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Einer für die Stadt

02.11.2020 - Der Elektroantrieb wurde bei der Entwicklung des Renault Twingo bereits mitgedacht. Nun gibt es ihn endlich auch zu kaufen.  

  • Den Renault Twingo gibt es nun auch elektrisch ©

    Den Renault Twingo gibt es nun auch elektrisch © Renault

  • Die Preise starten künftig bei knapp 21.000 Euro ©

    Die Preise starten künftig bei knapp 21.000 Euro © Renault

  • Das Interieur ist farbenfroh, wird aber von Hartplastik dominiert ©

    Das Interieur ist farbenfroh, wird aber von Hartplastik dominiert © Renault

  • Optisch gleicht der Kleinstwagen den Verbrenner-Modellen ©

    Optisch gleicht der Kleinstwagen den Verbrenner-Modellen © Renault

  • Geladen wird ausschließlich Wechselstrom ©

    Geladen wird ausschließlich Wechselstrom © Renault

  • Die maximale Ladeleistung beträgt 22 kW ©

    Die maximale Ladeleistung beträgt 22 kW © Renault

  • Gegenüber dem weitgehend bauglichen Smart Forfour hat der Twingo die größere Batterie ©

    Gegenüber dem weitgehend bauglichen Smart Forfour hat der Twingo die größere Batterie © Renault

  • Das Platzangebot wird nicht vom E-Antrieb beeinträchtigt ©

    Das Platzangebot wird nicht vom E-Antrieb beeinträchtigt © Renault

SP-X/Brühl. Bei Stadtautos drängt sich eine Elektroantrieb regelrecht auf. Auch dem Renault Twingo passt der neue Motor wie angegossen. Und dank rund 190 Kilometern Reichweite und schnellem Gleichstromladen ist auch der gelegentliche Wochenendausflug aufs Land kein Problem. Zum Start gibt es zunächst ein umfangreich ausgestattetes Sondermodell für 25.666 Euro. Günstigere Varianten werden bis Jahresende nachgereicht. Auf das rund 21.000 Euro teure endgültige Basismodell müssen Kunden aber wohl noch etwas länger warten.  

Auch die Elektrovariante des fünftürigen Kleinstwagens teilt sich die Technik weitgehend mit dem Smart Forfour. Allerdings haben die Franzosen ihrem Modell bei gleicher Motorleistung (60 kW/82 PS) eine größere Batterie (21,4 statt 17,6 kWh) verpasst, was für eine alltagsgerechtere Reichweite von 190 Kilometern sorgt. Auf einer ersten Testfahrt ließ sich erahnen, dass Renault dabei eher vorsichtig gerechnet hat; wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist, dürfte auch Distanzen von 200 Kilometern und mehr ohne Stopp an der Steckdose absolvieren.  

Beim Laden verzichtet der Twingo auf einen schnellen Gleichstromanschluss (DC), reizt im Gegenzug aber das Potenzial von Wechselstrom (AC) komplett aus. An einer geeigneten Wallbox oder Ladesäule saugt er mit 22 Kilowatt, was den Akku in rund einer Stunde zu 80 Prozent füllt. Wer an der deutlich gängigeren 11-kW-Wallbox oder -Ladesäule tankt, braucht etwas mehr als doppelt so lange. Die CCS-Schnelllader an der Autobahn sind tabu, was die Langstreckenfähigkeit des Twingo einschränkt.  

Als Reiseauto für die Autobahn taugen aber auch die konventionell motorisierten Varianten wenig: Wie alle Kleinwagen sind sie für lange Touren zu laut, zu unkomfortabel und zu eng. Zumindest bei den ersten beiden Punkten bedeutet der neue E-Antrieb gegenüber den üblichen Dreizylinderbenzinern ein großes Plus. Das leise und vibrationsarme Fahren ist im oft hektischen City-Verkehr ein echtes Wellness-Programm. Der flotte Antritt, der minimale Wendekreis (dank Heckantrieb) und die bauartbedingte Automatik dürften hingegen auch eiligeren Stadtbewohnern gefallen. Selbst auf kurzen Überlandetappen punktet der kleinste Renault, der dank des durch die Unterflur-Akkus tief platzierten Schwerpunkts sehr satt auf der Straße liegt.  

Das Platzangebot leidet unter dem neuen Antrieb nicht, da die technische Plattform von Anfang an für die Elektrifizierung vorgesehen war. Ein Raumwunder darf man auf 3,62 Metern Gesamtlänge allerdings nicht erwarten, vor allem auf den beiden Plätzen im Fond zwickt es schon Mittelgroßgewachsene. Auch der Kofferraum fällt mit gut 200 bis knapp 1.000 Liter klassentypisch klein aus. Im Cockpit gefallen die vielen Ablagen und das insgesamt freundliche Ambiente, bei der Materialqualität ist aber noch Luft nach oben.  

Unterm Strich überzeugt der Renault als Stadt- oder Zweitwagen. Die Laufruhe, die Kraft und das Zusatzgewicht des E-Antriebs lassen den Twingo Electric solider und verbindlicher wirken als die konventionellen Varianten. Dank des von Renault auf runde 10.000 Euro aufgestockten Umweltbonus liegt der Preis des Stromers auf gleichem Niveau. Dass die bei der Konkurrenz teils vorhandene DC-Schnellladefähigkeit fehlt, dürfte sich bei einem Stadtauto von vielen potenziellen Kunden verschmerzen lassen. 

Technische Daten – Renault Twingo Electric:  

Fünftüriger, viersitziger Kleinstwagen; Länge: 3,62 Meter, Breite: 1,65 Meter (Breite mit Außenspiegeln: k.A.), Höhe: 1,54 Meter, Radstand: 2,49 Meter, Kofferraumvolumen: 219 – 980 Liter

Fremderregter Synchron-Elektromotor, 60 kW/82 PS, maximales Drehmoment: 160 Nm bei 550 – 3.590 U/min, Frontantrieb, automatisches Reduktionsgetriebe, Akkukapazität: 21,4 kWh (brutto), Ladeanschluss: Typ2, AC-Ladeleistung: 22 kW (3-phasig), DC-Ladeleistung: nicht möglich, Ladedauer: Wallbox 1 Stunde bei 22 kW, 2 Stunden 10 Minuten bei 11 kW, 0-100 km/h: 12,9s, Vmax: 135 km/h, Normverbrauch (WLTP): 16,3 kWh, Normreichweite (WLTP): 190 km, CO2-Ausstoß: 0 g, Effizienzklasse: A+, Preis: ab zirka 21.000 Euro.  


Kurzcharakteristik – Renault Twingo Electric:  

Warum: weil der Kleinstwagen ein rundum überzeugendes Stadtauto ist  

Warum nicht: weil für die Langstrecke mindestens der DC-Anschluss fehlt

Wann: ab sofort  

Was sonst: VW Up, Fiat 500e, Smart Forfour EQ

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