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Gamerdingers Fußball-Kolumne

02.07.2019 - Die Hoffnung soll ja laut eines bekannten Sprichwortes immer noch zuletzt sterben. Für die Frauen-Nationalmannschaft ist das Ende und das Ableben jener Hoffnung bereits im WM-Viertelfinale in Frankreich bittere Realität geworden. Wie eine solch bittere „Pille“ des eher frühen Scheiterns bei einer Weltmeisterschaft schmeckt, wissen die männlichen Pendants der A-Mannschaft ja seit dem Vorjahr nur zu gut. Doppelt bitter ist die Pille, weil mit dem Ausscheiden auch die Olympia-Teilnahme verspielt wurde. Da hatten es Jogis Jungs besser, denn den Job hat der Nachwuchs erledigt – und zwar trotz Final-Niederlage mit Bravour!

  • Anführer und Spielführer: Jonathan Tah hatte großen Anteil daran, dass die U21-Mannschaft des DFB erneut das EM-Finale erreichte. Zuvor hatte sich der gebürtige Hamburger bereits mit Bayer Leverkusen für die...

    Anführer und Spielführer: Jonathan Tah hatte großen Anteil daran, dass die U21-Mannschaft des DFB erneut das EM-Finale erreichte. Zuvor hatte sich der gebürtige Hamburger bereits mit Bayer Leverkusen für die Champions League qualifiziert. © picture alliance / dpa / Emmanuele Ciancaglin / NurPhoto

Der Frauen-Riege um Bundestrainerin Martina Tecklenburg-Voss reichten dagegen zwei Tage längere Vorbereitungszeit vor dem Viertelfinale gegenüber den Schwedinnen nicht, die Abwehr (obgleich bis dahin ohne Gegentor) zu stabilisieren. Hier fehlte es gehörig an Souveränität. Unter Druck, der natürlich bis dahin überschaubar war, sah das nämlich nicht gerade glänzend aus. In jedem Spiel liefen die Gegnerinnen allein auf die herausragende Torhüterin Almuth Schult zu. Auch konnten offensichtliche spielerische Defizite nicht mehr aufgearbeitet werden. Und auch wenn die Statistik vor dem ewig jungen Duell gegen die Skandinavierinnen nicht gerade angsteinflößend war – für mehr Sicherheit und Ball-Ruhe hat sie nicht gesorgt. Das Ende ist bekannt: aus die Maus!

Entrüstung

Viel besser machten es die zeitweilig vor Spielfreude nur so aufblühende U21 um den wertgeschätzten Coach Stefan Kuntz, der – leicht entrüstet – ob seiner erfolgreichen Teamführung gleich mehrfach auf die Nachfolge des A-Bundestrainers angesprochen wurde. Aber so lange sein Nachname bei Einblendungen in der altehrwürdigen Tagesschau falsch geschrieben wird, fehlt es dem ehemaligen Stürmer wohl noch an Glanz für diese Position. Auch wenn das Finale der U21-Europameisterschaft (mal wieder) mit 1:2 gegen die ballsicheren und ebenso spielfreudigen Spanier verloren ging, haben die jungen Bengels viel Freude bereitet und mir zumindest die Lust am Profifußball ein Stück weit zurück gebracht. Was Spieler wie Jonathan Tah, Lukas Klostermann, Luca Waldschmidt, Benjamin Henrichs oder Maximilian Eggestein ablieferten, machte nicht nur Freude, sondern stimmt auch für die Zukunft des deutschen Fußballs zuversichtlich. Um den Nachwuchs in diesen U-Bereichen brauchen wir uns keine Sorgen machen! Bei den jüngeren allerdings wohl schon.

Abrüstung

Ein Thema, das beim deutschen Rekord- und Serienmeister FC Bayern München aber irgendwie nicht so richtig angekommen scheint. Wenn es um große Transfers für den Bundesligakader geht, ist den FCB-Verantwortlichen kaum etwas vorzuwerfen. Und dennoch musste  man auch in München erkennen, dass nicht alle Wunschtransfers realisierbar sind. Nicht ohne Grund brachte Toni Kross bei den Kollegen vom Deutschlandfunk das Problem auf den Punkt: „Sie könnten mich auch gar nicht mehr bezahlen!“

Aufrüstung

Und genau deshalb wollten die Macher des Rekordmeisters vorbauen und eröffneten vor zwei Jahren den neuen FCB-Fußball-Campus an der Säbener Straße. Dass dieser Campus mit seinen mehr als 30 Appartements und acht Spielfeldern aber kein Allheilmittel gegen die explodierenden Transfers sein würde, ahnte Uli Hoeneß offensichtlich bereits bei der Eröffnung – man achte auf die Wortwahl: „Vielleicht ist das die Antwort auf den Transferwahnsinn und die Gehaltsexplosionen!“ Klingt so, als hätte er das Nachwuchsproblem bei den Bayern bereits geahnt.

Perspektive

Zwar gelang es der U21-Mannschaft (FC Bayern II), in die 3. Liga aufzusteigen, aber danach lassen eines Rekordmeisters würdige Nachwuchserfolge weiterhin auf sich warten. Während die U19 lediglich auf Rang vier einlief, scheiterte die U17 im Halbfinale der deutschen Meisterschaft sang- und klanglos gegen den 1. FC Köln – und das trotz Trainer Miroslav Klose, der sich daraufhin intern weigerte, die U19 zu übernehmen. Dass seit David Alaba 2010 kein weiterer Spieler den Sprung in den Profikader mehr vollziehen konnte, ist bezeichnend für das „U“-Problem der Bayern. Zeiten, in denen Spieler wie Philipp Lahm, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger dem Bayern-Fundus entsprangen, gehören längst der Vergangenheit an. Wenn die Münchner den Hebel an der Stelle nicht wieder umlegen, werden sie künftig immer öfter in die Verlegenheit kommen, Transfers aufgrund des Volumens nicht mehr umsetzen zu können. Und dann droht international der Anschluss endgültig verloren zu gehen!

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