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Datenschutz in sozialen Netzwerken – Das Privatsphäre-Dilemma

18.10.2018 - Auf den ersten Blick mag die persönliche Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken unvereinbar mit Datenschutz zu sein. Nutzer teilen Bilder, Standorte, Veranstaltungen und Beziehungen mit ihrem Netzwerk. Aber nicht jeder Nutzer macht sich Gedanken darüber, wer diese Informationen einsehen kann.

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    © pixabay.com

Sicherlich gibt es Profile und Fanseiten, die nur dazu dienen, Daten zu Werbezwecken einer breiten Masse zugänglich zu machen. Allerdings bezieht sich dieser Wunsch in der Regel auf Bilder oder Veranstaltungen, nicht aber auf den Großteil anderer persönlicher Daten.

Die Nutzung von sozialen Netzwerken ist kostenlos. Eine kleine Internet-Weisheit lautet aber nicht umsonst, dass der Nutzer mit seinen Daten bezahlen muss, wenn er einen Online-Dienst gebührenfrei nutzen kann. Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen bietet jedes soziale Netzwerk – die unveränderten Voreinstellungen schützen Ihre Daten allerdings meist nicht in besonderem Maße. Als Nutzer sollten Sie daher einige Zeit investieren, um Ihre Privatsphäre-Einstellungen zu optimieren.

Bestenfalls sollte das schon im Zuge der Anmeldung passieren. Dieser steht zunächst die Frage voran, wie Sie Ihr Profil verwenden wollen: Soll es nur ermöglichen, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, oder wollen Sie es geschäftlich nutzen? Von der Antwort hängt beispielsweise auch ab, ob Sie mit Ihrem Klarnamen auf der Social-Media-Plattform unterwegs sein sollten, oder ob Sie stattdessen auch ein Pseudonym wählen können, wenn der Anbieter das gestattet. Wollen Sie berufliche Kontakte über das Netzwerk pflegen, ist das allerdings nicht sinnvoll.

Verwenden Sie für jedes Netzwerk eine eigene E-Mail-Adresse, erhöht das Ihre Privatsphäre deutlich – auch da andere Nutzer, bei entsprechenden Einstellungen, beispielsweise anhand Ihrer E-Mail-Adresse nach Ihnen suchen können. Derartiges können Sie allerdings deaktivieren. Auch können Sie Ihr Profil für Suchmaschinen unsichtbar machen. Andernfalls wird es etwa bei Google angezeigt, wenn jemand dort Ihren Namen eingibt.

Nach der Registrierung können Sie Ihrem Profil nun Angaben zu Ihrem Wohnort, Ihren Interessen, Ihrem Beruf und andere derartige Informationen hinzufügen. Beschränken Sie sich hier auf die Angaben, die der Nutzung des Profils zweckdienlich sind. Für eine geschäftliche Nutzung ist es etwa sinnvoll, Kontaktdaten sichtbar zu machen. In allen anderen Fällen sollten Sie davon absehen.

Auch die Sichtbarkeit Ihrer Inhalte können Sie verändern. In der Regel sehen die Grundeinstellungen vor, dass alle Inhalte öffentlich einsehbar sind. Das bezieht sich auf Ihre Beiträge, persönlichen Informationen, Bilder und mehr. Sie können für einzelne Kategorien allerdings genau festlegen, wer Einsicht in die entsprechenden Inhalte erhält. Diese Einstellungen gelten dann für all Ihre künftigen Beiträge. Wollen Sie aber doch einmal den Personenkreis erweitern oder verkleinern, der einen bestimmten Beitrag sehen kann, können Sie die Privatsphäre-Einstellung auch für einzelne Beiträge ändern.

Mit jedem Like und jedem Kommentar hinterlassen Sie personenbezogene Daten auf der entsprechenden Plattform. In welchem Maß der Anbieter diese erhebt, zu welchem Zweck das geschieht und welchen Dritten Ihre Daten zur Verfügung gestellt werden, können Sie anhand der Datenschutzerklärung in Erfahrung bringen. Der Erhebung und Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten können Sie zwar widersprechen, allerdings kann das unter Umständen zur Löschung Ihres Kontos führen.

Erhoben werden nicht nur die Daten, die Sie selbst eingegeben haben. Auch indirekte Daten können gespeichert und ausgewertet werden – etwa die Kommunikation zwischen Nutzern. In der Datenschutzerklärung des Anbieters erfahren Sie daher auch, welche Tracking-Tools verwendet werden. Diese können beispielsweise nachvollziehen, welche Inhalte Sie mit welcher Häufigkeit ansehen und welche Inhalte Sie meiden. Tracking-Tools beobachten auch Ihre Aktivitäten außerhalb des sozialen Netzwerks, in dem Ihnen dann Werbung für Sie ansprechende Inhalte angezeigt werden kann.

Soziale Netzwerke bieten eine Vielzahl von Privatsphäre-Einstellungen an, die nicht immer sofort ersichtlich sind. Teilweise müssen Sie sich durch mehrere Untermenüs klicken, um bestimmte Einstellungen vorzunehmen. Sie können etwa bei Facebook unterbinden, dass Sie anhand der automatischen Gesichtserkennung auf Fotos und in Videos erkannt werden.

Sie sollten auch Ihre Einstellungen zur automatischen Standorterkennung bearbeiten. In der Regel ist diese aktiviert, sodass andere Nutzer sehen können, wo Sie sich aufhalten, während Sie einen bestimmten Beitrag verfassen. Zuletzt können Sie auch die Verknüpfung von Apps und Websites mit Ihrem Konto deaktivieren. Ihre Daten können dann nicht mehr weiter von diesen genutzt werden, obwohl Sie sich mit den Zugangsdaten des sozialen Netzwerks dort angemeldet hatten.

Der Datenschutz in sozialen Netzwerken bezieht sich jedoch nicht nur auf Ihre eigenen Daten. Veröffentlichen Sie Fotos von Dritten, ohne deren Zustimmung einzuholen, haben diese einen Anspruch auf die Löschung der Bilder. Natürlich haben Sie das gleiche Recht, wenn Bilder von Ihnen ohne Zustimmung veröffentlich wurden. Reagiert die entsprechende Person dann nicht auf Ihre Aufforderung, ein Foto zu löschen, können Sie diesen Umstand dem Betreiber der Seite melden. Unternimmt dieser keine Maßnahmen, können Sie einen Anwalt einschalten, der Ihren Anspruch gegebenenfalls durchsetzen kann.

Weiterführende Informationen finden Sie im kostenlosen eBook "Datenschutz in sozialen Netzwerken" auf datenschutz.org.

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