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Dürfen Kinder bei Freunden alles essen?

02.07.2018 - Einen Berg Süßigkeiten und jede Menge Eiscreme: Wenn Kinder bei Freunden eingeladen sind, dürfen sie oft vieles essen, was zu Hause nicht erlaubt ist. Sollten Eltern das zulassen?

  • Der Traum vieler Kinder: So viel Eis essen, bis der Bauch weh tut. Foto: Julian Stratenschulte/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Traum vieler Kinder: So viel Eis essen, bis der Bauch weh tut. Foto: Julian Stratenschulte/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Die Frage heute: Mein Freund ist mit seinen Kindern bei Nachbarn eingeladen. Dort dürfen die Kleinen alles essen, was die Eltern sonst eher nicht erlauben. Die Kinder lieben die Nachbarn dafür. Aber ist das eine gute Idee?

Die Antwort: Auch wenn es manchen Eltern gegen den Strich geht, ist es in Ordnung, wenn an anderen Orten beim Essen mal Ausnahmen gelten. «Dazu zählen Besuche bei Freunden, bei den Großeltern oder auch im Urlaub», sagt Isabelle Dulleck. Sie ist Sozialpädagogin und arbeitet bei der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Anderes Essen, andere Regeln: So etwas macht für Kinder schließlich auch den Reiz an Urlauben oder Besuchen aus.

Die Sorge, dass die Kinder dann auch zu Hause permanent über die Stränge schlagen wollen, ist meist unbegründet. Tochter oder Sohn verstehen schnell: Bei Oma und Opa ist mehr möglich als zu Hause.

Allerdings sind es am Ende meist die Eltern, die mit den Konsequenzen umgehen müssen - etwa wenn das Kind abends Bauchweh von zu viel Schokolade hat oder wegen der Cola nicht einschlafen kann.

Daher dürfen Eltern an dem Punkt einschreiten, an dem sie das Gefühl haben, die Ausnahme tut den Kindern nicht gut. So können sie Großeltern oder Freunden kurz und nett erklären, warum das dritte Eis vielleicht nett gemeint, aber kontraproduktiv ist.