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Gamerdingers Fußball-Kolumne

08.04.2019 - So ein Samstagabend ist ja nett: Man kann zum Beispiel ins Kino gehen, einen griechischen Abend im Akropolis verbringen oder mit einem guten Buch früh ins Bett gehen. Das alles wäre bestimmt spannender gewesen als diesen „Gipfel“ zu schauen. Es war höchstens der Gipfel der Unzulänglichkeiten, den die Borussia aus Dortmund da in München ablieferte. 0:5 – ich weiß gar nicht, ob schon mal ein Tabellenführer einer deutschen Profiliga so eine Niederlage kassiert hat... (Upps: Oh doch, und zwar sogar in dieser Saison: der Hamburger SV gegen Jahn Regensburg.) Ja, und auch den FC Bayern erwischte es schon mal als Spitzenreiter mit einem 0:5. Allerdings gerade mal 17 Stunden, nachdem sich Katsche Schwarzenbeck und Co. 1974 erstmals den Europapokal der Landesmeister geholt hatten.

  • Rekord: Mit nun 201 Treffern ist Robert Lewandowski (r., gegen Dan-Axel Zagadou) bester ausländischer Bundesliga-Torjäger aller Zeiten. Und so nebenbei fertigte der Pole auch seinen Ex-Klub Borussia Dortmund ab. © picture...

    Rekord: Mit nun 201 Treffern ist Robert Lewandowski (r., gegen Dan-Axel Zagadou) bester ausländischer Bundesliga-Torjäger aller Zeiten. Und so nebenbei fertigte der Pole auch seinen Ex-Klub Borussia Dortmund ab. © picture alliance / dpa / Martin Hangen

Endlich mal schöner Fußball 

Kommen wir aber zum Tagesgeschäft zurück: Hut ab vor diesem Gesicht des FC Bayern, das wir in dieser Saison viel zu selten gesehen haben. Das war wirklich schöner Fußball, den ich gern sehe – wenn ich auch sonst die Bayern nicht so gern sehe. Respekt haben sich besonders die „Ausgerechnet-Ex-Dortmunder“ Mats Hummels und Robert Lewandowski verdient, die zuletzt ja so gern öffentlich durch den Kakao gezogen wurden. Sie haben sich die anschließende Party im P1 – oder wo auch immer – absolut verdient. „Boah ey“!

Wichtig ist auf dem Platz

So schnell der Rekordmeister dieses Duell entschieden hat, so schnell sind wir mit diesem Thema eigentlich auch schon durch. Die Wahrheit liegt eben auf dem Platz, wie schon Otto Rehhagel wusste. Die momentane Dominanz erkennt jeder an, aber die Meisterschaft ist für mich damit noch nicht entschieden. Auch wenn der BVB auf den fünften Platz der Rückrundentabelle gerutscht ist, glaube ich noch an eine Trotzreaktion. Die Qualität im Kader ist durchaus für 16 Punkte aus den letzten sechs Spielen vorhanden...

Journalisten im Blickpunkt

Was mir aber nach dem verdienten Bayern-Sieg sauer aufgestoßen ist, war die Journalisten-Schelte von Trainer Nico Kovac. Mein Kollege hat auf einer offiziellen Pressekonferenz eine ganz normale Frage gestellt – die kann man dann auch gern beantworten. Im Herbst haben es die Bayern-Pfeilspitzen Hoeneß/Rummenigge in dieselbe Richtung versucht, der (damalige) DFB-Präsident Dr. Reinhard Grindel brach jüngst ein Radio-Interview ab, gestern verließ Dieter Hecking vorzeitig die Sky-Interviewzone, und über Huub Stevens kann man nur noch den Kopf schütteln. Der „Knurrer aus Kerkrade“ verweigerte nach dem Pokal-Aus sogar dem verdutzten Interviewpartner Jürgen Bergener den Handschlag und schimpfte jetzt nach dem 1:2 gegen Frankfurt auf der Pressekonferenz – aber nicht etwa auf den Schiedsrichter, sondern auf einen Journalisten. Ich gebe zu, dass vielleicht nicht jeder meiner Kollegen „pflegeleicht“ ist, aber: Das ist deren Job! Nachfragen zu stellen, sollte doch gerechtfertigt sein. Und wenn jemand einen Finger in die Wunde legt – dann hat da auch jemand die Wunde aufgerissen, nämlich ein Spieler, Trainer, Funktionär oder Verein. Von nichts kommt ja eigentlich nichts. Unnötige Journalisten-Schelte sollten wir doch lieber einer Seite überlassen, die man seit nun knapp zwei Jahren völlig zu recht nicht zum Bundestags-Vizepräsidenten wählt...

Blau-Weiß = gelb-rot

Nochmal zurück zu Huub Stevens: Ich saß da ja auch in der 99.Minute fasziniert vor dem Fernseher, als mich meine Frau fragte: „Was habt Ihr eigentlich früher ohne den Videobeweis gemacht?“ Ein bisschen verwirrt antwortete ich: „Wir haben am Montag über den Schiedsrichter diskutiert?“ Und sie dann so: „Ach, und jetzt diskutiert Ihr über den Videobeweis“... Sie hat es auf den Punkt gebracht – denn diesen Elfmeter gegen Frankfurt hätte es „früher“ nie gegeben, weil wir eben Schiedsrichter auf dem Platz hatten. Das war dann Gesetz, denn: Richter, die richten, haben Recht – auch wenn das nicht alle immer richtig finden... Nun aber kommen die Entscheidungen aus dem Kölner Keller, und da hat Schalke gerade einen „Lauf“ wie ein Abstiegskandidat: Gelb-Rote Karte plus Elfmeter plus Gegentor – und das alles in der Nachspielzeit. 

Grindels Nachfolge ist offensichtlich

Absteigen wird der noch amtierende Vizemeister Schalke natürlich trotzdem auch mit diesem relativ irrelevanten momentanen Trainer nicht. Auch Augsburg bekommt das selbst mit dem 25-Gegentore-Torwart Gregor Kobel nicht hin. Bei der immer größer werdenden Schere werden ja wohl 30 Punkte zum Klassenerhalt reichen. Der größte Absteiger der Woche war allerdings Dr. Reinhard Grindel, der nach relativ vielen Schwierigkeiten in relativ wenig Zeit seinen Posten als DFB-Präsident geräumt hat und nicht nur seinen Ruf beschädigt hat. Die Nachfolge ist in meinen Augen absolut klar: Katja Kraus. Sie ist ehemalige Nationalspielerin, wurde dreimal deutscher Meister, saß beim HSV im Vorstand und gehört nun zum Aufsitchtsrat eines großen Sponsors der Nationalmannschaft. Wenn sie es nicht wird, dürfte der DFB wirklich echte Kompetenz-Probleme bekommen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Europapokal-Woche – auch wenn diese für die Bundesligisten erst am Donnerstag beginnt. Oder sollte ich an dem Tag Ihrer Meinung nach doch lieber ins Kino oder früh ins Bett gehen...?

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