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Kehrtwende: Eintracht Frankfurt doch ohne Fans gegen Basel

11.03.2020 - Nur wenige Stunden hat sich Frankfurt dem bundesweiten Trend verweigert. Nach einer Neubewertung der Lage verfügt das Gesundheitsamt doch ein Geisterspiel für die Eintracht in der Europa League gegen Basel.

  • Die Eintracht-Spieler müssen auch gegen den FC Basel ohne Zuschauer auskommen. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Eintracht-Spieler müssen auch gegen den FC Basel ohne Zuschauer auskommen. Foto: Arne Dedert/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Vorfreude auf ein letztes normales Fußballspiel vor vollen Rängen währte bei Eintracht Frankfurt nur wenige Stunden.

Nach einer Neubewertung der Lage verfügte das Gesundheitsamt der Mainmetropole am Mittwochabend wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus doch noch einen Zuschauerausschluss für das Achtelfinal-Hinspiel der Hessen gegen den FC Basel am Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN).

«Wir bedauern das sehr, aber wir haben auch stets betont, dass wir jede behördliche Anordnung aufgrund veränderter Voraussetzungen akzeptieren, da die Gesundheit unserer Fans und Besucher absolute Priorität hat», kommentierte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann die revidierte Entscheidung.

Am Mittwochmorgen hatte die Behörde noch grünes Licht für eine Austragung der Partie vor einer stimmungsvollen Kulisse gegeben und damit nicht nur bei Eintracht-Trainer Adi Hütter große Vorfreude geweckt. «Wir können davon ausgehen, dass morgen das vorerst letzte Spiel sein wird vor eigenen Zuschauern. Schön, dass wir das noch einmal genießen dürfen», sagte der Österreicher. Vier Stunden später war es damit vorbei.

Auch ohne Fans will der Vorjahreshalbfinalist mit Herz und Leidenschaft die Weichen für den Einzug ins Viertelfinale stellen. «Alle sind bis in die Haarspitzen motiviert», berichtete Mittelfeldspieler Djibril Sow.

Personell kann die Eintracht aus dem Vollen schöpfen kann. «Bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann an Bord», berichtete Hütter. Dass Basel wegen der Unterbrechung der nationalen Liga seit zwei Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten hat, bezeichnete Sow als Vorteil. «Aber wir können uns nicht darauf verlassen», mahnte der Schweizer. Ähnlich sieht es Hütter, der warnte: «Das ist eine sehr routinierte Mannschaft und ein großer Verein in der Schweiz.»

Immerhin kennt er den Gegner aus seiner Zeit als Trainer der Young Boys Bern sehr gut. «Sie haben Spieler mit viel Erfahrung in ihren Reihen, wie beispielsweise Valentin Stocker, Fabian Frei oder Taulant Xhaka», zählte Hütter auf. Von seinen Schützlingen forderte er eine deutliche Steigerung gegenüber dem 0:4 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag. «Vor allem zuhause haben wir viele gute Ergebnisse erzielt, von daher bin ich überzeugt, dass wir eine sehr gute Leistung zeigen werden», betonte Hütter.

Dass die Hessen nun doch auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten müssen, macht die Aufgabe aber nicht leichter. Nach Angaben des Vereins führte eine neue Infektionslage des Coronavirus, «insbesondere im Kanton Basel und dem angrenzenden französischen Elsass», zur Kehrtwende des Gesundheitsamtes bei der Bewertung der Situation. Am Morgen hatte der Leiter der Behörde, René Gottschalk, mit Blick auf das Spiel noch erklärt: «Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass man sich infizieren kann, liegt bei Null.»

Wenige Stunden später sah die Situation jedoch bereits ganz anders aus: In der Schweiz seien die Infektionen innerhalb eines Tages um 35 Prozent gestiegen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Gesundheitsamtes am Abend. Zudem seien die angrenzenden französischen Regionen zum Risikogebiet erklärt worden. Noch am Morgen war als Argument angeführt worden, viele Schweizer Fans seien bereits auf dem Weg Richtung Frankfurt. Bedeutet das nun ein steigendes Risiko für die Rhein-Main-Region? Ein Teil der Fans sei vor dem Anstieg in ihrer Heimat aufgebrochen, meinte Gottschalk. «Es bleibt zu hoffen, dass sie nun umkehren und der Zuwachs (in der Schweiz) spurlos an uns vorüber geht.»

Für das Spiel waren 47.000 Tickets verkauft worden. Eintracht-Vorstand Hellmann kündigte an, dass die Kosten zurückerstattet werden. Für den Verein wird das Achtelfinale damit zum Verlustgeschäft. Dennoch betonte Hellmann: «Die körperliche Unversehrtheit steht ganz oben.»

Immer noch offen ist, wo die Zweitauflage am 19. März stattfindet, Eine Austragung in Basel hatte die Kantonspolizei zu Wochenbeginn verboten. «Das ist ein kompliziertes Thema, weil sehr viele Parteien involviert sind. In erster Linie ist es die Angelegenheit von Basel, einen Rückspielort in Absprache mit der UEFA zu definieren», sagte Hellmann dazu. Auch Frankfurt komme dafür infrage.

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