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«Kiss Me Kosher»: Über eine ungewöhnliche Liebe

07.09.2020 - Was passiert, wenn eine Israelin und eine Deutsche heiraten wollen? Um diese Frage dreht sich eine neue Culture-Clash-Komödie.

  • Maria (Luise Wolfram, l) und Shira (Moran Rosenblatt) verlieben sich ineinander. Foto: Nati Levi/X Verleih/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Maria (Luise Wolfram, l) und Shira (Moran Rosenblatt) verlieben sich ineinander. Foto: Nati Levi/X Verleih/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Komödien über deutsch-israelische Befindlichkeiten sind naturgemäß immer eine Gratwanderung. Wie man aus den schwierigen Beziehungen komödiantische Funken schlagen kann, bewies die Regisseurin Julia von Heinz, deren neuer Film übrigens im Wettbewerb von Venedig läuft, bereits vor einigen Jahren mit ihrer schlagfertigen Komödie «Hannas Reise». Vom Schwung und Witz dieses Israel-Trips ist «Kiss Me Kosher» nun aber trotz einiger gelungener Szenen ein weites Stück entfernt.

Viel zu brav und betulich erzählt die Regisseurin und Drehbuchautorin Shirel Peleg ihre Lovestory zweier Frauen, die für Aufregung bei ihren Familien sorgt. Die israelische Barbesitzerin Shira (Moran Rosenblatt) und die deutsche Biologin Maria (Luise Wolfram) sind schwer ineinander verliebt. Als dann noch das Gerücht aufkommt, die beiden wollten heiraten, geht der Schlamassel los. Shiras bärbeißige Großmutter Berta (Rivka Michaeli) ist entsetzt, dabei pflegt sie selbst ein nicht ganz koscheres Verhältnis zu einem palästinensischen Arzt. Zu allem Überfluss beschließen Marias supertolerante 68er-Eltern aus Stuttgart, gespielt von Juliane Köhler und Bernhard Schütz, ebenfalls nach Jerusalem zu reisen. Aber riskant wird es nicht, peinlich nur selten.

Etwas bissiger und vielleicht auch politisch unkorrekter hätte «Kiss Me Kosher» schon ausfallen können. Viel zu schnell lösen sich die Konfliktlinien wieder auf. Da hilft es auch nichts, dass der Film Themen wie den Holocaust oder die Besatzungspolitik pflichtbewusst abhakt. Am Ende wird Hochzeit gefeiert, aber man darf nicht verraten, wer sich da bindet. Immerhin gibt es noch eine pointierte Szene: Auf der Feier knallt es, alle schmeißen sich zu Boden, und stellen sich die bange Frage: Sektkorken oder Bombe? Von diesen leider typischen Nahost-Momenten hätten wir gerne mehr gesehen.

- Kiss Me Kosher, Israel, Deutschland 2020, 101 Min., FSK ab 12, von Shirel Peleg, mit Moran Rosenblatt, Luise Wolfram, Rivka Michaeli, Juliane Köhler.

© dpa-infocom, dpa:200903-99-413062/4

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