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Testspiele ohne Mehrwert

26.03.2018 - Hatten Sie, so aus Sicht eines fußballbegeisterten Menschen, am vergangenen Wochenende auch dieses merkwürdige Gefühl der Leere. So, als würde etwas fehlen. So, als würde ein mega-spannender Thriller von ständigen Werbeunterbrechungen völlig seiner Spannung beraubt? Na prima, dann bin ich ja nicht allein auf kaltem Bundesliga-Entzug gewesen.

  • Bitte Abstand halten: Torschütze Thomas Müller (l.) konnte locker durchs Mittelfeld marschieren. Bei einer WM hätte ihn Sergio Ramos (r.) wohl längst in die Waagerechte gegrätscht...   - Foto: Federico Gambarini...

    Bitte Abstand halten: Torschütze Thomas Müller (l.) konnte locker durchs Mittelfeld marschieren. Bei einer WM hätte ihn Sergio Ramos (r.) wohl längst in die Waagerechte gegrätscht... - Foto: Federico Gambarini © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Hauptaufgabe von Mesut Özil war, das neue Ausweichtrikot (ab soundsoviel Euro im DFB-Shop...) zu präsentieren. Daneben zeigte er mal wieder, welch eine feine Technik und Übersicht er hat – Foto: Mika Volkmann © dpa...

    Die Hauptaufgabe von Mesut Özil war, das neue Ausweichtrikot (ab soundsoviel Euro im DFB-Shop...) zu präsentieren. Daneben zeigte er mal wieder, welch eine feine Technik und Übersicht er hat – Foto: Mika Volkmann © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nach dem Tempo-Auftritt gegen Spanien hat Timo Werner (o.) sein WM-Ticket quasi sicher. Bleibt nur die Frage, welcher Stoß-Stürmer mit ihm mitfährt: Mario Gomez oder Sandro Wagner? - Foto: Pressefoto ULMER/Markus Ulmer...

    Nach dem Tempo-Auftritt gegen Spanien hat Timo Werner (o.) sein WM-Ticket quasi sicher. Bleibt nur die Frage, welcher Stoß-Stürmer mit ihm mitfährt: Mario Gomez oder Sandro Wagner? - Foto: Pressefoto ULMER/Markus Ulmer © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Bundestrainer Joachim Löw (o.) hatte einen undankbaren Job: Einerseits musste er das Spiel schön reden, andererseits sammelte er kaum neue Erkenntnisse. Aber wenigstens konnte er diverse Sponsorentermine abarbeiten und das neue...

    Bundestrainer Joachim Löw (o.) hatte einen undankbaren Job: Einerseits musste er das Spiel schön reden, andererseits sammelte er kaum neue Erkenntnisse. Aber wenigstens konnte er diverse Sponsorentermine abarbeiten und das neue DFB-Motto präsentieren – Foto: Christian Charisius © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vom Gefühl her war ich bereits am Freitagabend, wohlwissend um die anstehende Bundesliga-, oder wie sie ja offiziell genannt wird: Länderspiel-Pause, komplett auf „Fussi-Turkey“. Klar, es gab natürlich reichlich Amateurfußballspiele in meinem örtlichen Dunstkreis, aber so ein ganzes Wochenende ohne Bundesliga – und das, wo beide Ligen gerade ins Saison-Finale eingebogen sind – ist für einen wie mich schon schwer zu verkraften!

Beim Testspiel hängen geblieben

Und noch schwerer wird es, wenn Sie sich selbst ein „Länder-Testspiel-Verbot“ auferlegt haben und Ihnen zudem mal so richtig langweilig ist. Die Frau ist ausgeflogen zu einem feudalen Betriebsessen, beim Nachwuchs (außer in „wirtschaftlichen“ Belangen) sind Sie bereits komplett in Vergessenheit geraten und Freunde (ironisches Zitat eines ehemaligen solchen: „Freunde ist was für Schwache“) haben mit sich selbst mehr als genug zu tun. Und dann sitzen (na gut: liegen!) Sie da auf dem heimischen Sofa so nutzlos rum und zappen sich genauso willenlos durch die vielfältige Programmwelt. Plötzlich passiert es doch: Deutschland gegen Spanien, der Weltmeister gegen die Ex-Tici-Taca-Champions. Da habe ich mannhaft alle guten Vorsätze über Bord geworfen, mir ein alkoholfreies Bier (so ein Spiel musst Du mit klarem Blick genießen!) aus dem spärlich gefüllten Kühlschrank geholt und in Jogginghose und Schlabber-Shirt meine Sofaposition auf „sitzen“ verändert.

Schaulaufen für Trendfrisuren

Als guter Journalist habe ich natürlich immer Block und Stift in der Nähe, um spontan Notizen für diesen Blog machen zu können. Vornehmlich, weil die obere „Gedankenstube“ an Verlässlichkeit nachgelassen hat. Wir sind halt auch keine Freunde mehr… . Und, wissen Sie was: All meine Vorurteile gegen Länderspiel-Tests wurden in den knapp 90 Minuten bestätigt. Zeitweise hatte ich das Gefühl, das Endspiel der Futsal-Weltmeisterschaft zu sehen. Gut ausgebildete junge Körper, geschmückt von den stylischten Trendfrisuren ever, behandelten sich genauso respektvoll wie den Ball. Man kennt sich, man schätzt sich! Dass Fußball auf dem Niveau jemals so körperlos gespielt werden könnte, hätte ich jedoch nicht für möglich gehalten. Die Akteure toppten doch alles vorher dagewesene, oder?

Körperloses ohne Aussagekraft

Da wurde quasi der „Nicht-Angriffspakt“, bekannter auch als „Die Schande von Gijon“,  bei der Weltmeisterschaft  1982 in Spanien zwischen Deutschland und Österreich ja quasi ad absurdum geführt. Eine Augenweide, wie technisch brilliant und versiert die Protagonisten das Runde versuchten ins Eckige zu bugsieren. Da waren Ballstafetten vor dem jeweils gegnerischen Strafraum zu sehen, die Ballett-Lehrerinnen und –Lehrer mit der Zunge schnalzen ließen. Schön für die Zuschauer – schlecht für den Bundestrainer und die abstellenden Vereine, denn eine Aussagekraft bezüglich der Leistungsfähigkeit und taktischen Ausrichtung im Ernstfall WM“ hatte die Partie so gar nicht – auch wenn der Bundes-Jogi etwas anderes verlauten ließ.

Unnötige Belastung

Testspiele der Nationalmannschaft zu diesem Zeitpunkt der Saison anzusetzen, zu dem es um internationale wie nationale Trophäen und Abstiege geht, die Spieler von ihren Klubs dringend mit 100% Kraft und Konzentration benötigt werden, macht wenig Sinn, weil die Erkenntnisse gleich null sind und im Zweifel eine unnötige zusätzliche Belastung für die Akteure darstellen, was wiederum das Verletzungsrisiko steigert. Um dem aus dem Weg zu gehen, geht man sich dann eben auf dem Feld aus dem Weg – so wie am Freitag: „Tust Du mir nichts, tue ich Dir nichts!“

Ach so: Der DFB verzeichnete mit dem Spiel geschätze Einnahmen von 8,5 Millionen Euro. Dann ging es ja doch um 'was... Und am Dienstag dann der Klassiker gegen Brasilien in Berlin.

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