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Gamerdingers Fußball-Kolumne

27.11.2018 - Ist das nicht herrlich? Die (auch von mir) noch vor wenigen Wochen vorhergesagte große Langeweile in der Fußball-Bundesliga gibt es gar nicht! Uli Hoeneß sei Dank. Der große Macher aus München ist nun sogar schon dafür (mit-)verantwortlich, dass es in der Liga nach einem Saisondrittel spannender zugeht, als es sich die kühnsten Propheten vorstellen konnten. Auch nicht, dass der FCB seit 25 Jahren erstmalig vier Heimspiele in Folge nicht gewinnen konnte!

  • Die Bayern-Krise geht weiter: Manche Fans reden schon vom „Reklamier-Arm“ – denn Manuel Neuer hebt nach fast jedem Gegentor die Hand. Und damit hat der Nationalkeeper derzeit viel zu tun...  © picture alliance / dpa / Philippe Ruiz /...

    Die Bayern-Krise geht weiter: Manche Fans reden schon vom „Reklamier-Arm“ – denn Manuel Neuer hebt nach fast jedem Gegentor die Hand. Und damit hat der Nationalkeeper derzeit viel zu tun... © picture alliance / dpa / Philippe Ruiz / Xinhua News Agency

Auf die Gründe der Krise des FC Bayern bin ich ja an dieser Stelle bereits eingegangen (schlechte Kaderplanung, aufgeschobener Umbruch, Sättigung, Überalterung, schlechte WM…). Grundsätzlich kommt aber ein hausgemachtes Problem jetzt gravierend zum Vorschein, denn nach der Trainerentlassung von Carlo Ancelotti hätte der Umbruch bereits eingeläutet werden müssen. Nur: von wem? Uli Hoeneß (66)? Karl-Heinz Rummenigge (63)? Jupp Heynckes (73)? Hermann Gerland (64)? Hoeneß selbst setzte die „Heynckes-Lösung“ durch (er wollte offensichtlich unbedingt den Meistertitel 2018, ohne Rücksicht auf Verluste) und verschob die Trainer-Problematik und damit auch den Umbruch des Kaders auf einen späteren Zeitpunkt. Ein klassisches Eigentor! (Übrigens: Heynckes ziemlich erste Aktion war, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (76) zurück zu holen...)


Bauernopfer

Das Beste aber ist, dass genau wegen dieses Eigentores Niko Kovac immer noch Trainer in München ist. Denn ihm ist nicht vorzuwerfen, dass der Kader nicht (mehr) stark genug ist, um auf drei - mit dem großen Block in der Nationalelf sogar vier - Hochzeiten zu tanzen. Dass Kovac in der Lage ist, einen Klasse-Kader zusammenzustellen, hat er in Frankfurt bewiesen, auch wenn Nachfolger Adi Hütter gerade die Früchte ernten darf. Wahrscheinlich hat sich Kovac nicht erst nach dem Düsseldorf-Remis gedacht: "Wärst du Dussel doch im (Fußball-)Dorf geblieben..."

Nach den Gesetzen des Fußballs – oder besser dem gelernten Handlungsverhalten der Verantwortlichen in München - ist bis dato noch jeder Coach mit einer aus Bayern-Sicht (Grusel-)Bilanz, wie sie Niko Kovac gerade mit dem Team auf den Rasen „gezaubert“ hat, längst entlassen worden. Doch Hoeneß (und auch Karl-Heinz Rummenigge) wissen ganz genau um die Gesamtgemengelage an der Säbener Straße. Nico Kovac wäre nur ein Bayernopfer, äh Bauernopfer, ist aber nicht ursächlich verantwortlich für das sportlich durchschnittliche Auftreten bis dato.


Komödienstadl

Denn das Problem ist: Mit der legendären Komödienstadl-PK vor ein paar Wochen hat das Duo Hoeneß/Rummenigge nicht nur Sportchef Hasan Salihamizic zum mittäglichen Weißwurst-Holer degradiert, sondern auch den Spielern ein tolles Alibi gegeben: Die Würde der Bayern ist eben unantastbar. Also kann man ja auch als mehr oder weniger ambitionierter Kicker ein, zwei Gänge zurück schalten, wenn es nicht gerade gegen Dortmund oder Champions-League-Gegner geht.

Mit diesen mehr oder weniger wirren Statements im Hinterkopf gab Uli Hoeneß bereits vor eineinhalb Wochen einen Treueschwur auf seinen Trainer ab, der es in sich hatte: "Bis aufs Blut" würde er für Niko Kovac als Trainer kämpfen wollen, posaunte er lauthals in die Fußballwelt hinaus. Geschehnisse, an denen er (und auch „KHR“) sich nun messen lassen müssen. Und das wissen die Herren nur zu genau. Mittlerweile liegen selbst bei Hoeneß die Nerven blank: Gerade verweigerte er Bayern-Legende Paul Breitner (ja, der einstigen Kurzzeit-Bundestrainer) den Zugang zum VIP-Bereich...

Machtwechsel

Der Umbruch, der in München notwendig ist und meines Erachtens kurz bevor steht, dürfte für gravierende personelle Veränderungen an der Isar sorgen: Gewinnen die Bayern auch das heutige Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon nicht, wird der mediale Druck so groß werden, dass Niko Kovac nicht mehr zu halten sein wird. Und dann muss konsequenterweise auch an der Vereinsspitze ein Machtwechsel vollzogen werden. Hoeneß und Rummenigge müssten ihre Hüte nehmen (so wird es aber nicht kommen, schließlich gilt für sie ja: mia san mia....) und der Sportdirektor-Marionette Hasan Salihamidzic sollten dann gleich entweder die notwendigen Entscheidungskompetenzen übertragen oder aber die Erlösung aus der Position zu teil werden, damit der Kaderumbruch zur neuen Saison voran getrieben werden kann.

Lauerstellung

Glaubt man dem Rauschen des Blätterwaldes, scharrt auch Ex-Keeper und mittlerweile TV-Experte Oliver Kahn im Hintergrund mit den Hufen, um zeitnah in München sein gewichtiges Wort einbringen zu können. Man darf gespannt sein, wie und wo er sich in der Riege der „Altinternationalen“ und verdienten Ex-Akteure einordnet, beziehungsweise einordnen lässt. Ich persönlich wäre froh, wenn er wieder häufiger beim FCB (oder im P1?) anzutreffen wäre - denn dann könnte ich wieder in Ruhe ZDF gucken. Schließlich gehöre ich ja zur älteren Generation. Nagut bei den Bayern müsste ich nach dem Training wohl noch immer die Hütchen wegräumen und Leibchen einsammeln...

 

 

 

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