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Chelsea in München vor dem Aus

07.08.2020 - Chelsea muss im Champions-League-Achtelfinale beim FC Bayern einen 0:3-Rückstand aufholen - eine fast unmögliche Aufgabe. Unterdessen arbeiten die Londoner schon am Kader für die nächste Saison. An der Stamford Bridge steht ein großer und teurer Umbruch an.

  • Frank Lampard plant nach dem ersten Jahr als Chelsea-Trainer den Umbruch. Foto: Adam Davy/Nmc Pool/PA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Frank Lampard plant nach dem ersten Jahr als Chelsea-Trainer den Umbruch. Foto: Adam Davy/Nmc Pool/PA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der FC Chelsea braucht wohl ein Fußball-Wunder. Stark ersatzgeschwächt und mit getrübter Stimmung geht der Premier-League-Club nach dem deftigen 0:3 im Achtelfinalhinspiel ins Champions-League-Match beim FC Bayern München.

«Wir müssen daran glauben, dass wir hier die Möglichkeit haben, etwas Besonderes zu schaffen», sagte Trainer Frank Lampard. Wichtiger scheinen aber die Planungen für die kommende Saison, die längst auf Hochtouren laufen. Vereinsikone Lampard plant nach dem ersten Jahr als Chelsea-Trainer den Umbruch.

In München muss der Coach auf Kapitän César Azpilicueta und den früheren Dortmunder Stürmer Christian Pulisic verzichten. Beide hatten sich vor einer Woche im FA-Cup-Endspiel verletzt, das Chelsea mit 0:2 gegen den Lokalrivalen FC Arsenal verlor. Der Frust über den verpassten Titel ist groß. Der Pokal wäre die Krönung gewesen nach einer Saison, die man in London dennoch als Erfolg verbuchen kann. Denn unter dem neuen Trainer Lampard qualifizierte sich Chelsea als Tabellenvierter der Premier League wieder für die lukrative und prestigeträchtige Königsklasse.

Immerhin könnte die Finalniederlage im FA Cup für Lampard gegenüber den Bossen ein gutes Argument bei der Forderung nach Verstärkungen liefern. «Dieses Spiel hat gezeigt, dass es noch viel Luft nach oben gibt», sagte der Coach nach dem Match relativ unmissverständlich. Als Lampard den Job an der Stamford Bridge vor einem Jahr angetreten hatte, galt für den FC Chelsea noch eine Transfersperre. Der 42-Jährige machte aus der Not eine Tugend und zeigte, was er aus einem jungen Team rausholen kann.

Mittlerweile darf sich Chelsea wieder auf dem Transfermarkt bedienen - und hat das auch bereits getan. Mit dem deutschen Nationalspieler Timo Werner (24) von Bundesligist RB Leipzig konnten die Blues einen Kracher verbuchen. Zudem kam Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam. Und der nächste Toptransfer ist auch schon geplant. Der 21-jährige Kai Havertz soll von Bayer Leverkusen kommen. In London lockt neben einem fürstlichen Gehalt die Teilnahme an der Champions League.

Insbesondere muss sich Chelsea in der Abwehr verbessern. Im Schnitt kassierten die Blues in der abgelaufenen Premier-League-Saison 1,5 Tore pro Spiel. Der Niederländer Xavier Mbuyamba vom FC Barcelona gilt laut britischen Medien als Kandidat und wird schon als «nächster Virgil van Dijk» bezeichnet. Allerdings ist Mbuyamba, an dem auch andere Clubs in England interessiert sein sollen, erst 18 Jahre alt.

Das größte Problem hat Chelsea ausgerechnet im Tor. Dabei hatten die Londoner erst 2018 den Spanier Kepa Arrizabalaga für die Rekordsumme von 80 Millionen Euro verpflichtet und den Torwart mit einem Vertrag über sieben Jahre ausgestattet. Doch zuletzt saß der 25-Jährige auf der Bank. Nach der 3:5-Niederlage in Liverpool, bei der Kepa erneut eine schwache Leistung zeigte, hatte Lampard wohl endgültig genug und stellte lieber den 38 Jahre alten Routinier Willy Caballero auf.

Angeblich sollen die Blues nun an Jan Oblak von Atlético Madrid und Andre Onana von Ajax Amsterdam interessiert sein und versuchen, Kepa im Sommer loszuwerden. Letzteres dürfte aber nicht ganz einfach werden. Denn laut den Sportdaten-Analytikern von Opta Sports hat der Spanier den schlechtesten Wert aller Torhüter in der Premier League. Am Samstag in München wird er vermutlich wieder auf der Bank sitzen.

Die Geschichte spricht übrigens klar gegen Chelsea. Bisher konnte sich in der Champions League keine Mannschaft nach einer 0:3-Heimpleite im Hinspiel noch für die nächste Runde qualifizieren.

© dpa-infocom, dpa:200807-99-80922/3

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