. Man habe entschieden, sich auf die Hannover Messe zu konzentrieren sowie auf der IFA in Berlin präsent zu sein. Aber: «Die weltgrößte IT-Messe sollte weiterhin in Deutschland stattfinden.»

Im vergangenen Jahr waren über 3000 Aussteller zur Cebit gekommen. Allerdings seien die Veranstaltungen nicht vergleichbar, betonte Frese. Seit 1986 fand die Cebit jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der größeren Hannover Messe statt, aus der sie einst hervorgegangen war.

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