Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Nachgefragt – Sicher und anonym im Internet dank VPN?

14.02.2020 - Egal ob Onlinebanking, Urlaubs- und Konzertbuchungen oder Shopping – immer mehr Privatpersonen und Unternehmen wickeln heutzutage Geschäfte online ab und übertragen dabei sensible Daten über das Internet. Gleichzeitig ist auch die Bedrohung durch Hacker und Datenschutzskandale in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen im Internet ihre Identität und ihre persönlichen Daten durch die Nutzung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) schützen wollen. Doch bringt diese Technologie wirklich mehr Sicherheit und ermöglicht eine anonyme Nutzung des Internets? Antworten auf diese Frage liefern die Experten von www.nachgefragt.net, die sich intensiv mit den Vor- und Nachteilen von VPNs und den verschiedenen Anbietern auseinandergesetzt haben.

  • Virtuelles privates Netzwerk (VPN). © pixabay.com /

    Virtuelles privates Netzwerk (VPN). © pixabay.com / Madskip

Funktionsweise von VPNs sorgt für Anonymität

In Kürze kann die Nutzung eines VPNs als „Zwischenstation“ beschrieben werden, die zwischen den Internetanschluss eines Nutzers und die aufgerufenen Onlinedienste geschaltet wird. Ohne Nutzung eines VPN werden im Internet verfügbaren Dienste direkt über die vom Internetanbieter vergebene IP-Adresse abgerufen. Wenn ein VPN genutzt wird, verbindet sich der Nutzer im ersten Schritt mit einem Server des Anbieters, über den dann sämtlicher Datenverkehr geleitet wird.

Aufgerufene Webseiten und andere Internetdienste erhalten dadurch nicht mehr die individuelle IP-Adresse, sondern lediglich die IP-Adresse des VPN-Servers, der anschließend die Daten an den Nutzer weiterleitet. Eine hundertprozentige Anonymität kann aber auch die Verwendung eines VPNs nicht sicherstellen, weil Nutzer auch anhand andere Methoden wie dem Browser-Fingerprint eindeutig identifiziert werden können.

Höhere Datensicherheit durch Verschlüsselung

In Unternehmen ist es üblich, dass Angestellte von außen nur über ein VPN auf interne Dienste wie das Intranet zugreifen dürfen. Dies soll durch die Verschlüsselung der Verbindung, die auch bei den meisten kommerziellen VPN-Anbietern aktiv ist, sicherstellen, dass wichtige Daten nicht von Dritten ausgelesen werden können. Auch Privatnutzer, die mobil über die Internetverbindung ihres Mobilfunkanbieters oder über öffentliche WLANs auf sensible Daten zugreifen, sollten dafür ein VPN nutzen. Andernfalls ist es für den Betreiber der Infrastruktur aber auch andere Nutzer des Netzwerks mit geringem technischen Aufwand möglich beispielsweise Logindaten für E-Mail-Accounts oder Bankdaten abzugreifen.

Geo-Blocking und Zensur

Kommerzielle VPN-Dienstleister verfügen in der Regel auf der ganzen Welt über Server, zu denen sich die Nutzer verbinden können. Die Verwendung eines VPNs kann so nicht nur die Anonymität im Netz erhöhen und die eigenen Daten schützen, sondern genutzt werden, um Geo-Blocking und staatliche Zensurmaßnamen zu umgehen.

Geo-Blocking beschreibt eine Technologie, die Inhalte nur für einzelne Regionen freigibt. Dies wird zum Beispiel von Streamingdiensten wie Netflix genutzt, die damit Inhalte aufgrund von Beschränkungen der erworbenen Lizenzrechte nicht in allen Ländern anbieten. Ein VPN ermöglicht seinem Nutzer einen anderen Standort vorzugeben und so auch eigentlich in seinem Land nicht verfügbare Filme und Serien aufzurufen.

Auch staatliche Zensurmaßnahmen, die zum Beispiel den Zugriff auf Filesharing-Webseiten oder Webseiten politischer Gegner verhindern sollen, lassen sich mit einem VPN-Server in einem anderen Land in den meisten Fällen umgehen. In einigen Ländern mit einer besonders restriktiven und technisch sehr fortschrittlichen Zensur wie China wird dies jedoch zunehmend schwerer.

Große Anzahl an VPN-Anbietern erschwert die Auswahl

Die meisten VPN-Anbieter für Privatnutzer bieten Komplettpakete, die alle Nutzungsmöglichkeiten abdecken und oft den Zugriff auf mehrere tausend Server ermöglichen. Je nach Anbieter und Vertragslaufzeit kosten Accounts üblicherweise monatlich zwischen fünf und zehn Euro. Folgende Kriterien können im Dschungel der Anbieter auch unerfahrenen Nutzern dabei helfen, eine informierte Wahl ihres VPN-Dienstleisters zu treffen.

Protokoll und Verschlüsselung

Die Verschlüsselung der VPN-Verbindung ist essenziell, um zu verhindern, dass die übertragenen Daten von unbefugten Personen eingesehen werden. Anbieter, die 256-Bit-AES, eine noch nicht geknackte und als sehr sicher geltende Verschlüsselung, nicht anbieten, sollten daher gemieden werden. Von den verschiedenen VPN-Protokollen sollte zumindest OpenVPN, das ebenfalls als sicher und stabil gilt, unterstützt werden.

Mobile Apps

Grundsätzlich lassen sich VPNs auf den meisten Geräten auch ohne App des Anbieters einrichten. Laien, die kein Interesse daran haben sich tiefer mit der Technik auseinanderzusetzen, sollten bei der Wahl ihres Anbieters aber darauf achten, dass entsprechende Apps vorhanden sind. Die Einrichtung wird so zum Kinderspiel und ist in wenigen Minuten erledigt.

Serverstandorte und Geschwindigkeit

Je nach VPN-Anbieter sind zu einem einzelnen Server mehrere hundert Nutzer verbunden, die sich Gesamtgeschwindigkeit untereinander aufteilen müssen. Was beim Surfen im Netz kein Problem ist, kann beim streamen oder beim Download großer Dateien schnell zur Geduldsprobe werden.

Die Wahl eines Anbieters mit einer großen Anzahl unterschiedlicher Serverstandort, zwischen denen Nutzer frei wechseln können, ist daher sinnvoll, um bei geringen Geschwindigkeiten schnell auf einen weniger ausgelasteten Server verbinden zu können. Einige Anbieter verfügen auch über spezielle Filesharing- und Streaming-Server und blocken diese Dienste ansonsten, um für alle Nutzer eine akzeptable Geschwindigkeit garantieren zu können.

Kostenfreie VPNs als Alternative?

Nach Andrew Lewis und seiner These „Wenn du für etwas nichts bezahlst, bist du nicht der Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird“ kann von kostenfreien VPNs pauschal abgeraten werden. Die Einrichtung und der Betrieb von VPN-Servern ist mit hohen Kosten verbunden, die allein durch Werbeeinnahmen kaum finanzierbar sind. Es wird somit deutlich, dass die Betreiber aus anderen Quellen Umsatz erzielen müssen. Dies kann zum Beispiel durch den Verkauf von Nutzerdaten erfolgen, die durch eine Auswertung des Datenverkehrs im großen Umfang erstellt werden können.

 

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren