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Wer's braucht, wird selig

11.12.2018 - Die tschechische VW-Tochter Skoda krönt die SUV-Baureihe Kodiaq mit einer Sportversion. Der stärkste je in einem Skoda genutzte Diesel leistet 176 kW/240 PS, dazu kommen bis zu sieben Sitze und Allradantrieb. Die Preise beginnen bei fast 50.000 Euro. Dafür bietet der RS neben viel Auto, Spaß und Sport auch einen neuen Skoda-Sound.

  • Der große Skoda-SUV Kodiaq ist jetzt auch in einer sportlichen RS-Version zu haben ©

    Der große Skoda-SUV Kodiaq ist jetzt auch in einer sportlichen RS-Version zu haben © Skoda

  • Optional ist auch eine dritte Sitzreihe bestelbar, die bei Nichtbedarf im Kofferraumboden verschwindet ©

    Optional ist auch eine dritte Sitzreihe bestelbar, die bei Nichtbedarf im Kofferraumboden verschwindet © Skoda

  • Erkennbar ist das RS-Modell vor allem durch seine speziellen 20-Zoll-Räder, in denen die rot lackierten Bremsen durchscheinen ©

    Erkennbar ist das RS-Modell vor allem durch seine speziellen 20-Zoll-Räder, in denen die rot lackierten Bremsen durchscheinen © Skoda

  • Das aus dem Octavia bekannte RS-Logo wurde für den Kodiac leicht verändert. An Bug und Heck wurde es durch ein „V“ ergänzt, was für „Sieg“ steht ©

    Das aus dem Octavia bekannte RS-Logo wurde für den Kodiac leicht verändert. An Bug und Heck wurde es durch ein „V“ ergänzt, was für „Sieg“ steht © Skoda

  • Ausflügen abseits geteerter Asphaltwege ist der Skoda Kodiaq RS keineswegs abgeneigt ©

    Ausflügen abseits geteerter Asphaltwege ist der Skoda Kodiaq RS keineswegs abgeneigt © Skoda

  • Grundsätzlich ist der Kodiaq RS mit Allradantrieb ausgestattet ©

    Grundsätzlich ist der Kodiaq RS mit Allradantrieb ausgestattet © Skoda

  • Der 176 kW/240 PS starke Selbstzünder ist der stärkste je in einem Skoda genutzte Diesel ©

    Der 176 kW/240 PS starke Selbstzünder ist der stärkste je in einem Skoda genutzte Diesel © Skoda

  • Im Inneren des Power-Bären herrscht Dunkelheit, schwarz ist Trumpf ©

    Im Inneren des Power-Bären herrscht Dunkelheit, schwarz ist Trumpf © Skoda

  • Auf Wunsch kann man die Heckraumklappe per Fußgeste öffnen ©

    Auf Wunsch kann man die Heckraumklappe per Fußgeste öffnen © Skoda

  • Fast zwei Kubikmeter Gepäck kann das Heck des Skoda Kodiaq RS aufnehmen ©

    Fast zwei Kubikmeter Gepäck kann das Heck des Skoda Kodiaq RS aufnehmen © Skoda

SP-X/Cádiz. Stellen wir uns einfach ein modernes Tonstudio vor, in dem ein neuer Hit produziert wird. Ein Techniker mit Kopfhörern sitzt in einer schalldichten Kabine, seine Finger gleiten immer wieder über unzählige Schieberegler. Dann endlich nach viel Hin und Her stimmt der Sound mit dem Geschmack des Künstlers überein. So ähnlich wird es wohl auch im Ton-Labor bei Skoda gewesen sein, in dem ein kerniger Klang für ein neues Sportmodell mit Dieselmotor gesucht wird. Da die heutigen Triebwerke nun mal recht sanft klingen, müssen die Spezialisten tüfteln und ausprobieren. Bis ein akustisch braver Selbstzünder röhrt und bullert wie ein dicker Sechszylinder in einem Sportwagen. Beim neuen Skoda Kodiaq mit den Buchstaben RS an Bug und Heck steckt die Musik in einem kleinen Lautsprecher hinten rechts unter der schmucken SUV-Karosse, mischt sich dort mit dem normalen Geräusch, das so ein Zweiliter-Diesel mit 176 kW/240 PS aus den beiden verchromten Endrohren ins Freie entlässt. Heraus kommt eine Art akustisches Gesamtkunstwerk, das je nach gewähltem Fahrmodus und Geschwindigkeit verschiedene Klangfarben liefert. Der zuständige Skoda-Ingenieur Radek Hošinský erklärt: „Der Vorteil unseres Systems liegt darin, dass wir das Geräusch des Fahrzeugs nachgestalten können, und zwar auch bei Autos mit Dieselmotor, bei denen das allein durch das Auspuffsystems nicht möglich ist“. Soweit so gut. Das neue Spitzenmodell des erfolgreichen Skoda Kodiaq (bisher 277.000-mal verkauft) klingt also künstlich so potent wie es einem sportlichen SUV zukommt. „Dynamic Sound Boost“ nennen die Tschechen ihre Tonleiter, die sie dem teuersten Kodiaq in die Wiege gelegt haben. Das Schwestermodell der langen Ausführung des VW Tiguan soll aber nicht nur durch seinen zwar grimmigen, aber nie krawalligen Sound zahlungskräftige Skoda-Fans anlocken. Weil er den stärksten Dieselmotor unter der Haube hat, der je ein Modell aus Mladá Boleslav unweit von Prag angetrieben hat, könnte er interessant für all jene werden, die sich eine Mischung aus hochbeinigem, geräumigen SUV und einem Sportwagen schon immer gewünscht haben. Erste Ausfahrt im noch sonnenverwöhnten Andalusien. Im Inneren des Power-Bären herrscht Dunkelheit, schwarz ist Trumpf. Alcantara-Sportsitze mit Lederwangen, ebenso gefärbter Kunststoff oberhalb des Armaturenbretts. Gediegene rote Steppnähte als Farbkontrast, dazu ein digitales Cockpit, in dem es ebenfalls rot leuchtet. Das bunte Kartenbild des Navis sorgt für weitere Aufhellung. Bis auf eben jene speziell für den RS programmierbare Anzeigetafel hinter dem Lenkrad ist alles wie in den normalen Kodiaq. Ende der vertrauten Normalität beim Drücken des Startknopfes. Da ist er, der „Fake“-Sound, provoziert durch Antippen des Sport-Modus. Von innen gehört recht dezent, laut einem außenstehenden Ohrenzeugen richtig kernig. Die serienmäßige siebenstufige Doppelkupplung dreht ihre Gänge beim Beschleunigen kraftvoll aus, bevor sie hochschaltet. Dank der mit 500 Newtonmetern satten Durchzugskraft und der beiden Turbolader geht das alles ohne löchrige Rucke. Im Kurventanz auf engen Landstraßen abseits der derzeit verwaisten Touristenmekkas kommt die serienmäßige sogenannte Progressivlenkung zu ihrem Einsatz. Feinfühlig auch bei geringen Einschlägen, erfreulich straff in langgezogenen Biegungen. Immerhin sind da gut 1,9 Tonnen zu manövrieren. Ein Spaß-SUV in Reinkultur, wenn der Hafer sticht. Natürlich kann´s der Kodiaq auch gemütlich, in der Komfort- oder sogar Eco-Stufe. Sanftes Sightseeing-Gleiten entlang des Atlantiks, souveränes Mitschwimmen im Stadtverkehr von Cádiz oder auch Kolonnenfahren in der auf 120 km/h gedrosselten spanischen Autobahn. Hier bewährt sich das schnell reagierende bekannte Abstandsradar aus dem VW-Baukasten oder der behutsam, aber wirkungsvoll zurücklenkende Spurhalteassistent bei Annäherung an den aufgemalten Fahrstreifen. Ein alltagstaugliches, geräumiges Fortbewegungsmittel auch im Sportdress. Bei dem übrigens auf auffällige Äußerlichkeiten verzichtet wurde. Erkennbar ist das RS-Modell vor allem durch seine speziellen 20-Zoll-Räder, in denen die rot lackierten Bremsen durchscheinen. Das aus dem Octavia bekannte RS-Logo wurde für den Kodiac leicht verändert. An Bug und Heck wurde es durch ein „V“ ergänzt, was für „Sieg“ steht. Wer da besiegt werden soll, bleibt jedoch offen. Vielleicht ist ja der Sieg über die Untiefen der Aufpreisliste gemeint. Denn der mit fast 50.000 Euro doch recht teure Kodiaq RS federt den Skoda-untypischen Preisschock mit einer Fülle von serienmäßigen Extras etwas ab. Automatikgetriebe, elektronische Fahrwerksregelung, Allradantrieb, City-Notbremsfunktion mit Personenerkennung, LED-Lichttechnik vorn und hinten, Internetanbindung auch per App, und wirklich vieles mehr. Aufpreise werden fällig für die üblichen Assistenzsysteme wie Abstandsradar, das Navigations- und Kommunikationssystem, die 360-Grad-Kamera oder die dritte Sitzreihe. In der Summe kann man auf den Grundpreis rund 3.000 Euro für sein Wunschauto draufrechnen. Sicher ist das teure Sport-SUV auch für Skoda ein Experiment. Wobei durchaus gute Argumente pro Kodiaq sprechen. Beim Octavia zum Beispiel wählt ein gutes Viertel der Kunden die RS-Version. Skoda Kodiaq RS - Technische Daten: Fünftüriges SUV mit bis zu sieben Sitzen. Länge: 4,70 Meter, Breite (ohne Außenspiegel): 1,88 Meter, Höhe: 1,69 Meter. Radstand: 2,79 Meter, Kofferraumvolumen: 530 – 1.960 Liter, Leergewicht (mit Fahrer): ab 1.880 kg. Zuladung: 616 kg, elektronisch geregelter Allradantrieb Antrieb: Vierzylinder-Dieselmotor mit Doppelturbo und Direkteinspritzung, 1.968 ccm, 176 kW/240 PS, max. Drehmoment: 500 Nm bei 1.750-2.500 U/min, Vmax: 221 km/h, 0-100 km/h in 6,9 sec., Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik, Normverbrauch nach WLTP: 6,4 l/100 km, CO2-Ausstoß: 167 g/km, EU 6d Temp. Preis ab: 49.990 Euro Skoda Kodiaq RS - Kurzcharakteristik: Warum: Weil man die „normalen“ Kodiaq-Modelle für zu schwachbrüstig hält Warum nicht: Weil die „normalen“ Kodiaq-Modelle völlig ausreichen Was sonst: Audi Q3 45 TFSI quattro S (Benziner), Jaguar E-Pace D240, Volvo XC 40 T5 AWD (Benziner)

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