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DEB-Team verpasst Prestigeerfolg - Grundsatzdebatte zur DEL

09.11.2019 - Das junge deutsche Eishockey-Nationalteam verliert das zweite Spiel beim diesjährigen Deutschland Cup knapp gegen die Schweiz. Das Ergebnis ist DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel nicht so wichtig wie ein grundsätzliches Thema.

  • Marcel Noebels (l) kann sich im Kampf um den Puck gegen den Schweizer Marco Müller durchsetzen. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Marcel Noebels (l) kann sich im Kampf um den Puck gegen den Schweizer Marco Müller durchsetzen. Foto: Marcel Kusch/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem knapp verpassten Prestigeerfolg gegen die Schweiz zettelte der Deutsche Eishockey-Bund eine Grundsatzdebatte an.

Mit Vehemenz forderte DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel beim Deutschland Cup in Krefeld erneut, das erlaubte Ausländerkontingent in der Deutschen Eishockey Liga zu reduzieren. Seine klare Botschaft: Nur wenn deutsche Spieler bei ihren Clubs im Liga-Alltag wichtigere Rollen einnehmen, könne das deutsche Eishockey die ambitionierten Ziele in den nächsten Jahren erreichen.

Das sei die «logische Konsequenz», um die Anstrengungen der letzten Jahre zu unterstützen, argumentierte Schaidnagel am Samstag nach dem 3:4 nach Verlängerung gegen die Schweiz und verwies auf die Dringlichkeit dieses seit Jahren schwelenden Streitthemas. «Um dieses Thema müssen wir nun miteinander ringen und dieses Thema für die Zukunft angehen, um die Nachhaltigkeit des Erfolgs zu generieren.» Nach seinen Angaben laufen derzeit «konstruktive» Gespräche.

Die Vorstellung des DEB ist, dass das Ausländerkontingent in der DEL bis 2026 auf sechs Spieler verringert wird. Momentan dürfen die Clubs elf ausländische Profis im Kader haben, neun dürfen in einem Spiel eingesetzt werden. Die DEL argumentiert, dass deutsche Spieler teurer seien und die Kluft zwischen den Top-Clubs und den Vereinen mit geringerem Etat vergrößert werde. Das DEB-Konzept sieht vor, dass das Nationalteam ab 2026 ernsthaft um Medaillen mitspielen kann.

Ohne die meisten Olympia-Silbergewinner von 2018 und die meisten WM-Teilnehmer hatte das unerfahrene Team zuvor die Chance ausgelassen, nach dem 4:3 gegen Russland am Donnerstagabend auch den zweiten Auftritt beim Vier-Nationen-Turnier für sich zu entscheiden. Ein Gegentreffer von Pius Suter in letzter Sekunde der Overtime brachte die Entscheidung in einer lange zerfahrenen Partie.

«Es war ein gutes Eishockeyspiel. Ich bin zufrieden», bilanzierte Bundestrainer Toni Söderholm, auch wenn seine Mannschaft anfangs nicht das abgerufen habe, was besprochen war: «Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Das habe ich wahrscheinlich nicht genug erklärt.»

Die Slowakei ist am Sonntag (14.30 Uhr/MagentaSport) letzter deutscher Gegner bei dem Vier-Länder-Turnier. Die Partie ist bis zur unmittelbaren WM-Vorbereitung im April die einzige Gelegenheit für Spieler der zweiten Reihe, sich zu präsentieren. Für die Chance auf den ersten Deutschland-Cup-Titel seit 2015 muss der Gastgeber auf einen Ausrutscher der Eidgenossen gegen Russland (11.00 Uhr) hoffen.

Gegen die Schweizer waren die Treffer von Frederik Tiffels (4. Minute), Daniel Pietta (48.) und Daniel Fischbuch (51.) vor 6217 Zuschauern zu wenig. «Wir wollten gutes deutsches Eishockey rüberbringen und ich denke, in den ersten beiden Spielen hat man gutes deutsches Eishockey gesehen», sagte Kapitän Marco Nowak. Allerdings leistete sich das deutsche Team auch Fehler im Aufbauspiel und Nachlässigkeiten in der Defensive. Die Schweizer holten auch dank der Tore von Noah Rod (33.), Suter (42.) und Luca Fazzini (53.) in regulärer Spielzeit den zweiten Sieg.

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