Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Roaming-Gebühren adé – Was Smartphonenutzer jetzt wissen müssen

20.06.2017

  • Auf dem Kreuzfahrtschiff können Surfen und Telefonieren weiterhin teuer werden.  © pixabay.com / ed2456

    Auf dem Kreuzfahrtschiff können Surfen und Telefonieren weiterhin teuer werden. © pixabay.com / ed2456

  • Auch für Geschäftsreisen lohnt sich eine EU-Flatrate.  © pixabay.com / niekverlaan

    Auch für Geschäftsreisen lohnt sich eine EU-Flatrate. © pixabay.com / niekverlaan

  • Bei Fahrten entlang der Grenze zu Nicht-EU-Staaten sollte die automatische Netzwahl abgestellt werden.  © pixabay.com /

    Bei Fahrten entlang der Grenze zu Nicht-EU-Staaten sollte die automatische Netzwahl abgestellt werden. © pixabay.com / Pexels

Endlich ist es soweit: Zahllose Smartphone-Nutzer in Europa freuten sich schon lange auf den 15. Juni 2017. Ab sofort verzichten Mobilfunkbetreiber dank einer neuen EU-Richtlinie auf die Erhebung zusätzlicher Roaming-Gebühren. Schon im nächsten Urlaub gelten für die Nutzung des Smartphones im EU-Ausland die gleichen Konditionen wie auch im eigenen Zuhause. Allzu vorschnell sollten sich Verbraucher nun aber dennoch nicht mit Surfen und Telefonieren im Ausland beschäftigen, denn auch hier gibt es einige Ausnahmen und Regeln.

In welchen Ländern das Roaming jetzt nichts mehr kostet

Da es sich bei der neuen Richtlinie um eine von der EU-Kommission verabschiedete Regelung handelt, gilt die Befreiung von Roaminggebühren selbstverständlich nur in Ländern, die der Europäischen Union angehören. Alle aktuell 28 Mitgliedsstaaten sind hier inbegriffen. Darüber hinaus greift die Befreiung zusätzlich in den Ländern:

  • Norwegen
  • Liechtenstein
  • und Island.

Wer hier Urlaub macht, zahlt künftig also nicht mehr drauf. Was Großbritannien betrifft, befindet sich das Land derzeit vor seinem möglichen Ausstieg aus der EU. So lange die Zugehörigkeit jedoch besteht, bleibt Roaming auch dort kostenfrei. Nach dem Brexit könnte sich das ändern, weswegen Reisende die Entwicklung in jedem Fall beobachten sollten.

Anders kann das jedoch aussehen, wenn Reisende ihr Smartphone auf einem Kreuzfahrtschiff nutzen. Hier ist es oftmals egal, ob sich das Schiff in EU-Gewässern befindet oder nicht und es können trotz der neuen Richtlinie Gebühren erhoben werden. Das liegt daran, dass viele Kreuzfahrtschiffe über ein eigens eingerichtetes Bord-Funknetz verfügen, weswegen die Richtlinie nicht berücksichtigt werden muss. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher rechtzeitig vor der Anreise bei seinem Reiseanbieter nachfragen, wie es sich mit den Kosten für Smartphone-Nutzung auf dem Schiff verhält. Sind Zusatzkosten dann nicht ausgeschlossen, ist das Ausschalten der automatischen Einwahl in fremde Netze empfehlenswert, um unangenehme Überraschungen zu verhindern.

Zusatzkosten für Mobilfunkbetreiber

Nicht jeden erfüllt der Wegfall der Roaming-Gebühren mit Freude. Während laut tagesspiegel.de europaweit rund 500 Millionen Nutzer von der Veränderung profitieren, entstehen den Mobilfunkbetreibern zusätzliche Kosten. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass ausländische und heimische Betreiber die Verrechnung anfallender Gebühren künftig untereinander regeln müssen. Der eigene Mobilfunkanbieter wird dann Zahlungen an den Netzbetreiber leisten müssen, den der Reisende während seines Urlaubs nutzt. Zahlreiche Verbraucherschützer befürchten daher einen Anstieg der Preise für Mobilfunktarife in der Zukunft.

Bislang ist hiervon jedoch noch nichts zu sehen. Da es sich ohnehin lohnt, den eigenen Tarif regelmäßig zu prüfen und nach günstigeren Alternativen zu suchen, kann sich ein Wechsel in jedem Fall rentieren. Aktuell sind Mobilfunkbetreiber gut gerüstet für die europaweiten Neuerungen. Die originalen Vodafone Tarife bei mobildiscounter.de verfügen bereits jetzt über eine EU-Flatrate.

Die Nutzung einer Flatrate kann vor allem für Reisende sinnvoll sein, die auch im Ausland Streamingdienste in Anspruch nehmen und regelmäßig größere Datenmengen downloaden. Dann nämlich könnte der Betreiber bei einem Tarif mit begrenztem Auslandsvolumen für die weitere Nutzung Geld verlangen.

Damit die EU-Richtlinie Mobilfunkbetreiber nicht vor finanzielle Probleme stellt, gibt es außerdem eine Zusatzregelung. Entstehen einem Betreiber durch den Wegfall der Gebühren übermäßige Verluste und kann er dies belegen, ist ein Preisanpassung gestattet. Betroffene Anbieter dürfen ihre Preise dann offiziell für rund zwölf Monate erhöhen.

Worauf Verbraucher achten sollten

Um sich vor hohen Kosten zu schützen, haben Mobilfunkbetreiber die Möglichkeit, das Nutzungsverhalten ihrer Kunden zu überprüfen. So wurde die Richtlinie ausschließlich für Smartphone-Nutzer eingerichtet, die während zeitlich begrenzter Reisen das mobile Netz nutzen möchten. Nutzer, die sich Rahmen der „Fair-Use“ Grenze bewegen, haben dabei nicht zu befürchten. Hält sich ein Nutzer über einen Zeitraum von rund vier Monaten hinweg übermäßig lange und oft im Ausland auf und nutzt er dabei überwiegend das ausländische Netz, können Mobilfunkbetreiber Aufschläge berechnen. Es ist daher keine gute Idee, im EU-Ausland einen besonders günstigen Tarif abzuschließen und die SIM-Karte dann im Heimatland weiterzunutzen.

Auch die Datenmenge sollten Smartphonebesitzer im Auge behalten. So bieten manche Mobilfunkbetreiber Tarife an, die nicht über eine Roamingfunktion verfügen oder den Datenverbrauch im Ausland deckeln. Wer Roaming dann nutzt oder das Volumen übersteigt, kann auch weiterhin mit hohen Gebühren rechnen.

Ein besonderer Fall liegt auch dann vor, wenn sich Urlauber im Grenzbereich zu Nicht-EU-Ländern aufhalten. Wer beispielsweise Urlaub in Frankreich macht und der Schweizer Grenze dabei sehr nahe kommt, sollte die Roaming-Funktion des Smartphone ausstellen. Sonst könnte sich das Handy in das Netz eines Nicht-EU-Staates einwählen und es entstehen Zusatzkosten.

Vorsicht bei Roaming außerhalb der EU

Wenngleich die EU-Richtlinie ein Durchbruch in jeder Hinsicht ist, birgt sie ein besonderes Risiko. Wer sich nicht damit auskennt, welche Staaten tatsächlich Mitglied der EU sind, oder fälschlicherweise glaubt, dass Roaming nun weltweit kostenfrei ist, erlebt nach dem Urlaub eine böse Überraschung. Daher ist es wichtig, vor der Reise genau zu überprüfen, ob es sich beim ausgewählten Urlaubsland um einen EU-Staat oder eines der drei genannten Zusatzländer handelt. Ist dies nicht der Fall, braucht es eine andere Strategie, um auch auf Reisen günstig zu telefonieren.

So kann es bei Reisen in die USA, nach Afrika oder auch nach Thailand schnell zu einer Telefonrechnung im vier- bis fünfstelligen Bereich kommen, wenn das Smartphone wie gewohnt weitergenutzt wird. Als Schutz hiervor haben Mobilfunkbetreiber jedoch eine automatische Benachrichtigung eingerichtet, die ab einem Betrag von sechzig Euro warnt. Schaltet der Nutzer das Netz nach dieser Warnung erneut frei, gibt es keine Deckelung mehr und es kann richtig teuer werden.

Daher empfiehlt es sich, bei kurzen Reisen in Nicht-EU-Länder das Smartphone entweder ganz auszuschalten oder ausschließlich W-Lan zum Surfen zu nutzen. Wer telefonieren muss, sollte sich kurz halten und so wenig Sprechzeit wie möglich aufbauen. Alternativ und bei längeren Auslandsaufenthalten lohnt sich die Anschaffung einer Prepaid-Karte für Roaming. Eine solche Karte gilt dann nur für das jeweilige Reiseland und kann entweder am Flughafen im Urlaubsland oder bereits in Deutschland gekauft werden. Sobald das Guthaben der Prepaid-Karte ausgeschöpft ist, können Reisende das Smartphone entweder dauerhaft ausschalten oder neues Guthaben auf die Karte laden. In jedem Fall aber bleiben die Kosten so leichter kontrollierbar.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren