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K-Messe: Digitale Zukunft zum Anfassen

26.10.2019 - Gemeinhin gelten ja die IFA in Berlin, der Mobile World Congress in Barcelona und die CES in Las Vegas als die Messen, wo man die digitalen Technologien von morgen bewundern kann. Die Kunststoffmesse in Düsseldorf, auch bekannt als K-Messe, kann da zwar nicht ganz mithalten, aber ein paar interessante Einblicke in die Zukunft bietet sie doch.

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    © Tom Meyer

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Zeitreise ins Jahr 1989

Man traut sich eigentlich kaum es zu schreiben, aber mein letzter Besuch auf der K-Messe liegt ziemlich genau 30 Jahre zurück. Damals fuhr ich als Jugendlicher zum Messegelände nach Düsseldorf-Stockum, weil meine Mutter dort für ihr Unternehmen am Stand tätig war, und ich nahm einen Freund mit, da wir netterweise gleich zwei Frei-Tickets spendiert bekommen hatten.

Klar war der für damalige Verhältnisse schon ziemlich durchgestylte Stand der Firma meiner Mutter interessant. Viel mehr staunten wir jedoch über die riesigen und unfassbar lauten Maschinen, auf denen Bänder von durchsichtigem Kunststoff zusammenliefen und die am Ende Mülltüten ausspuckten. Eindrucksvoll waren auch die nicht minder lauten Ungetüme, die mit irgendwelchen Granulaten gespeist wurden und dann so praktische Dinge wie Plastikwannen ausspuckten – sehr zur Freude übrigens der Messe-Freaks, die nicht nur die Wannen, sondern auch anderes Zeug wie Flaschen, Spielzeug oder Tassen mitnahmen und rudelweise durch die Hallen trugen.

Concept Cars aus Plaste und Elaste

Die lauten Ungetüme findet man auch im Jahr 2019 noch auf der K-Messe, aber die Zeiten der Jäger und Sammler scheinen passé zu sein. Der eine oder andere Messebesucher wird vielleicht noch einen Kuli oder eine Quietscheente mitnehmen, aber größtenteils versammeln sich die interessierten Laien lieber vor den Concept Cars oder machen darin eine Sitzprobe.

So ein bisschen liegt dann ein Hauch von IAA in der Luft, wenn gestandene Männer mit Karohemd und Oberlippenbart wieder zum Kinde werden und die Concept Cars von außen und innen begutachten. So bildeten sich z.B. am Stand des früher zu Bayer gehörenden Kunststoff-Herstellers Covestro Grüppchen, die das dort näher ausgestellte Gefährt untersuchten.

Schnittiges Ei aus Leverkusen

Im Unterschied zu den Boliden der IAA ist das schnittige Ei aus Leverkusen nicht aus Metall und Glas, sondern gänzlich aus Kunststoff gefertigt, der aus den verschiedenen Werken des Herstellers kommt. Besonders gut kam natürlich das tiefschwarze, geschwungene Display an, auf das die Informationen des Tachos von einem kleinen Projektor im Armaturenbrett projiziert wurden. Auch die Sitze mit ihrem lederartigen Kunststoff und das halbtransparente Handschuhfach sorgten für einen Aha-Effekt.

Tatsächlich sind es erst einmal Baugruppen wie Scheinwerfer oder Rücklichter mit LEDs, die das herkömmliche Glas nach und nach ablösen. Schwieriger wird es da schon bei den Windschutzscheiben, die zusammen mit Scheibenwischern aus Gummi und Straßenschmutz eine schmierige Fläche erzeugen. Man arbeite noch an diesem Problem, heißt es bei Covestro.

Leichtes Plastik, weniger Verbrauch

Insgesamt setzt man aber auch darauf, dass immer mehr ferngesteuerte Autos den traditionellen Wagen mit Fahrer ersetzen und so das Scheinbenwischer-Problem an Bedeutung verliert. Die Erfahrung dazu kommt von U-Bahnen, die z.B. in Barcelona fahrerlos durch die Tunnel fahren und zu großen Teilen aus Polycarbonaten bestehen.

Es ist schon kurios: In der Smartphone-Branche verbaut man gern Metall, Aluminium oder Glas, um mehr Stabilität zu erreichen, auch wenn die Geräte damit schwerer werden. In der Autoindustrie der Zukunft sollen, so wollen es zumindest die Kunststoff-Hersteller, immer mehr Polycarbonate zum Einsatz kommen, die gleiche stabile Eigenschaften wie die herkömmlichen Komponenten aufweisen, aber deutlich leichter sind.

Was das bedeuten kann, zeigte der Hersteller Sabic ein paar Hallen weiter. Dort war ein Land Rover Defender aufgebaut, der eins zu eins dem Original aus Metall und Glas entspricht, aber komplett aus leichten Kunststoffen gefertigt ist. Gleiches gilt für den Hymer-Camper, den BASF auf seinem Stand ausstellte. Gerade bei so riesigen Fahrzeugen sind enorme Gewichtseinsparungen möglich. Das bedeutet weniger Verbrauch sowohl bei Verbrenner- als auch bei Elektromotoren und ist ein sinnvoller Beitrag für den Klimaschutz.

Vogelnester für 5G

Doch kommen wir noch einmal zurück zu Covestro. Die Leverkusener hatten in einem anderen Bereich ihres Stands Lösungen für 5G ausgestellt. 5G, der Nachfolger von LTE, ist ja das große Ding der Mobilfunk-Branche der nächsten Jahre und wird unser Leben drastisch verändern: Vernetzte Autos, vernetzte Straßenlaternen, vernetzte Industriehallen werden dank hoher Download- und Upload-Raten sowie enorm kurzer Latenzzeiten möglich.

Auch dafür bieten die Kunststoff-Hersteller interessante Lösungen an. Zum einen gibt es da ganz traditionell aussehende 5G-Mobilfunk-Stationen, aber auch wie bunte Vogelnester aussehende 5G-Antennen, die man z.B. auf Straßenlaternen platzieren kann. So wird zwar das 5G-Netz dichter, aber die Technologie verschandelt nicht das Straßenbild. Außerdem muss man auch bedenken, dass 5G-Stationen mit ihren höheren Leistungen erst ab einer gewissen Höhe über den Köpfen der Menschen angebracht werden können, um deren Gesundheit nicht zu beeinträchtigen. Da sind solche luftigen Konstruktionen sicherlich gefragt.

Kunststoffe für 5G-Smartphones

Ebenfalls in mehreren Farben auf dem Covestro-Stand vertreten waren Samples für Smartphone-Rückseiten. So bietet der Hersteller einen Kunststoff an, der besonders durchlässig für die 5G-Wellen ist. Es kann also gut sein, dass unsere Smartphones künftig wieder eher aus Polycarbonat als auch Metall, Alu oder Glas bestehen.

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