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Promi-Geburtstag vom 21. Mai: Hans Traxler

21.05.2019 - Das Komische in der Kunst wird oft unterschätzt. Der große Zeichner Hans Traxler hat scih in diesem Genre verdient gemacht.

  • Hans Traxler vor einigen seiner Werke im Museum für Karikatur und Zeichenkunst "Wilhelm Busch" in Hannover. Foto: Raphael Knipping © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hans Traxler vor einigen seiner Werke im Museum für Karikatur und Zeichenkunst "Wilhelm Busch" in Hannover. Foto: Raphael Knipping © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Alter von fünf hat er seine erste Bildergeschichte gezeichnet, mit 17 Jahren hat er die erste an eine Illustrierte verkauft: Hans Traxler, der an diesem Dienstag (21. Mai) 90 Jahre alt wird, hat in seinem langen Berufsleben Tausende von Zeichnungen erschaffen. Er ist ein Mann von unglaublicher Produktivität - und doch sind seine Werke stets als echte «Traxler» zu erkennen.

Der Künstlergruppe der «Neuen Frankfurter Schule» zugehörig, wurde er Mitbegründer der legendären Satireblätter «Pardon» und «Titanic». Später zeichnete er als Cartoonist für renommierte deutsche Zeitungen und Zeitschriften. Richtig berühmt wurde er aber durch die «Birne» - die Spottkarikatur von Bundeskanzler Helmut Kohl in den politisch bewegten Zeiten der 1980er Jahre.

Doch Traxlers Liebe galt schon immer nicht so sehr der scharfen politischen Satire, sondern der komischen Zeichnung im klassischen Sinne. Zum Beispiel, wenn er in einem Cartoon ein niedlich wirkendes Krokodil vor dem Zubettgehen im bürgerlichen Schlafzimmer beten lässt: «Und bitte, bitte lieber Gott, lass doch recht bald mal wieder eines von diesen vollbesetzten Touristenschiffen untergehen!»

Das ist boshaft, aber nie böse oder hämisch. Traxler erzählt gerne groteske Geschichten, die sich aus der Situationskomik des Alltags ergeben oder menschliche Schwächen aufspießen. Diese bringt er mit viel Humor zeichnerisch - und mit einem Kommentar versehen - auf den Punkt. Das ist eine Kunst, die ursprünglich in den USA erfunden wurde. Nicht umsonst ist Traxler ein großer Verehrer der berühmten Cartoons in der Zeitschrift «New Yorker». Und Traxlers Werk «Aus dem Leben der Gummibärchen» wurde in den 1990er Jahre das erste in Amerika verlegte Buch eines deutschen Cartoonisten.

Hans Traxler wurde am 21. Mai 1929 als Sohn eines Landgendarmen in Herrlich in Nordböhmen - im heutigen Tschechien - geboren. Als verwaister Jugendlicher wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg in Regensburg vom ehemaligen Direktor der Akademie in Prag, Max Geyer, in dessen Obhut genommen. Später studierte Traxler an der Frankfurter Städelschule. Die akademische Ausbildung ist ihm wichtig. «Das schönste für mich ist zu malen», sagt der Zeichner. Bis 1986 hat er nur der Feder vertraut, bevor er auch den Pinsel für seine Arbeit entdeckte.

Traxler, der Vater von zwei längst erwachsenen Kindern ist, hat für sich in den vergangenen Jahren wieder was Neues entdeckt: Er illustriert am liebsten literarische Kinderbücher - über Schriftsteller wie Goethe, Heinrich Heine, Shakespeare oder auch Mark Twain. Von diesem Künstler Traxler ist noch einiges zu erwarten: «Jeder Tag ohne Zeichnen ist für mich verloren», sagt er.

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