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Mit Lader statt Ladegerät

07.11.2019 - Porsche lässt es noch einmal richtig krachen: Bevor die Elektriker ganz das Kommando übernehmen in Zuffenhausen, krönen die schnellen Schwaben den Elfer noch einmal mit einem Turbo. Während der Taycan schon die neue Zeit einläutet, halten die Entwickler bei letzten Abstimmungsfahrten die alten Werte hoch.

  • Anfang 2020 bringt Porsche den neuen 911 Turbo. Wir waren bereits mit Prototypen in den Seealpen unterwegs ©

    Anfang 2020 bringt Porsche den neuen 911 Turbo. Wir waren bereits mit Prototypen in den Seealpen unterwegs © Porsche

  • Weiterhin werkelt im Heck des 911 Turbo ein 3,8-Liter-Sechszylinder ©

    Weiterhin werkelt im Heck des 911 Turbo ein 3,8-Liter-Sechszylinder © Porsche

  • Die Leistung wird im kommen 911 Turbo von einst 580 auf 650 PS steigen ©

    Die Leistung wird im kommen 911 Turbo von einst 580 auf 650 PS steigen © Porsche

  • Der 911 Turbo ist ein scharfer Supersportwagen, mit dem man auf Messers Schneide über die Passstraßen rasieren kann ©

    Der 911 Turbo ist ein scharfer Supersportwagen, mit dem man auf Messers Schneide über die Passstraßen rasieren kann © Porsche

  • Testfahrer Jörg Bergmeister bekommt im neuen 911 Turbo das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht und mag das Lenkrad gar nicht mehr aus der Hand geben, so intensiv ist der Rausch des Rasens ©

    Testfahrer Jörg Bergmeister bekommt im neuen 911 Turbo das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht und mag das Lenkrad gar nicht mehr aus der Hand geben, so intensiv ist der Rausch des Rasens © Porsche

  • Der 911 Turbo saugt sich förmlich fest am Asphalt und nimmt die Kehren zum Col de Turini mit einer Leichtigkeit, die wahrscheinlich selbst Walter Röhrl zum Staunen brächte ©

    Der 911 Turbo saugt sich förmlich fest am Asphalt und nimmt die Kehren zum Col de Turini mit einer Leichtigkeit, die wahrscheinlich selbst Walter Röhrl zum Staunen brächte © Porsche

  • „Das ist traditionell das Topmodell der Baureihe und diesmal legen wir die Latte ein gutes Stück höher“, sagt Walliser, verantwortlich für die Entwicklung des 911 ©

    „Das ist traditionell das Topmodell der Baureihe und diesmal legen wir die Latte ein gutes Stück höher“, sagt Walliser, verantwortlich für die Entwicklung des 911 © Porsche

  • Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister war mit so ziemlich allen Elfern schon auf so ziemlich jeder Rennstrecke unterwegs ©

    Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister war mit so ziemlich allen Elfern schon auf so ziemlich jeder Rennstrecke unterwegs © Porsche

SP-X/Nizza. Man kann sie noch nicht sehen, aber dafür schon um so deutlicher hören: Lange bevor Frank-Steffen Walliser und seine Kollegen den kleinen Pass in den französischen Seealpen erreichen, füllt sich das Tal mit einem Brüllen wie man es sonst nur von der Rallye Monte Carlo kennt. Dabei ist später Sommer statt eisiger Winter und es läuft auch kein Autorennen. Walliser und Co. sind vielmehr auf einer ganz gewöhnlichen Dienstfahrt, wie sie es mehrfach im Jahr tun. Nur dass sie keine ganz so gewöhnlichen Jobs haben und auch ihre Dienstwagen alles andere als normal sind. Denn Walliser verantwortet bei Porsche die Entwicklung des 911 und ist kurz vor der Markteinführung Anfang 2020 unterwegs mit dem neuen Turbo, mit den er der Generation 992 die Krone aufsetzen will. „Das ist traditionell das Topmodell der Baureihe und diesmal legen wir die Latte ein gutes Stück höher“, sagt Walliser.

Das gilt nicht nur für die Leistung des unverändert 3,8 Liter großen Sechszylinders im Heck, der statt 580 nun bis zu 650 PS und 800 Nm leistet und damit den größten Sprung in der jüngeren Porsche-Geschichte macht. Das gilt vor allem für das Fahrwerk und mit ihm für das Fahrverhalten. Denn wie eh und je ist der Turbo der perfekte Gran Turismo, mit dem man stundenlang über die Autobahn fliegt. Aber er ist jetzt auch wieder ein scharfer Supersportwagen, mit dem man auf Messers Schneide über die Passstraßen rasieren kann. „Wir haben diesen Spagat noch weiter gespreizt und an beiden Enden kräftig nachgelegt,“ sagt Walliser und erzählt von der ersten Mischbereifung bei einem Turbo, von der breiteren Spur und von der optimierten Aerodynamik mit der aktiven Buglippe und dem großen Heckflügel, der über der 4 Zentimeter breiteren Karosse thront.

So saugt sich der Elfer förmlich fest am Asphalt und nimmt die Kehren zum Col de Turini mit einer Leichtigkeit, die wahrscheinlich selbst Walter Röhrl zum Staunen brächte. Werksfahrer Jörg Bergmeister jedenfalls, der so langsam in Röhrls Rolle als prominenter Prototypenfahrer wachsen will und mit so ziemlich allen Elfern schon auf so ziemlich jeder Rennstrecke unterwegs war, bekommt das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht und mag das Lenkrad gar nicht mehr aus der Hand geben, so intensiv ist der Rausch des Rasens.

Das liegt auch daran, dass der Turbo so etwas wie Porsche pur ist und ein direkter Gegenentwurf zum gerade vorgestellten Taycan. Denn während der eine neue Zeit predigt, elektrisch fährt und innen eher wie ein Raumschiff wirkt als wie ein Auto, ist der Turbo fast noch ein altmodisches Stück, in dem zumindest der Drehzahlmesser weiter analog funktioniert und sich der Einsatz der Elektromotoren noch auf die Fensterheber und Sitzverstellung sowie beim Cabrio natürlich aufs Dach beschränkt. Dass der Turbo mit allem dem Komfort mittlerweile stolze 1,7 Tonnen wiegt, sieht man ihm da gerne nach – zumal von dem Gewicht angesichts der Leistung ohnehin nichts zu spüren ist.

Allerdings könnten auch diese Zeiten bald vorbei sein und womöglich ist der 991 Turbo vielleicht schon der letzte seiner Art. Und zwar nicht nur, weil mittlerweile alle Elfer auch ohne den Schriftzug am Heck einen Turbo haben oder selbst der Taycan als Turbo firmiert – obwohl es dort statt des Laders nur ein Ladegerät gibt. Sondern weil selbst bei Porsche keiner darauf wetten mag, dass nicht auch der 911 bald zumindest einen elektrischen Hilfsantrieb bekommt. Vorbereitet jedenfalls ist die Generation 992 sogar für einen Plug-in-Baustein. Doch fürs erste ist er eine Versicherung dafür, dass sie die reine Lehre in Weissach und Zuffenhausen noch beherrschen und die Emotionen nicht vollends auf dem Altar der Elektromobilität opfern.

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