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Gamerdingers Fußball-Kolumne

23.04.2019 - Also Sie können mir ja erzählen was Sie wollen, aber gegenüber dem Bundesliga-Alltag sind doch die Pokalspiele nach wie vor das Salz in der Suppe. Stellen Sie sich mal vor, dem Hamburger SV gelänge heute Abend eine Überraschung gegen die „RasenBallsportler“ aus Leipzig, und der ewige Nord-Rivale aus Bremen tut es dem HSV morgen gleich und schlägt die Bayern. Das ergäbe in der Summe als DFB-Pokalendspiel ein echtes Nord-Derby im Berliner Olympiastadion. Zumindest für die Fußballanhänger bei mir hier im hohen Norden ein echtes Schmankerl!

  • Wohin steuert Sportvorstand Thomas Hitzlsperger das wankende Schiff namens VfB Stuttgart? Der frühere Nationalspieler ist selbst erst seit Februar im Amt, blieb bei seiner ersten Trainerentlassung zumindest ruhig und authentisch....

    Wohin steuert Sportvorstand Thomas Hitzlsperger das wankende Schiff namens VfB Stuttgart? Der frühere Nationalspieler ist selbst erst seit Februar im Amt, blieb bei seiner ersten Trainerentlassung zumindest ruhig und authentisch. © picture alliance / dpa / Hansjürgen Britsch / Pressefoto Baumann

Und wissen Sie, was das Beste daran ist: Als fußballbegeisterter Bremer oder Hamburger könnte man sogar zwei Finalspiele an einem Tag genießen. Denn bevor es nach Berlin geht, gibt der DFB den Amateuen der Landesverbände in Bremen und Hamburg noch die Möglichkeit, sich beim Finaltag der Amateure (25. Mai) einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.  Da die Landes-Pokalendspiele FC Oberneuland gegen Bremer SV (Bremen) und TuS Dassendorf gegen Eintracht Norderstedt (Hamburg, obgleich beide Klubs in Schleswig-Holstein beheimatet sind) beide bereits um 10.30 Uhr zur besten Frühschoppenzeit angepfiffen werden, wäre es doch ein Klacks – bestenfalls nach Verlängerung und Elfmeterschießen – gegen 14 Uhr noch schnell in die Hauptstadt rüber zu machen... Ist das wirklich Euer Ernst, liebe DFB-Verantwortliche? In meinen Augen hat das null mit Wertschätzung des Amateurfußballs zu tun. Weder die Anstoßzeit an sich, noch die mögliche Konstellation des Endspies und das Interesse hiesiger Fußballanhänger daran haben in DFB-Köpfen ernsthafte Überlegungen ausgelöst. Die Kampagne „Unsere Amateure“ als auch der Sinn des Tags der Amateure wird so ad absurdum geführt. Das ist ein falsches Spiel, was da in der DFB-Zentrale gespielt wird!

Geiles Spiel

Viel, viel mehr Freude bereitet uns da nach wie vor die Frankfurter Eintracht. Meine Vorahnung, dass die Chance auf den Halbfinaleinzug absolut gegeben sei, setzte die Mannschaft von Adi Hütter per 2:0-Heimsieg gegen Benfica Lissabon und einem weiteren richtig geilen Europacupspiel mal eben in die Tat um und sorgte damit für Luxusprobleme im völlig euphorisierten Fanlager. Während nämlich das Heimspiel am 2. Mai ratzfatz ausverkauft war, gibt es für das Rückspiel bei Chelsea am 9. Mai in London lediglich 2000 Tickets, was Eintracht-Boss Axel Hellmann echte Bauchschmerzen bereitet: „Ich weiß gar nicht, wie wir die paar Karten an die 20.000, die da hinwollen, verteilen sollen!“ Ich empfehle da mal ein Public-Viewing-Event in der Commerzbank-Arena – bei der aktuellen Euphorie dürfte das Stadion so auch beim Rückspiel ausverkauft sein.

Ende mit Schrecken

Der absolute Gegenentwurf zum Höhenflug der Frankfurter „Adler“ ist aktuell der VfB Stuttgart, bei dem Sportdirektor Thomas Hitzlsperger nach dem desaströsen 0:6 in Augsburg die Notbremse zog und mit dem Trainer Nummer 17 (!!!) in den vergangenen zwölf Jahren zumindest noch den direkten Abstieg verhindern möchte. Für den 44-jährigen Marcus Weinzierl war nur ein Sieg aus den vergangenen 15 Spielen viel zu wenig, um die wochenlangen Treuschwüre und Kontinuitätsversuche von Hitzlsperger auch weiterhin aufrecht halten zu können. Es war das vierte Mal, dass ein VfB-Trainer nach einer Niederlage in Augsburg gehen musste: 2013/14 traf es Bruno Labbadia, 2014/15 war Armin Veh weg, und 2015/16 erwischte es Andreas Zorniger. Bei Augsburg saß übrigens immer Markus Weinzierl auf der Trainerbank... Nun soll also der bisherige U19-Coach Nico Willig den charakterlich äußerst schwierigen Stuttgarter Kader vor dem Abstieg retten. Neben seinen eigenen Motivationskünsten wird aber auch er weitestgehend abhängig vom Wohlwollen seiner Akteure sein, wenn es kein Ende mit Schrecken im Ländle geben soll.

Schrecken ohne Ende

Markus Weinzierl war ja auch mal auf Schalke tätig - und wurde dort am Ende der Saison 2016/17 nach 50 Spielen mit einem Punkteschnitt von 1,52 auf Platz zehn entlassen. Inzwischen wurde „Jahrhundert-Trainer“ Huub Stevens als Retter in der Not engagiert. Immerhin ist der 65-Jährige in seiner Karriere nie mit einem Klub abgestiegen. Allerdings liest sich seine Bilanz mit vier Punkten aus fünf Spielen (ein Sieg) nicht gerade wie die eines Retters. So hält die punktemäßige Talfahrt der Knappen an und gestaltet sich mittlerweile zum Schrecken ohne Ende. Die Gründe liegen für den knorrigen Niederländer auf der Hand: „Ich muss halt mit dem arbeiten, was ich hier vorgefunden habe!“ Kein gutes Zeugnis, das der erfahrene Hase seinem Vorgänger und den Schalker Kaderplanern da ausstellt. Nur gut, dass die Konkurrenz im Abstiegskampf noch schwächer ist als seine Jungs, denn sonst droht auf Schalke zum Saisonfinale - übrigens am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart - sogar Schrecken ohne Ende!

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