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Wie „cloudfaul“ sind die Deutschen?

25.09.2018 - Auf dem Weg zum papierlosen Büro stellt sich Unternehmen früher oder später die Frage: Cloud ja oder nein? Für einige ist sie bereits jetzt Alltag. Vor allem Freelancer, Startups und kleine und mittelständische Unternehmen vertrauen zunehmend auf unkomplizierte Cloud-Services.

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Dabei galt die Speicherung von sensiblen Daten in einer gefühlt kaum greifbaren Wolke vielen lange als unsicher und vermeidbares Risiko. Doch wo stehen deutsche Unternehmer im Jahr 2018? Setzen sie auf die Cloud oder bremst die Skepsis den Einstieg? Und wie steht es eigentlich rein faktisch – jenseits von Bauchgefühlen – um das „Risiko Cloud“?

Die Cloud als treibende Kraft der Digitalisierung

Den Status quo beleuchtet eine aktuelle Bitkom-Studie aus dem Juni. Demnach setzen bereits zwei Drittel aller kleineren Unternehmen auf Rechenleistungen aus der Cloud. Sie speichern ihre Daten in der Wolke, verwenden diese als Backup-Server oder nutzen Software-as-a-Service-Lösungen. Dabei ist Cloud nicht gleich Cloud. Bei der Nutzung von Online-Speicher oder -Rechenkraft gibt es Unterschiede. Knapp ein Drittel derer, die bereits Cloud-Lösungen nutzen, setzt dabei auf die sogenannte Public Cloud. Das heißt, sie teilen sich Serverkapazitäten mit anderen Nutzern und buchen einen abgegrenzten und gesicherten Teil des gesamten Speicherplatzes eines Rechenzentrums. So können Unternehmen wie Dropbox ihren Kunden Speicherkapazitäten in skalierbarem Umfang anbieten, auf die die Nutzer dann flexibel und von überall zugreifen können.

Flexibilität ist hier das Stichwort: Die dynamische Cloud wird häufig als die treibende Kraft der digitalen Transformation bezeichnet. Jedes fünfte Unternehmen, das noch nicht in der Cloud angekommen ist, plant laut dem diesjährigen Cloud-Monitor der Bitkom den Einsatz von Softwarelösungen aus der Wolke. Für nur 13% der befragten Nichtnutzer ist der Einsatz dieser Technologien kein Thema. Dabei ziehen die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen vor allem die erwähnten Public Clouds in Betracht. Ein Drittel aller Unternehmen mit Cloud-Anbindung setzt bereits auf diese Form.

Risiko Cloud?

War für viele die Vorstellung von der Speicherung sensibler Daten in einer „Wolke“ vor einigen Jahren noch ein absolutes No-Go, hat sich die Akzeptanz der Technologie mit deren Weiterentwicklung innerhalb der letzten Jahre erheblich gesteigert.

Trotzdem existieren noch immer weitverbreitete Vorbehalte gegen die Nutzung von Cloud-Speichern. Sei es die Sorge, durch die Auslagerung der eigenen Daten die Hoheit und schlussendlich die Kontrolle über diese zu verlieren oder auch die Angst vor Fremdzugriffen durch Hacker oder technische Fehler: Die Hauptargumente gegen die Nutzung der Cloud zielen hauptsächlich auf Sicherheitsaspekte. So befürchten laut dem diesjährigen Bitkom-Cloudmonitor mehr als zwei Drittel der bisherigen Nichtnutzer einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Mehr als die Hälfte plagt zudem die Sorge, dass die Daten in der Cloud verloren gehen könnten.

Gerade diese sensiblen Unternehmensbereiche sind es, die im Zusammenhang mit Cloud-Speichern häufig Skepsis hervorrufen. So erledigen laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Online-Buchhaltungssoftware sevDesk gerade einmal 4% der Befragten, die ihre Buchhaltung selbst erledigen, diese mithilfe von Online-Lösungen. Viele wollen ihre sensiblen Daten nicht aus der Hand geben, um diese anschließend einer Cloud zu überlassen. Mit anderen Worten: Wer ohnehin zweifelt, der ist bei sensiblen Daten erst recht skeptisch.

Gute Aussichten für die Wolke

Die Deutschen sind im internationalen Vergleich keineswegs übermäßig „cloudfaul“ oder skeptisch. Sie räumen der Sicherheit ihrer Daten nur einen besonders hohen Wert ein – und das ist gut! Wer bereits einen Cloud-Service nutzt, für den stellt die Einhaltung des Datenschutzes häufig das Top-Kriterium bei der Anbieterwahl dar. Den letzten Skeptikern fehlen häufig – das lässt sich aus den Umfragen von Bitkom und sevDesk wunderbar ablesen – fundierte Kenntnisse über die genaue Funktionsweise von Cloud-Technologien. Dabei kann gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Einsatz solcher Lösungen erhebliche Vorteile mit sich bringen. Verwendet man beispielsweise ein Online-Rechnungsprogramm,  wächst zum einen die Flexibilität des Unternehmens, und zum anderen ist es jederzeit und von jedem Ort aus möglich, unkompliziert auf die benötigten Daten zuzugreifen.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen mit Sicherheitsbedenken können durch den Einsatz von Cloud-Technologien Sicherheitsrisiken sogar eindämmen: Cloud-Anbieter treffen in den allermeisten Fällen weitaus höhere Sicherheitsvorkehrungen, als dies den meisten KMU mit hausinternen Rechenzentren überhaupt möglich ist. Dazu kommt ein erheblicher Komfortgewinn: Firewalls, ständige Firmware-Updates oder IT-Schulungen gehören der Vergangenheit an. Durch die EU-weite Durchsetzung der DSGVO-Regelungen können Anwender mittlerweile zudem sicher sein, dass innerhalb der EU die gleichen Voraussetzungen und Standards gelten.

Die Cloud ist bei vielen bereits angekommen. Sicherheitsbedenken gibt es zwar bei einigen Skeptikern noch immer, diese werden aber deutlich weniger. Die Vorteile der Cloud-Nutzung überwiegen und wer sein Unternehmen nachhaltig digitalisieren will, kommt um die Nutzung von Cloud-Lösungen nicht herum. Wird dieser Umstieg verpasst, geht ein großer Teil der Triebkraft in Richtung digitalisiertes und papierloses Büro verloren.

Quellen:

BITKOM Cloudmonitor 2018

https://www.bitkom.org/Presse/Anhaenge-an-PIs/2018/180607-Bitkom-KPMG-PK-Cloud-Monitor-2.pdf

BITKOM Leitfaden

https://www.bitkom.org/noindex/Publikationen/2013/Leitfaden/Eckpunkte-fuer-sicheres-Cloud-Computing/130313-Sicheres-Cloud-Computing.pdf

Forsa Umfrage im Auftrag von sevDesk

https://sevdesk.de/stand-buchhaltung/