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Özil-Absturz - Emery: «Kann andere Spieler einsetzen»

27.01.2019 - Einst war er der Publikumsliebling und Star im Mittelfeld des FC Arsenal. Doch unter Coach Unai Emery hat Mesut Özil seinen Stammplatz verloren. Seine Zeit in London scheint abzulaufen.

  • Für Arsenal-Trainer Emery ist Mesut Özil ersetzbar. Foto: Nick Potts/PA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Für Arsenal-Trainer Emery ist Mesut Özil ersetzbar. Foto: Nick Potts/PA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Fragen nach Mesut Özil und seiner Zukunft kann Arsenal-Trainer Unai Emery schon nicht mehr hören. Gereizt sagte der Coach nach dem Pokal-Aus der Londoner gegen Manchester United (1:3) nur kurz und knapp: «Er hat gespielt.»

Warum der deutsche Mittelfeldstar erst nach einer Stunde eingewechselt wurde und nicht in der Startelf stand? «Weil ich denke, dass ich auch andere Spieler einsetzen kann.» Das saß.

Ob verletzungsbedingt, aus taktischen Gründen oder weil das Spiel «zu körperlich» sei - Emery fand in den vergangenen Wochen meistens einen Grund, den 30-Jährigen nicht einzusetzen. Etwas Interpretationsspielraum war stets dabei, weil Emery sich mit der englischen Sprache bisher schwertat. Doch die karge Antwort nach dem Pokal-Aus war ziemlich eindeutig. Er setzt nicht mehr auf Özil.

Dabei hatte es zu Saisonbeginn zunächst noch so ausgesehen, als könne Özil nach dem turbulenten Jahr - mit einer schwachen Arsenal-Saison, dem Eklat um die Erdogan-Fotos und der deutschen WM-Blamage - unter Emery neu durchstarten. Der Spanier kündigte Unterstützung an und gab Özil zwischenzeitlich sogar die Kapitänsbinde. Doch mittlerweile ist es rund drei Monate her, dass er für sportliche Schlagzeilen sorgte - mit einem starken Auftritt beim 3:1-Sieg gegen Leicester City.

Vor einem Jahr hatte Özil seinen Vertrag in London noch bis 2021 verlängert und war zum Rekordverdiener bei Arsenal aufgestiegen. Über ein ernsthaftes Interesse von anderen Klubs war damals nichts bekannt. Trotzdem verkündeten die Gunners stolz: «Wir haben Özil. Und er geht nirgendwo hin.»

Die Zeitung «Telegraph» nannte es «ein absurdes Verständnis von Dankbarkeit» und unterstellte, es sei nicht so sehr eine sportliche Entscheidung gewesen. Dem FC Arsenal, der früher oft Spieler an andere Vereine verloren hatte, weil er die Gehaltsforderungen nicht akzeptieren wollte, sei es vor allem ums Prinzip gegangen.

Die drei Verantwortlichen für den Deal - der damalige Trainer Arsène Wenger, Vorstandschef Ivan Gazidis und Chefscout Sven Mislintat - haben Arsenal inzwischen verlassen. Und im Verein dürfte so manchen das Gefühl beschleichen, man hätte die Trainerfrage vielleicht besser vorher geklärt - und was Wengers Nachfolger von Özil hält.

Die Zeichen stehen auf Abschied, selbst wenn Özil-Berater Erkut Sögüt bekräftigt, der Mittelfeldspieler wolle seinen Vertrag bei den Gunners erfüllen und vielleicht sogar verlängern. Ein angebliches Tauschgeschäft mit Inter Mailands Ivan Perisic, über das in einigen Medien spekuliert wird, ist bisher nur ein Gerücht. Aber wenn Emery und Özil nicht zueinander finden, wird Arsenal seinen Topverdiener spätestens im Sommer von der Gehaltsliste streichen wollen.

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