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Videobeweis-Chaos: Bayer-Coach Bosz: «Nicht übertreiben»

21.02.2020 - Zum ersten Mal kam am Donnerstag der Videobeweis in der Europa League zum Einsatz. Und schon redeten nachher alle fast nur über dieses Thema. Bayer Leverkusen litt beim 2:1 gegen den FC Porto aber nicht unter den Entscheidungen.

  • Leverkusens Coach Peter Bosz (l) und Portos Trainer Sergio Conceicao im Gespräch. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leverkusens Coach Peter Bosz (l) und Portos Trainer Sergio Conceicao im Gespräch. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Leverkusens Spieler feiern den 2:1-Sieg über Porto. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leverkusens Spieler feiern den 2:1-Sieg über Porto. Foto: Federico Gambarini/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Peter Bosz schüttelte an diesem verrückten Europacup-Abend ein ums andere Mal den Kopf und wusste nicht mehr, was da gerade vor sich ging.

Da wurde seinem Team ein Treffer zunächst aberkannt, obwohl Bosz gerade auf TV-Bildern gesehen hatte, dass dieser eindeutig regulär war. Später durfte sich sein Spieler Kai Havertz nach einem verschossenen Elfmeter nochmal versuchen, obwohl Bosz keinen Anlass dafür sah. Der Videobeweis hatte an diesem Abend Premiere in der Europa League, und gleich drehte sich wieder alles um ihn.

Bosz ist eigentlich ein klarer Befürworter des Videobeweises. Doch diesem Tag war es auch ihm zu viel. «Wir dürfen es nicht übertreiben», sagte der Niederländer nach dem 2:1 (1:0)-Sieg von Bayer Leverkusen gegen den FC Porto im Zwischenrunden-Hinspiel. Und gestand auf die Frage, ob er Havertz' Strafstoß hätte wiederholen lassen: «Nein. Ich nicht. Aber ich bin auch kein VAR.»

Havertz war der erste Spieler, der in einem UEFA-Wettbewerb einen Elfmeter wiederholen durfte, weil sich der Torhüter zu früh von der Linie bewegt hatte. Doch neben Freude hatte die Entscheidung auf der Bayer-Bank vor allem großes Rätselraten verursacht. «Wir haben uns alle gefragt, ob wieder derselbe Spieler schießen muss», sagte Bosz: «Ich habe keine Ahnung.» Es hätte ein anderer Spieler schießen dürfen, aber Havertz nutzte seine zweite Chance (57.) und zeigte sich erleichtert. «Einen Elfer zu verschießen, ist immer bitter», sagte der 20-Jährige: «Aber am Ende ist mir das scheißegal, weil der zweite drin war.»

Nicht minder groß war das Rätselraten auf der Leverkusener Bank in der 29. Minute gewesen. Lucas Alario hatte den Ball zum 1:0 ins Tor geschossen. «Wir haben alle direkt aufs Tablet geschaut und gesehen, dass es kein Abseits war», erzählte Bosz: «Deshalb waren wir wirklich überrascht, als er das Tor aberkannt hat. Das haben wir dem Vierten Offiziellen dann auch gesagt.» Ob sich der Videoassistent die Bilder deswegen noch mal ansah und die revidierte Entscheidung revidieren ließ, wusste Bosz nicht. «Ich glaube nicht», sagte er mit einem Schmunzeln.

Leverkusens Kapitän Lars Bender blickte bei dem ganzen Videoschiedsrichter-Chaos auch nicht mehr wirklich durch und fand das emotionale Auf und Ab fast anstrengender als das kampfbetonte Spiel. «Da wird man fünf Mal in den Himmel gehoben und kriegt fünf Mal wieder einen auf den Kopf», sagte der Ex-Nationalspieler. «Aber diesmal sind die Entscheidungen zum Glück für uns gefallen.»

Havertz erklärte, er sei unabhängig von seinem Elfmeter «ein Befürworter des Videobeweises. Natürlich ist es scheiße, wenn man während der Entscheidung zwei, drei Minuten in der Kälte stehen muss», sagte er: «Aber das bringt die Regel so mit sich. Aber am Ende wird es gerechter.»

Wobei der Elfmeter laut seines Trainers ja eigentlich nicht hätte wiederholt werden dürfen.

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