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Das Schöne an dem «Biest»: Leipzigs Upamecano beeindruckt

15.08.2020 - Dayot Upamecano war schon vor seinem Gala-Auftritt gegen Atlético Madrid heiß begehrt. Nicht umsonst verlängerte RB Leipzig den Vertrag des Abwehr-Hünen. Beim Blitzturnier in Lissabon beweist der Franzose, warum ihn sein Trainer zu einem der Besten der Welt erklärt.

  • Leipzigs Dayot Upamecano (r) machte gegen Atlético Madrid ein ganz starkes Spiel. Foto: Miguel A. Lopes/POOL EPA/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leipzigs Dayot Upamecano (r) machte gegen Atlético Madrid ein ganz starkes Spiel. Foto: Miguel A. Lopes/POOL EPA/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Luis Figo und Gary Lineker waren wahrscheinlich einfach nur froh, dass sie gegen einen Brocken wie Dayot Upamecano nicht selbst spielen mussten.

Die großen Idole vergangene Tage aus Portugal und England staunen wie ganz Fußball-Europa über den Auftritt des Leipziger Abwehrchefs beim Königsklassen-Blitzturnier. «Kopf und Schultern über allen anderen auf dem Platz», schrieb Lineker in seinem Lieblingskanal Twitter und prophezeite dem 21 Jahre alten Franzosen eine «riesige Zukunft». Figo meinte: «Ein großartiger junger Spieler», nachdem er Upamecano beim 2:1 gegen Atlétcio Madrid in seinem Heimatstadion José Alvalade in Lissabon gesehen hatte. Drei applaudierende Hände führte er als Symbole des Respekts an.

Auch aus dem eigenen Team wurde «Upa» nach dem besten Spiel seiner jungen Karriere mit Lobeshymnen überhäuft. Bei Instagram antwortete er so cool wie seine Spielweise: «Hey, was habt ihr erwartet». Auf dem dazugestellten Foto läuft ihm ein hilfloser Diego Costa vergeblich hinterher. RB-Coach Julian Nagelsmann hatte dieses Duell als Symbol für den Leipziger Sieg ausgemacht.

«Die erste Situation war ein Kopfball-Duell gegen Costa, wo er ihn weggecheckt hat. Da lag Costa am Boden, hat sofort lamentiert, Upa hat eine kleine Geste gemacht, er möge doch bitte weiterspielen, das ist Fußball, da waren die Claims ein wenig abgesteckt nach 15 Sekunden, das war ein sehr gutes Signal», sagte Nagelsmann.

Die nächste Champions-League-Aufgabe wird für Leipzig wie Upamecano nun ungleich schwerer. Neymar und Landsmann Kylian Mbappé warten am Dienstag (21.00 Uhr/Sky und DAZN) mit Paris Saint-Germain im Estádio da Luz im Halbfinale. Der brasilianische Superstar und der französische Landsmann und Weltmeister dürften zumindest vorgewarnt sein, welcher Hüne sie am RB-Strafraum erwartet.

«Wahrscheinlich hat ihn das motiviert, dass ich ihn ein Biest genannt habe. Heute war er tatsächlich ein Biest, war von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert. Er hat sonst immer mal eine Situation, wo er einen kleinen Leichtsinnsfehler drin hat, das hat er heute gar nicht gehabt», sagte Nagelsmann.

Auch Upamecano hatte der Trainer im Kopf, als er von der Wandlung im Vergleich zu manchen Bundesliga-Spielen im Saisonendspurt sprach. Als Wintermeister verspielte RB durch viele Unentschieden erst die Titelchance endgültig und musste Borussia Dortmund noch Platz zwei überlassen. «Da war ich nicht glücklich über die Art und Weise», sagte Nagelsmann. Auch der junge Franzose wirkte in der Phase fahrig.

Die Parallelen zum mittlerweile nach Chelsea abgewanderten Timo Werner aus dem Sommer 2019 sind augenscheinlich. Wie damals der Topstürmer blüht Upamecano wieder auf, nachdem seine Vertragssituation geklärt ist. Wie damals mit Werner verlängerte RB den Kontrakt mit dem europaweit umworbenen Verteidiger Ende Juli, um ihn im kommenden Sommer nicht ablösefrei zu verlieren. Im neuen Kontrakt bis 2023 ist dafür eine auf angeblich knapp unter 50 Millionen Euro festgeschriebene Ablöse eingetragen.

Diesen Betrag würde mancher Club trotz Corona-Krise sofort überweisen. Schon im Vorjahr wollte der FC Arsenal zehn Millionen Euro mehr zahlen, blitzte aber ab. Auch beim FC Bayern soll Upamecano weit oben auf der Liste stehen. «Ich habe ihm gesagt, dass er einer der höchst gerankten Verteidiger ist und in die absolute Weltspitze kommen soll», sagte Nagelsmann.

Der Abwehr-Hüne ist eines der vielen Produkte des RB-Konzepts, das nach dem Atlético-Spiel nun auch europaweit diskutiert wird. Von Ralf Rangnick als 16-Jähriger beim FC Valenciennes entdeckt, wurde er zur Entwicklung zu Red Bull Salzburg und dort zum Farmteam FC Liefering in die Provinz geschickt. Eineinhalb Jahre später wurde er für reif befunden, nach Leipzig zu kommen.

© dpa-infocom, dpa:200815-99-178973/2

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