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Reifeprüfung für wiedererstarkten BVB

23.10.2018 - Offensivkraft gegen Defensivkunst - das Duell zwischen dem BVB und Atlético Madrid wird zum Duell der Gegensätze. Nach zuletzt berauschenden Vorstellungen mit vielen Toren steht für den Bundesliga-Tabellenführer die bisher größte Herausforderung an.

  • BVB-Trainer Lucien Favre hofft auf den Einsatz von Paco Alcácer. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    BVB-Trainer Lucien Favre hofft auf den Einsatz von Paco Alcácer. Foto: Bernd Thissen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Bundesliga auf Wolke sieben, in der Champions League auf gutem Kurs. Bei Borussia Dortmund ist nach längerer Tristesse die Euphorie vergangener Tage zurück.

«Das BVB-Gefühl ist wieder komplett da», schwärmte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke voller Vorfreude auf die erste Reifeprüfung der noch jungen Saison. Im Heimspiel gegen das europäische Schwergewicht Atlético Madrid am Mittwoch will der seit elf Pflichtspielen ungeschlagene Revierclub den Trend bestätigen und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale tun. «Das wird eine knifflige Aufgabe. Jeder von uns brennt», sagte Angreifer Maximilian Philipp.

Nach dem blamablen Gruppen-Aus in der vorigen Saison, als das Team ohne Sieg blieb und sich den Unmut der Fans zuzog, verbreitet der BVB in der Königsklasse wieder Festtagsstimmung. Erfolge über den FC Brügge (1:0) und AS Monaco (3:0) ebneten den Weg an die Tabellenspitze der Gruppe A vor dem punktgleichen Team aus Spanien. Das stärkt Kapitän Marco Reus in seiner Einschätzung, dass die Borussia auch gegen den Finalisten von 2014 und 2016 um den französischen Weltmeister Antoine Griezmann bestehen kann: «Wenn wir das Selbstvertrauen mitnehmen, traue ich uns einiges zu. Es wird ein echter Gradmesser.»

Sportdirektor Michael Zorc machte aus seiner großen Wertschätzung für den Gegner keinen Hehl und warnte in der «Bild» vor zuviel Hurra-Stimmung: «Es ist schön, dass wir gerade von allen Seiten gelobt werden, und wir können es auch genießen. Aber wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, uns in Ekstase zu jubeln.» Ähnlich respektvoll äußerte sich Lucien Favre. Nach Einschätzung des BVB-Trainers ist «Atlético eines der besten Teams in Europa».

Nicht zuletzt deshalb wäre vermessen, eine ähnliche Torflut wie in den vergangenen Bundesliga-Partien gegen Nürnberg (7:0), Leverkusen (4:2), Augsburg (4:3) und Stuttgart (4:0) zu erwarten. Schließlich ist das Team des charismatischen Trainers Diego Simeone seit Jahren für seine Abwehrstärke bekannt und stellt derzeit mit nur fünf Gegentoren in neun Partien die stärkste Defensive der Primera División. Zudem hat der amtierende Europa-League-Sieger nur eine der vergangenen 16 Partien auf internationaler Bühne verloren. «Es wird wichtig sein, Geduld zu haben. Atlético kann extrem gut verteidigen. Wir werden nur wenig Torchancen bekommen», orakelte Reus.

Paco Alcácer könnte der Borussia helfen, das Bollwerk zu knacken. Noch ist jedoch ungewiss, ob der in Stuttgart aufgrund einer Oberschenkelverhärtung zur Halbzeit ausgewechselte Spanier zur Verfügung steht. «Wir wissen noch nicht, wir werden sehen», antwortete Favre auf die Frage nach dessen Einsatzchance. Beim Abschlusstraining der Borussia wenige Stunden später fehlte der Torgarant der vergangenen Tage.

Nach seinem vielbeachteten Einstand mit sieben Bundesligatoren in nur 126 Minuten gilt es beim BVB als ausgemachte Sache, beim Leihspieler aus Barcelona die Kaufoption zu ziehen und ihn für 23 Millionen Euro plus möglicher Bonuszahlungen von fünf Millionen Euro fest zu verpflichten. «Wir werden das in Ruhe besprechen. Das muss man nicht jetzt in den Englischen Wochen und aus der Euphorie heraus machen», sagte Watzke den «Ruhr Nachrichten».

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Diallo, Zagadou, Hakimi - Witsel, Delaney - Pulisic, Reus, Sancho - Philipp

Atlético Madrid: Oblak - Juanfran, Godin, Savic, Filipe Luis - Rodrigo, Saul Niguez - Koke, Lemar - Griezmann, Diego Costa

Schiedsrichter: Taylor (England)