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Gegenwind für Nagelsmann - Coach sieht «keinen Abwärtstrend»

03.10.2019 - Vorne pfui, hinten pfui - Leipzig scheitert gegen Lyon am eigenen Unvermögen und steht nach der zweiten Niederlage nacheinander unter Druck. Der Trainer sieht jedoch Fortschritte, lässt Kritik abperlen.

  • Das Team von Trainer Julian Nagelsmann verlor zuletzt zweimal. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Team von Trainer Julian Nagelsmann verlor zuletzt zweimal. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Leipziger um Nordi Mukiele kassieren derzeit zu viele Gegentore. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Leipziger um Nordi Mukiele kassieren derzeit zu viele Gegentore. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wochenlang ging es für Julian Nagelsmann und seine Himmelsstürmer nur nach oben, jetzt steht die junge Mannschaft von RB Leipzig nach zwei Pleiten in Folge erstmals voll im Wind.

Mit fatalen Abwehrfehlern und teilweise irrwitzig vergebenen Großchancen besiegte sich Leipzig beim 0:2 (0:1) in der Champions League gegen Olympique Lyon selbst. Deshalb ist in der Fußball-Bundesliga am Samstag bei Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/Sky) bereits Druck auf dem Kessel.

«Ich will es nicht größer machen, als es ist. Aber zwei Spiele hintereinander zu verlieren, ist nicht gut. Auch wie wir es verloren haben, ist nicht gut. Wir müssen jetzt den Akku wieder aufladen und nach vorn schauen. Wir haben keine Alternative», sagte Emil Forsberg. Der schwedische Spielgestalter saß nach einer mäßigen Vorstellung beim 1:3 gegen Schalke gegen Lyon zunächst nur auf der Bank, gab dem Spiel nach seiner Einwechslung nur wenig Impulse.

Die nächste Pleite ließ sich jedoch keineswegs an Forsberg festmachen. Vielmehr am Heimkomplex von Timo Werner, der trotz zweier Großchancen in der Königsklasse weiter torlos in der Red Bull Arena blieb. Und natürlich an den beiden folgenschweren Fehlern von Dayot Upamecano und Nordi Mukiele in der letzten Reihe, die zu den Gegentoren durch Memphis Depay (11.) und Martin Terrier (65.) führten.

Trainer Nagelsmann sah dennoch ein «gutes Spiel mit viel Power und Leidenschaft». Er sehe das «nicht so dunkel. Jetzt haben wir ein schweres Auswärtsspiel in Leverkusen, da brauchen wir uns nichts vormachen. Aber auch da wollen wir gewinnen und trotz der Mini-Ergebniskrise erfolgreich sein», sagte der 32-Jährige.

Man kann Nagelsmann zugute halten, dass er in der starken Anfangsphase der Saison immer wieder vor Rückschlägen gewarnt hat. Die Entwicklung sei gut, aber noch lange nicht abgeschlossen. Das Spiel gegen Lyon wertete der Trainer als Fortschritt - was nicht jeder der über 40.000 Fans im Stadion so gesehen haben dürfte.

«In fast allen Spielen hatten wir die wichtigen Momente auf unserer Seite. Das war gegen Lyon nicht so. Es ist für mich kein Abwärtstrend. Ich sehe da eher ein Effizienzproblem», betonte Nagelsmann. Allerdings fällt auf, dass RB sowohl gegen Schalke (65 Prozent) als auch gegen Lyon (55 Prozent) mit dem Übergewicht an Ballbesitz wenig anzufangen wusste. Das bemängelte auch Forsberg: «Wir müssen mehr Präzision ins Spiel bekommen. Im Moment läuft es nicht.»

Zu allem Überfluss wackelt auch noch das Prunkstück. Die Abwehr war in der vergangenen Saison die beste der Liga. Jetzt muss die Defensive für fünf Gegentore in zwei Spielen geradestehen. «Wenn man die fünf Tore sieht, dann waren viele individuelle Fehler dabei», erklärt Torwart Peter Gulacsi: «Das haben wir in der vergangenen Saison selten gemacht. Das müssen wir abstellen, sonst kann man auf dem Niveau keine Spiele gewinnen.»

Zusätzlich wurd RB nun auch noch vom Verletzungspech erwischt. Denn Innenverteidiger Ibrahima Konaté fällt zwei bis drei Wochen aus. Der Franzose zog sich gegen Lyon einen Muskelfaserriss im rechten Hüftbeuger mit, wie der Club am Donnerstag mitteilte.

Doch in Leverkusen dürften Leipzig zwei Faktoren gelegen kommen. Zum einen ist Bayer eine Mannschaft, die selbst gern den Ball hat. So kann RB auf sein Umschaltspiel setzen. Außerdem waren die Reisen ins Rheinland stets erfolgreich, in drei Spielen gab es zwei Siege und ein Unentschieden.

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