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Siegemund feiert US-Open-Coup mit Burger und Süßigkeiten

13.09.2020 - Als erste deutsche Tennisspielerin seit 35 Jahren gewinnt Laura Siegemund bei den US Open den Titel im Doppel. Nach emotionalen Worten bei der Siegerehrung und auf der Pressekonferenz gönnt sie sich vor dem Rückflug aus New York «ein paar Süßigkeiten».

  • Erst der Sieg, dann Süsses: Laura Siegemund (r) feiert mit Vera Swonarewa den Doppelsieg in New York. Foto: Frank Franklin Ii/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Erst der Sieg, dann Süsses: Laura Siegemund (r) feiert mit Vera Swonarewa den Doppelsieg in New York. Foto: Frank Franklin Ii/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Belohnung für ihren erstaunlichen US-Open-Triumph gönnte sich Laura Siegemund erst einen üppig belegten Burger und dann noch ein paar Süßigkeiten.

«Ich trinke keinen Alkohol, deshalb fällt der Kater schon mal flach», flachste die 32 Jahre alte Tennisspielerin aus Metzingen am Tag nach ihrem sensationellen Sieg an der Seite der Russin Vera Swonarewa im Doppelwettbewerb des Grand-Slam-Turniers in New York.

Vor dem Rückflug in die Heimat war Siegemund per Video in das ZDF-«Sportstudio» zugeschaltet und plauderte in ihrer unnachahmlichen Art und ihrem wunderbar schwäbischen Singsang über die (fast) schlaflose Nacht nach diesem ebenso unerwarteten wie hochklassigen und spannenden Doppel-Endspiel. Am frühen Morgen nach dem Triumph machte sie sich auf zum Training. «Ich war heute um 7.30 Uhr im Gym», erzählte Siegemund am Samstag.

Als erste deutsche Tennisspielerin seit 1985 hatte sie die Silbertrophäe für die Gewinnerinnen im Damen-Doppel in die Höhe recken dürfen. Als Claudia Kohde-Kilsch vor 35 Jahren mit Helena Sukova aus der damaligen Tschechoslowakei als bis dato letzte deutsche Spielerin den Doppel-Titel in Flushing Meadows holte, war Siegemund noch gar nicht geboren. «Wenn man mir solche Statistiken verrät, ist das immer schön», sagte Siegemund, schränkte aber auch ein, dass sie sich ungern von solcherlei Zahlen ablenken lasse.

Die Ziffern auf der Anzeigetafel gaben am Freitagabend ein 6:4, 6:4 für Siegemund/Swonarewa gegen die an Nummer drei gesetzten Nicole Melichar und Xu Yifan aus den USA und China wieder. «Der Titel bedeutet mir ganz viel», sagte Siegemund. «Wir sind beide nicht den ganz steilen Weg in unserer Karriere gegangen. Der Weg zu so einem Erfolg ist sehr steinig. Da steckt viel harte Arbeit hinter. Ich bin sehr, sehr stolz auf uns als Team und auf unsere Leistung.»

Tatsächlich weisen beide Karriere-Wege eine bemerkenswerte Parallele auf: Sowohl Siegemund als auch Swonarewa hatten ihr berufliches Dasein als Tennisspielerinnen schon temporär beendet. Die mittlerweile 36 Jahre alte Swonarewa hatte mit Verletzungen zu kämpfen und brachte 2016 ihre Tochter Evelina zur Welt. Siegemund, früh als Wunderkind geadelt, war der Druck mit Steffi-Graf-Vergleichen einst zu viel. 2012 beendete sie ihre Karriere und studierte Psychologie.

Wie das Duo mit Swonarewa jetzt zustande kam, wusste sie gar nicht mehr so genau. Irgendwo hatte Siegemund den Namen gelesen und gedacht, das könnte passen. Sie taten sich zusammen, spielten zum ersten Mal überhaupt gemeinsam Doppel und harmonierten prächtig.

Während des erfolgreichen Halbfinals von Alexander Zverev gegen den Spanier Pablo Carreño Busta sah man die beiden am Freitag plaudernd und lachend vor ihren Logen im Arthur-Ashe-Stadium beim Burger-Konsum sitzen, nachdem Siegemund kurz zuvor bei der Siegerehrung noch mit den Tränen gekämpft hatte. Den Titel widmete sie ihrer an Krebs gestorbenen Tante Helga, der Zwillingsschwester ihrer Mutter. «Manche Dinge sind wichtiger als die Karriere», sagte Siegemund.

© dpa-infocom, dpa:200913-99-540569/2

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