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01.12.2020 - Während die Fans des klassischen VW-Transporters noch warten müssen, bringt die französische PSA-Gruppe als erster Volumenhersteller gleich drei vollelektrische Transporter und ebenso viele mehrsitzige zivile Vans. Die Modelle von Peugeot, Citroën und auch Opel sind technisch nahezu identisch.

  • Der Peugeot e-Expert ist ein batterieelektrischer Transporter ©

    Der Peugeot e-Expert ist ein batterieelektrischer Transporter © Peugeot

  • Der e-Expert wird wie der Citroen e-Jumpy in drei verschiedenen Längen angeboten ©

    Der e-Expert wird wie der Citroen e-Jumpy in drei verschiedenen Längen angeboten © Peugeot

  • Gebaut werden e-Expert und ë-Jumpy auf der PSA-eigenen Elektroplattform EMP2 in Frankreich ©

    Gebaut werden e-Expert und ë-Jumpy auf der PSA-eigenen Elektroplattform EMP2 in Frankreich © Peugeot

  • Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt ©

    Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt © Citroen

  • Zugeladen werden können bis zu 1.250 Kilogramm ©

    Zugeladen werden können bis zu 1.250 Kilogramm © Citroen

  • Der Citroen e-Jumpy wird wie der Peugeot e-Expert mit zwei Batteriegrößen angeboten ©

    Der Citroen e-Jumpy wird wie der Peugeot e-Expert mit zwei Batteriegrößen angeboten © Citroen

SP-X/Rüsselsheim. Stelldichein auf historischem Terrain, direkt am Adam Opel Haus in Rüsselsheim: Der Opel e-Zafira, durfte die Vorhut machen als vollelektrischer Transporter für seine Schwestermodelle Peugeot e-Expert und Citroën ë-Jumpy. Damit ist das PSA-Trio der rein elektrischen Nutzfahrzeuge mittlerer Größe komplett.
Peugeot e-Expert, Citroën ë-Jumpy sind für die Profis bestimmt, Peugeot e-Traveller, Citroën ë-Jumpy Kombi und Opel e Zafira können als Shuttle-Mobile oder auch als Freizeit-Begleiter punkten. Die Franzosen sind etwas preiswerter als der Deutsche. Gebaut werden e-Expert und ë-Jumpy auf der PSA-eigenen Elektroplattform EMP2 in Frankreich, die Technik stammt weitgehend von den PKW wie Peugeot 208e oder Opel Corsa e.
Bis Ende nächsten Jahres will PSA für alle Nutzfahrzeuge eine rein elektrische Variante anbieten. Im Frühjahr 2021 rollen mit e-Boxer (Peugeot) und ë-Jumper (Citroën) die größten Transporter heran. Im Sommer folgen mit dem e-Partner der Löwenmarke und dem ë-Berlingo die kompakten Nutzfahrzeuge.
Die klassischen Diesel und Benziner, die bei den Nutzfahrzeugen auf eine über hundertjährige Historie zurückblicken, bleiben im Programm. Drei Längen, zwei Batteriegrößen für die Elektromotoren, 15 Assistenzsysteme, jede Menge Platz zum Beladen und sehr viele Möglichkeiten, das Fahrzeug zu konfigurieren – vom typischen Handwerker- oder Lieferwagen bis zum Pick-up, Wohnmobil oder Familienkombi.
Je nach Fahrweise kann man wählen zwischen den gewohnten Modi Eco, Normal und Power. Egal mit welcher Zuladung: bei Geschwindigkeit 130 km/h ist Schluss. Das reicht völlig, um im Verkehr geschmeidig mitzufließen.
Mühelos lassen sich beide Franzosen fahren, erfreulich auch hier das spontane Anfahrverhalten dank Elektromotor. Kurz gewöhnungsbedürftig bei komplett geschlossener Fahrerkabine ist allenfalls der nutzlose Blick in den Rückspiegel, der nur die geschlossene Rückwand zeigt. Doch die Rückfahrkamera sieht ohnehin mehr als das menschliche Auge. Dieses Assistenzsystem, eines von 15, die das Fahren in beiden Vans komfortabel machen, dürfte mit Sicherheit die eine oder andere Delle vermeiden helfen, die beim Rangieren so schnell passiert. Je nach Ausstattung (Pro, Premium oder Avantage bei Peugeot; Control, Club, Worker oder Driver) sind angenehme Helferlein wie Head-Up Display oder Keyless Go serienmäßig an Bord.
Auch die Transporter haben das bei den elektrifizierten Pkw bewährte B für Brake, also verstärkte Rekuperation beim Bremsen. Im Fahrcharakter unterscheiden sich e-Expert und ë-Jumpy nicht, im Erscheinungsbild innen wie außen dagegen deutlich, zumal sie bei weitgehender Gleichteilestrategie das Armaturenbrett nicht miteinander teilen.
Als Elektrovan pflegt Citroën sein Image genauso als junggebliebener, eher unkonventioneller Springinsfeld – eben mit dem Namen Jumpy. Kennzeichnend für die frische Andersartigkeit ist sein auffällig gestaltetes Armaturenbrett – einerseits fast schon retro mit den analogen Tachonadeln auf Formgebungen der 1970er Jahre im geriffelten Mattschwarz, gegen das sich die türkisfarbenen Kreise fürs elektrische Fahren und die weißen Tachonadeln stark abheben. Der elektrische Löwe wiederum gibt sich generell gediegen und im Armaturenbereich fortschrittlich digital.
PSA prognostiziert, dass im ersten Jahr, in dem die rein elektrischen Transporter auf dem Markt sind, fünf Prozent rein elektrisch unterwegs sein werden. Bis 2025 rechnet der Konzern damit, dass der rein elektrische Anteil auf 15 Prozent ansteigen wird, im Jahr 2030 sogar auf 27 Prozent.
Drei wesentliche Faktoren sieht die Groupe PSA als verantwortlich für diese erwartet starke Nachfrage nach Elektromobilität bei den Transportern: Das ist einerseits der stark wachsende e-Commerce, bei dem die letzte Meile für die Auslieferung der getätigten Internet-Einkäufe noch wichtiger geworden sei. DHL etwa stellt auf E-Fahrzeuge um. Zum zweiten haben Stadtzentren zunehmend Zufahrtsbeschränkungen oder erheben Extragebühren. Dabei bestreiten die Vans sieben Prozent des innerstädtischen Verkehrs, sind derzeit aber für 17 Prozent der innerstädtischen Emissionen verantwortlich, stellt die PSA fest.
Und last but not least werden 44 Prozent der Transporter nie mehr als 300 Kilometer am Tag gefahren. 85 Prozent fahren sogar weniger als 200 Kilometer. Dazu passt die Reichweite der PSA-Modelle. Die Fahrzeuge sind mit einer Wallbox und einer Leistung von 11 kW binnen sieben Stunden wieder vollgeladen. Die konzerneigene APP Free2Move zeigt europaweit mehr als 200.000 Ladestationen und andere Services an – etwa zeitverzögertes Laden.
Die Brüder im Geiste mit innen wie außen unterschiedlichem Frack gibt es jeweils mit zwei Batterien, deren Reichweite laut WLTP zwischen 212 Kilometern bei der kleineren Lithium-Ionen-Batterie (50 kWh) und 316 Kilometern bei der großen (75 kWh).
Im Vergleich zu den Verbrennerkollegen hat die elektrische Flotte exakt gleich viel Platz und Stauraum im Innern. Außenmaße wie Höhe und dreierlei Längen (4,60 m, 4,96 m oder 5,30 m) sind ebenfalls identisch, genauso wie die Fülle an Varianten in der Ausgestaltung. Zugeladen werden können bis zu 1.250 Kilogramm. Die maximale Anhängelast ist eine Tonne. Objekte von bis zu vier Metern Länge können von hinten nach vorne durchgeschoben werden.
Zusätzlich zu den 9.000 Euro E-Auto- Förderung greift die Sonderabschreibung für elektrische Nutzfahrzeuge von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung. Unverändert gilt auch hier die 0,25 Prozent Dienstwagenbesteuerung bei einem Netto-Einstiegspreis von 35.250 Euro.

Peugeot e-Expert und Citroën ë-Jumpy – Technische Daten:
Transporter mit variabel wählbaren Sitzen, die fest oder umklappbar sind. Längen: 4,60 Meter, 4,96 Meter oder 5,30 Meter, Breite (ohne Spiegel): 1,92 Meter, Höhe: 1,95 Meter. Radstand: 2,93 bis 3,28 Meter.
Antrieb: Frontantrieb, Elektromotor, max. Leistung 100 kW/136 PS, max. Drehmoment: 260 Nm, Batteriekapazität: 50/75kWh.; Reichweite nach WLTP: 212 km/318 km, Vmax: 130 km/h, 0-100 km/h in 12,1 sec./13,3 sec., Automatik-Elektroantrieb mit fester Getriebeübersetzung, Stromverbrauch nach WLTP: 24,9–27,0 kWh/100km, CO2-Ausstoß: –g/km
Preise bei beiden starten ab 40.890 Euro brutto

Kurzcharakteristik
Warum: Geräuschlos und emissionsfrei durch Innenstädte
Warum nicht: wer öfter weiter fährt, braucht einen Diesel
Was sonst: Mercedes-Benz eVito, Nissan e-NV200 und natürlich den e-Zafira

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