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Bäumefällen für den Bauboom bringt Eichhörnchen in Not

23.02.2019 - In dichten Kronen großer Bäume bauen Eichhörnchen ihre Nester am liebsten. Doch die werden häufig gefällt, um Platz für Neubauten zu schaffen. Für die Eichhörnchen-Babys birgt das eine große Gefahr.

  • Zwei junge Eichhörnchen liegen in einer Auffangstation in einem Tuch. Foto: Daniel Karmann © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Zwei junge Eichhörnchen liegen in einer Auffangstation in einem Tuch. Foto: Daniel Karmann © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Eichhörnchen bauen ihre Kobel am liebsten in den dichten Kronen großer Bäume. Foto: Felix Kästle © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eichhörnchen bauen ihre Kobel am liebsten in den dichten Kronen großer Bäume. Foto: Felix Kästle © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um Platz für Baustellen zu schaffen, werden momentan viele große Bäume gefällt - oft mit gravierenden Folgen für Eichhörnchen. Denn in den Bäumen haben die Tiere ihre Nester, den sogenannten Kobeln, für den Nachwuchs gebaut.

«Es ist damit zu rechnen, dass sie jetzt schon Junge in den Kobeln haben», sagte der Biologe Konstantin Börner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin der Deutschen Presse-Agentur in München. Oft versuchten die Mütter, den Nachwuchs in Sicherheit zu bringen. Und wenn das nicht gelingt? «Dann sterben die natürlich, wenn ein Baum gefällt wird.» Gerade in Boom-Städten, in denen viel gebaut wird, ist das ein Problem. Noch bis Ende Februar darf gefällt werden. Vom 1. März bis zum 30. September ist dies nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt.

Eigentlich müssten die Baumfäller nachsehen, ob Junge im Nest seien, erklärte Heidi Gallenberger vom Verein Eichhörnchen Schutz in München. Doch nicht selten würden die Tierbabys mit den Kobeln lebend entsorgt. «Die sterben so qualvoll», sagte Gallenberger. Auch der Bund Naturschutz (BUND) beklagt fehlende Sensibilität bei diesem Thema, vor allem weil Bäume immer wieder illegal gefällt würden. Geldstrafen zeigten wenig Wirkung, so der stellvertretende Geschäftsführer der BUND-Kreisgruppe München, Martin Hänsel.

Allein München verliert nach Schätzung der Naturschützer jedes Jahr 2500 Bäume, mit weitreichenden Folgen für Wildtiere wie Eichhörnchen, die so immer weniger Plätze für ihre Kobel finden. In ihrer Not wichen die Tiere auf Balkone, Vogelkästen, große Blumentöpfe oder sogar Polster und liegengelassene Handtücher aus, erklärt IWZ-Biologe Börner. Auch in Dachrinnen oder Jalousienkästen wurden schon welche gefunden. Vom Aussterben bedroht sind Eichhörnchen nicht, dennoch wünschen sich Verbände wie das IZW oder der BUND einen respektvolleren Umgang mit den Tieren.

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