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Gamerdingers Fußball-Kolummne

15.04.2019 - Für Fußballanhänger, die auf europäischer Ebene vornehmlich den deutschen Klubs die Daumen drücken, ist der Terminkalender unter der Woche ja wieder deutlich freier geworden. Aber das ist nicht der einzige positive Effekt. All diejenigen nämlich, die bisher ihren Fokus nicht so auf die Frankfurter Eintracht gerichtet hatten, konnten am Donnerstag vortrefflich nachvollziehen, warum die Hessen bis dato eine überragende Saison spielen. Übrigens ähnlich überragend wie die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren bei Borussia Mönchengladbach, auch wenn die Eintracht - wie fast erwartet - gestern gegen Augsburg den Kürzeren zog.

  • Max Eberl (l.) hält bei Borussia Mönchengladbach alle Zügel in der Hand und trifft in der Trainerfrage auch schon mal unpopuläre Entscheidungen. © picture alliance / dpa / firo Sportphoto / augenklick / Sebastian...

    Max Eberl (l.) hält bei Borussia Mönchengladbach alle Zügel in der Hand und trifft in der Trainerfrage auch schon mal unpopuläre Entscheidungen. © picture alliance / dpa / firo Sportphoto / augenklick / Sebastian El-Saqqa

Das 1:3 gegen Augsburgs Neu-Trainer Martin Schmidt lag natürlich an dem Kraftakt vom vergangenen Donnerstag, als das Team - quasi aussichtslos bei Benfica Lissabon zurückliegend und seit der 20.Minute in Unterzahl spielend - zwar keinen „magischen Moment“ wie beim 1:0-Sieg in Mailand herbeizauberte, aber mit einer imposanten Energieleistung und mutigem Offensiv-Spiel immerhin noch den „Hoffnungstreffer“ zum 2:4 erzielte. „Wir müssen ein Tor schießen und dann werden wir sehen, wie Benfica reagiert“, gab der Schweizer Gelson Fernandes nach dem Spiel bereits den Plan für das Rückspiel vor. „Jeder kann sich auf Donnerstag freuen, denn wir können es noch schaffen und es wird jede Menge los sein“, ergänzte Torhüter Kevin Trapp voller Optimismus. Auch der glänzende Sebastian Rode spricht von einer „guten Ausgangsposition“ – und das völlig zu Recht: Die vergangenen sechs Europapokal-Duelle in K.-o.-Runden zwischen deutschen und portugiesischen Mannschaften gewann am Ende immer der Bundesliga-Klub. Ein gutes Omen!

Zukunftspläne

Szenenwechsel: Auch wenn Borussia Mönchengladbach auf europäischer Ebene schon länger nicht mehr für so viel Furore gesorgt hat wie aktuell die Frankfurter, so könnte der Weg der Eintracht ähnlich dem Gladbacher Weg sein. Und dafür steht am Bökelberg genau ein Name: Sportdirektor Max Eberl. Der hat nicht nur große Kontinuität und damit auch Stabilität geschaffen, sondern pünktlich zum zehnjährigen Dienstjubiläum weitere große Pläne „ausgeheckt“, um die Borussen fit für die Zukunft zu machen. Nicht mehr dabei sein wird ab Sommer Coach Dieter Hecking. Auch wenn Eberl am Samstagabend bei den Kollegen im ZDF-Sportstudio nicht müde wurde, seinen Noch-Trainer über den grünen Klee (weg) zu loben, ist der Schritt für mich absolut nachvollziehbar.

Next steps

Eberl will den Verein nämlich nicht nur infrastrukturell vorantreiben, sondern auch sportlich die „next steps“ einleiten. Meiner Meinung nach ist mit Ende dieser Saison auch genau der richtige Zeitpunkt dafür, denn die Gladbacher werden sich mindestens für die Europa League qualifizieren, was Dieter Hecking einen ehrenwerten Abschied verschaffen wird. Das dient der Wertschätzung für die geleistete Arbeit und ist Gesicht wahrend. Nachvollziehbar empfinde ich den Wechselplan des Sportdirektors aber vor allem, weil sich die Mannschaft in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten nicht mehr spürbar weiterentwickelt hat – im Gegensatz zum gesamten Umfeld!

Bausteine

Direkt gegenüber dem Stadion ist nicht nur ein neues Nachwuchsinternat sondern auch noch ein Themen-Hotel entstanden, das im Bundesligabereich seinesgleichen sucht. Die Zimmer implizieren designmäßig die Erfolge des Klubs, und hinaus blickend schauen die Gäste auf den Borussia-Park oder den Nachwuchs-Teams beim Training zu. Zudem sind der Rehabereich und der Fanshop integriert. Und auch ein Vereinsmuseum, in Größe und Optik äußerst beeindruckend, soll demnächst eröffnet werden. Auch Pläne für ein neues Profi-Leistungszentrun hat der Sportdirektor bereits vorliegen. Trainer, Spieler und medizinischer Stab sollen hier Top-Bedingungen erhalten. Zudem hält die Borussia als einer der wenigen Bundesligaklubs die Namensrechte am Stadion selbst. Die Arena gehört ab 2036 zu 100 Prozent dem Verein – Respekt, Herr Eberl! 

Lebenswerk

Es ist ohne Zweifel sein ganz persönliches Lebenswerk, auch wenn der Sportdirektor natürlich nicht ganz allein daran beteiligt ist. Infrastrukturell sind alle Stellschrauben gedreht. Es fehlt lediglich noch der ganz große sportliche Glanz, der nach Mönchengladbach (endlich) zurückkehren soll. Die ehemaligen „Fohlen“ lassen grüßen! Vor knapp 20 Jahren unterschrieb Eberl seinen ersten Spielervertrag am Bökelberg. Der Verein stand damals kurz vor dem wirtschaftlichen Aus. Heute steht sein Schreibtischstuhl inmitten von „blühenden Landschaften“., von denen er sich im Tagesgeschäft aber nicht blenden lässt. Das zuletzt stark kursierende Gerücht, Max Kruse würde nach Mönchengladbach zurückkehren, schaffte „ME“ gewohnt gradlinig und süffisant mit den Worten aus der Welt: „Natürlich werde ich Max anrufen, aber nur, um ihm Glückwünsche für seine gute Saison zu überbringen.“ Well done! Und Kruse kann sich nun in Ruhe darauf konzentrieren, über Ostern die Werder-Festspiele gegen den FC Bayern einzuläuten.

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