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Kleiner China-Stromer für Europa

21.11.2019 - Renault will die derzeitige Spitzenposition in Europa bei Elektroautos halten und sogar ausbauen. Dazu wollen die Franzosen ein Modell, das zunächst nur für China vorgesehen war, fit für den europäischen Markt machen.

  • Renault schickt den K-ZE nach Europa ©

    Renault schickt den K-ZE nach Europa © Renault

SP-X/Berlin. Je länger die kompakte elektrische Limousine Renault Zoe auf dem Markt ist, desto begehrter ist sie. Waren es im Erscheinungsjahr 2013 nur 8.863 Zulassungen des kleinen Stromers in Europa, überzeugte der Zoe 2018 schon fast 40.000 Käufer. Im laufenden Jahr sollen es über 55.000 Autos sein, davon gut 10.000 allein in Deutschland. Damit ist der ZOE bei uns das meistverkaufte Elektroauto knapp vor dem BMW i3 und dem Tesla Model 3. Eine Erfolgsgeschichte, die sich beim Zoe dank einer auf fast 400 Kilometer gestiegenen Reichweite und seinem Preis von rund 22.000 Euro plus Batteriemiete auch im nächsten Jahr wiederholen soll.

Bald soll der Bestseller noch ein kleineres Brüderchen bekommen. Gilles Normand, Elektrochef von Renault in Paris, verriet jetzt in Berlin, dass ein chinesisches Modell der Marke mit leichten Veränderungen auch in Europa auf den Markt kommt. Der nur 3,74 Meter lange City K-ZE im SUV-Look hat eine 27 kWh-Batterie an Bord, die für eine Reichweite von rund 250 Kilometern gut sein soll. Der Fünftürer mit 300-Liter-Kofferraum hat in China einen eher schwächlichen E-Motor mit 33 kW/45 PS. Nicht so schlimm im Milliarden-Staat, dass das Zwerg-Auto gerademal 105 km/h schafft. In China darf ohnehin kaum schneller gefahren werden, im Dauerstau der vielen Millionenstädte sind sogar 60 km/h meist eine Utopie.

Das Laden dauert bei der China-Version 50 Minuten an einer Schnellladesäule, bis der zuvor leere Batteriestand wieder 80 Prozent erreicht hat. An der Haushaltssteckdose muss man vier Stunden Geduld haben. Beachtlich ist auch die Bodenfreiheit von 15 Zentimetern und der vergleichsweise üppige Radstand von 2,40 Metern, der zwischen den Achsen genug Platz für die Mitreisenden ermöglicht. Gilles Normand will noch nicht verraten, ob der Europa-Version des teilweise auf dem Twingo basierenden K-ZE mehr Leistung spendiert wird. Sicher ist, dass das in Europa vorgeschriebene ESP und ein anderer Ladestecker nachgerüstet werden müssen.

Über den denkbaren Preis von rund 10.000 Euro ohne staatliche Förderung (soviel kostet der Winzling in China) schweigt sich der Manager beharrlich aus. Ähnliches gilt für die Frage, ob der französische Asiate als Renault erscheint oder das Logo der Billigmarke Dacia tragen wird. Normand zeigt nur ein vielsagendes Lächeln, sagt aber: „Das Stadtauto hat das Zeug zum Star. In China ist die Konkurrenz ähnlicher Autos in der Größen- und Preisklasse enorm. In Europa ist er nahezu allein auf dem Markt“.

Und doch ist der Winzling mit seinem modernen, farbenfrohen Innenleben (u.a. großer Touchscreen, Online-Vernetzung) nur ein Teil einer Offensive, an der neben Renault auch die Schwestermarken Nissan und Mitsubishi teilhaben werden. Ähnlich wie VW mit seinem MEB (Modularer Elektro Baukasten) für alle seine Marken entwickelt die französisch-japanische Autoallianz gerade eine spezielle Plattform mit Namen CMF-EV für die neue Art des Fortkommens. Dabei ist die Batterie komplett im Unterboden versteckt. Länge und Höhe des Autos kann variieren, damit auch die Batteriekapazität. Die Vereinheitlichung drückt die Kosten. Gilles Normad rechnet vor: „Wir teilen unter den drei Marken sämtliche elektrischen Komponenten, die den größten Batzen im Preiskuchen der E-Autos darstellen, wir können die Kosten der Batterie um 30 Prozent reduzieren, 40 Prozent bei der Entwicklung und 30 Prozent bei der Produktion einsparen“.

Ein großes Potenzial für seine Stromer sieht Normand bei elektrischen Carsharing-Flotten. Derzeit seien 11.000 Fahrzeuge, die von den Nutzern geteilt werden können, in Europa unterwegs. „Wir rechnen damit, dass diese Zahl bis 2012 auf 40.000 und bis 2025 sogar auf 120.000 Autos steigen wird. Da wollen wir dabei sein“. Das Geheimnis, welche Art von Modellen auf der neuen Plattform entstehen werden, lüftet der Elektropapst natürlich noch nicht, sagt aber mit voller Überzeugung: „Unsere Autos werden mit den Vorurteilen über die Elektromobilität endgültig aufräumen. Reichweiten mit mehr als 500 Kilometern und Ladezeiten von 15 Minuten pro 150 Kilometer Fahrt sind nur zwei der vielen guten Gründe, sich in ein E-Auto zu verlieben“.

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