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Peruaner feiern ausgelassene Party - 2:0 gegen Australien

26.06.2018 - Peru hat den Australiern die letzte Hoffnung auf das WM-Achtelfinale genommen und selbst die WM-Party angestimmt. Carrillo und der frühere Bundesliga-Profi Guerrero treffen zu Perus erstem WM-Sieg seit 1978.

  • Perus Andre Carrillo wird von seinem Teamkollegen Yoshimar Yotun für seinen Treffer zum 1:0 gefeiert. Foto: Martin Meissner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Perus Andre Carrillo wird von seinem Teamkollegen Yoshimar Yotun für seinen Treffer zum 1:0 gefeiert. Foto: Martin Meissner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Australiens Torwart Mathew Ryan kann den Treffer zum 2:0 durch Guerrero nicht verhindern. Foto: Efrem Lukatsky/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Australiens Torwart Mathew Ryan kann den Treffer zum 2:0 durch Guerrero nicht verhindern. Foto: Efrem Lukatsky/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Australier Mathew Leckie (l) führt zwei Peruaner den Ball. Foto: Martin Meissner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Australier Mathew Leckie (l) führt zwei Peruaner den Ball. Foto: Martin Meissner/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die ausgelassene Party der Fans aus Peru ging nach dem langersehnten WM-Sieg gegen Australien erst richtig los.

Im Fischt-Stadion von Sotschi stimmten die Anhänger lautstark das Volkslied «Contigo Peru» an und feierten ihre Fußballer für das 2:0 über Australien mit kräftigem Applaus. Eine Chance auf das Achtelfinale hatten die Peruaner zwar schon vor der Partie nicht mehr gehabt, doch der erste Sieg bei einer WM seit 40 Jahren machte Spieler und Fans stolz.

Die Siegtreffer von Andre Carrillo (18. Minute) und Paolo Guerrero (50.) waren zudem die ersten WM-Tore der Südamerikaner seit dem Turnier 1982 in Spanien. «Dieser Sieg ist für unser Volk und für Jefferson Farfan», sagte der langjährige FC Bayern- und HSV-Profi Guerrero auch mit Blick auf den verletzten Ex-Schalker. «Wir haben gezeigt, dass Peru mit jedem mithalten kann.»

Der letzte WM-Sieg der Peruaner lag lange zurück: 4:1 gegen Iran bei der WM 1978. Die Australier hätten es nur bei einem Sieg ins Achtelfinale schaffen können, nun müssen sie die lange Heimreise sogar als Gruppenletzte antreten. Damit endet auch die Zeit des ebenfalls aus der Bundesliga bekannten Nationaltrainers Bert van Marwijk. Sein Vertrag läuft aus. «In Holland würde man sagen, dass wir mit erhobenen Häuptern das Turnier verlassen können», sagte der Niederländer. «Es war für mich eine fantastische Zeit.»

Ricardo Gareca war glücklich. «Das war ein großartiger Abschluss dieser WM», sagte Perus Coach, mit dem der Verband weitermachen will. Der Argentinier wird nach der Rückkehr in die Heimat entscheiden.

Auch wenn das Aus für die seit 36 Jahren erstmals wieder für eine WM qualifizierten Peruaner schon feststand, feierten deren Fans auf der Tribüne schon vor dem Anpfiff eine Riesen-Party. Zwar übernahmen die Australier vor 44.073 Besuchern das Kommando und gaben durch Kapitän Mile Jedinak den ersten Warnschuss ab (5.). Danach war bei den anfangs passiv und ideenlos wirkenden Socceroos aber nicht immer zu erkennen, dass sie ihre Achtelfinalchance nutzen wollen. «Ich fand, dass wir besser gespielt haben als der Gegner», fand van Marwijk.

Der erste nennenswerte Angriff der ohne Farfán (Gehirnerschütterung) angetretenen Lateinamerikaner führte dann zum 1:0. Nach ganz starker Vorarbeit von Guerrero traf der zum Spieler des Spiels gekürte Carrillo mit einem tollen Volleyschuss ins lange Eck. Das erste WM-Tor für Peru seit 13.153 Tagen, als Guillermo la Rosa 1982 gegen Polen traf, erhöhte auf den Rängen nochmals die Stimmung. Immer wieder erhoben sich Perus Anhänger von den Plätzen. Viele sangen mit Tränen in den Augen oder schwenkten Schals und Fahnen.

Erst jetzt wachten die Australier auf und entfachten gegen die kompakt und mit Leidenschaft verteidigenden Peruaner mehr Druck. Erst scheiterte Tom Rogic nach einem tollen Solo an Keeper Pedro Gallese (27.), dann verpasste Hertha-Profi Mathew Leckie den Ausgleich (33.).

Nach dem Wechsel dauerte es gut vier Minuten, da lag der Ball wieder im Netz der Australier. Nach einem Blitzangriff behielt Guerrero im Getümmel vor dem Tor die Übersicht und vollstreckte gekonnt. Van Marwijk wechselte unter anderem Tim Cahill ein, der erst der dritte Australier ist, der bei vier WM-Turnieren zum Einsatz kam, doch zu mehr Zielstrebigkeit verhalf das seinem Team auch nicht. Deshalb durften die Peruaner auch nach dem Abpfiff kräftig weiter feiern.