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UN-Chef warnt vor Mutation - Chinas Parteichef vor Spaltung

25.01.2021 - Das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums steht unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. UN-Generalsekretär António Guterres dringt auf Eile bei den Impfstoffen, der US-Corona-Experte Anthony Fauci berichtet aus seinem Land und Chinas Xi Jinping warnt vor Spaltung.

  • «Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen. Wir müssen schnell handeln», sagt der per Video zugeschaltete UN-Generalsekretär António Guterres. Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa © dpa - Deutsche...

    «Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen. Wir müssen schnell handeln», sagt der per Video zugeschaltete UN-Generalsekretär António Guterres. Foto: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

UN-Generalsekretär António Guterres hat zur Eile bei der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen aufgerufen.

«Wenn die Industrieländer glauben, dass sie in Sicherheit sind, wenn sie ihre eigenen Leute impfen und dabei die Entwicklungsländer vernachlässigen, liegen sie falsch», sagte Guterres in einer Videorede beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF). «Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen, die das Virus übertragbarer oder tödlicher oder resistenter gegen vorhandene Impfstoffe machen. Wir müssen schnell handeln.»

Die weltweiten Produktionskapazitäten der Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müssten massiv ausgebaut werden und Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, forderte Guterres weiter. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Impfstoffe auch in ärmeren Teilen der Erde erschwinglich sind. «Impfstoffe müssen als globale öffentliche Güter angesehen werden», sagte der UN-Chef und warb für eine bessere Finanzierung der internationalen Corona-Impfinitiative Covax.

Der renommierte US-Corona-Experte Anthony Fauci berichtete von der schwierigen Corona-Situation in seinem Land: «Es ist extrem problematisch, sich mit einer Krise der öffentlichen Gesundheit zu befassen, wenn sich das Land mitten in einer Spaltung befindet», sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID). «Wenn Fragen der öffentlichen Gesundheit politisch aufgeladen werden - wenn das Tragen einer Maske ein politisches Statement ist - dann können Sie sich nicht vorstellen, wie schädlich das für eine öffentliche Gesundheitsbotschaft ist.»

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sprach sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen seinem Land und den USA oder Europa für mehr internationale Kooperation und freien Welthandel aus. Die Probleme der Welt könnten von keinem Land alleine gelöst werden, sagte Xi Jinping am Montag in einer Videorede zur Eröffnung des virtuellen Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (WEF).

Kleine Bündnisse zu bilden, werde die Welt nur weiter spalten. Ohne konkret auf die Vielzahl neu verhängter Sanktionen der USA gegen China einzugehen, warnte Xi Jinping eher allgemein davor, andere Länder zu bedrohen oder Sanktionen zu verhängen, eine Entkopplung der Volkswirtschaften oder Unterbrechung von Lieferketten einzuleiten. Auch dürfe Außenhandelspolitik nicht zu Lasten anderer Länder gehen. Ungeachtet der Kritik an anhaltenden Marktbarrieren in China sicherte Xi Jinping erneut zu, dass sich China weiter öffnen wolle.

Es war nach 2017 der zweite Auftritt des chinesischen Präsidenten auf dem Jahrestreffen. Damals hatte Xi Jinping nach der Amtseinführung von Donald Trump das Treffen genutzt, um sich im Gegensatz zu dem damals neuen US-Präsidenten und dessen Protektionismus als Vorreiter des freien Welthandels zu präsentieren.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ging in einer Talkrunde von einem veränderten Standpunkt der USA zu offenen Märkten und Multilateralismus aus. Dies sei in den Debatten mit den USA für vier Jahre etwas sehr Umstrittenes gewesen. Mit Blick auf die neue US-Regierung unter Joe Biden sagte der CDU-Politiker: «Jetzt sollten wir ihnen eine Chance geben, ihre Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern auch zu implementieren.»

Das traditionelle Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums findet wegen der Corona-Pandemie erstmals online und nicht im schweizerischen Davos statt. Bis zum Freitag werden dabei Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Online-Runden über aktuelle Herausforderungen wie die Pandemie und den Klimawandel diskutieren. Ein tatsächliches Treffen will das Weltwirtschaftsforum in diesem Jahr aber auch noch ausrichten: Ende Mai sollen Wirtschaftslenker, Spitzenpolitiker und Gesellschaftsvertreter in Singapur zusammenkommen.

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