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«Pferde stehlen»: Bildmächtige Romanverfilmung

18.11.2019 - Ein 67-jähriger Witwer will ein neues Leben beginnen. Doch dann trifft er einen Nachbarn, mit dem ihn eine lange Geschichte verbindet.

  • Trond (Stellan Skarsgård) zieht sich in die norwegische Einöde zurück. Foto: -/4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainments5, Zentropa Sweden, Nordisk Film, Helgeland Film/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Trond (Stellan Skarsgård) zieht sich in die norwegische Einöde zurück. Foto: -/4 1/2 Fiksjon As, Zentropa Entertainments5, Zentropa Sweden, Nordisk Film, Helgeland Film/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Trond Sander ist 67 Jahre alt, Witwer, gerade hat er sich ein Haus in der norwegischen Einöde gekauft. Hierhin will er sich zurückziehen, als die Vergangenheit ihn einholt. Er erkennt seinen Nachbarn Lars wieder, beide verbindet eine Geschichte, die Jahrzehnte zurückreicht.

Damals verbrachte der 15 Jahre alte Trond den Sommer 1948 mit seinem Vater in einer Hütte nahe der norwegisch-schwedischen Grenze. Eine Zeit, die sein Leben verändert und geprägt hat. Der Film «Pferde stehlen» von Hans Petter Moland basiert auf dem gleichnamigen Roman von Per Petterson.

Als alter Mann blickt Trond (Stellan Skarsgård) auf den Sommer in der Nachkriegszeit zurück: Auf unbeschwerte Tage mit dem Nachbarsjungen Jon am Fluss, sie balancieren auf Baumstämmen und stehlen Pferde. Dann ereilen Jons Familie mehrere Schicksalsschläge: Der 10-jährige Lars erschießt aus Versehen seinen Zwillingsbruder, der Vater verletzt sich bei Holzarbeiten im Wald schwer. Trond bemerkt zudem eifersüchtig, dass die Mutter (Danica Curcic) und sein Vater (Tobias Santelmann) ein Verhältnis haben. Seinen Vater sieht er in diesem Sommer zum letzten Mal. Auch Lars (Bjørn Floberg) hat seinen neuen Nachbarn Trond im Jahr 1999 wiedererkannt, die Vergangenheit lebt wieder auf.

Molands Film ist eng an das Buch angelehnt. Immer wieder gibt es Rückblenden, Trond ist der Erzähler aus dem Off, die Akteure selbst sind eher wortkarg. Die Zeitebenen reichen zurück bis ins Jahr 1943, als Norwegen unter deutscher Besatzung stand. Trotz der Wechsel gelingt es Moland, einen Erzählfluss und Rhythmus zu schaffen. Bilder aus der Natur wie sich im Wind biegende Bäume, Großaufnahmen von Tieren verstärken den unheimlichen Eindruck und sind ein Spiegel der Ereignisse. «Pferde stehlen» erzählt von der Fragilität des Lebens, von Verlust und Enttäuschungen, von Liebe und Einsamkeit. Neben den wirkungsvollen Naturaufnahmen überzeugen vor allem die beiden Darsteller des alten und jungen Trond: Stellan Skarsgård und Jon Ranes.

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