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Sportrichter: Proteste von Spielern mit «Augenmaß» behandeln

02.06.2020 - Die Fußballprofis, die am Wochenende in der Bundesliga öffentlich gegen Rassismus protestierten, haben offenbar nicht mit strengen Strafen zu rechnen.

  • Hans E. Lorenz, Vorsitzender des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hans E. Lorenz, Vorsitzender des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass der Kontrollausschuss das Thema mit Besonnenheit und Augenmaß behandeln wird», sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher gab es in solchen Fällen in Deutschland auch keine Sperren oder hohe Geldstrafen. «In der Vergangenheit war es üblicherweise so, dass die betroffenen Spieler vom Kontrollausschuss ermahnt wurden», sagte der 69 Jahre alte Lorenz. Die Fälle könnten theoretisch vor dem DFB-Sportgericht landen, zunächst einmal befasst sich aber der Kontrollausschuss unter dem Vorsitz von Anton Nachreiner damit.

In den Regeln des Deutschen Fußball-Bundes heißt es unter anderem, dass die Spieler keine Unterwäsche mit «politischen, religiösen oder persönlichen Slogans» zeigen dürfen. Am vergangenen Bundesliga-Spieltag hatten durch verschiedene Aktionen und Gesten die Profis Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach auf dem Rasen gegen den gewaltsamen Tod von Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA protestiert.

2014 gab es ähnliche Proteste durch den damaligen Kölner Anthony Ujah, der eine Ermahnung vom DFB erhielt. Verbandspräsident Fritz Keller hatte Verständnis und «großen Respekt» für die Aktionen vom Wochenende geäußert. «Ob und welche Sanktionen die Solidaritätsbekundungen der Spieler nach sich ziehen werden, muss der DFB-Kontrollausschuss klären», hieß es vom Verband weiter. Es solle festgestellt werden, «ob das Spiel und das Spielfeld der richtige Ort für diese Handlungen sind», sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch.

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