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Kleiner Kerl und kerniger Kumpel

20.02.2019 - Vor einigen Monaten wurde dem Suzuki Vitara nach mehr als drei Jahren Laufzeit eine größere Überarbeitung zuteil. Wichtigste Änderung: ein neuer Dreizylinder-Benziner. Passt das Turbo-Aggregat zum Mini-SUV?

  • Keine 4,20 Meter lang, aber auf Wunsch mit echtem Allradantrieb: So was gibt es bei Mini-SUV nicht sehr häufig ©

    Keine 4,20 Meter lang, aber auf Wunsch mit echtem Allradantrieb: So was gibt es bei Mini-SUV nicht sehr häufig © Suzuki

  • Der 1,0-Liter-Benziner ist, wie in dieser Hubraumklasse heute üblich, zwar nur mit drei Zylindern bestückt, aber trotzdem ein munteres Kerlchen ©

    Der 1,0-Liter-Benziner ist, wie in dieser Hubraumklasse heute üblich, zwar nur mit drei Zylindern bestückt, aber trotzdem ein munteres Kerlchen © Suzuki

  • Der japanische Fünftürer ist zwar schon seit vier Jahren auf dem Markt, erhielt aber im vergangenen Herbst eine Modellpflege ©

    Der japanische Fünftürer ist zwar schon seit vier Jahren auf dem Markt, erhielt aber im vergangenen Herbst eine Modellpflege © Suzuki

  • Das Cockpit ist funktional eingerichtet ©

    Das Cockpit ist funktional eingerichtet © Suzuki

SP-X/Salzburg. Keine 4,20 Meter lang, aber auf Wunsch mit echtem Allradantrieb: So was gibt es bei Mini-SUV nicht sehr häufig, fast alle Konkurrenten begnügen sich in dieser Klasse mit Frontantrieb. Ist billiger, spart Sprit und den Kunden scheint es egal zu sein. Wer aber auf Allrad nicht verzichten möchte, weil er vielleicht in einer Gegend mit sicherem Winter-Schneefall lebt, und gleichzeitig für ein recht schickes SUV kein Vermögen ausgeben will, der könnte mit dem - inklusive Allrad - mindestens 23.550 Euro teuren Suzuki Vitara richtig liegen.

Der japanische Fünftürer ist zwar schon seit vier Jahren auf dem Markt, erhielt aber im vergangenen Herbst eine Modellpflege mit diversen optischen Änderungen und  einem neuen Motor. Der 1,0-Liter-Benziner ist, wie in dieser Hubraumklasse heute üblich, zwar nur mit drei Zylindern bestückt, aber trotzdem ein munteres Kerlchen, das den Vitara zunächst flott vorantreibt. Nur wenn es richtig hurtig gehen muss, kommt das Motörchen an seine Grenzen, ab 4.000 Umdrehungen lässt es trotz Turbounterstützung deutlich nach und 170 Newtonmeter Drehmoment sind ja heute auch nicht mehr die Welt. Zudem verfügt das Getriebe nur über fünf Vorwärtsgänge und die sind oben lang übersetzt. Das soll Sprit sparen und die CO2-Bilanz verbessern, schmälert aber den Fahrspaß und zwingt schon an kleineren Steigungen zum Zurückschalten in den dritten Gang.

Dafür kann man den Vitara auf ebenen Strecken im höchsten Gang schön laufen lassen und das passt auch besser zu seinem eher gemütlichen Grundcharakter. Die Sitze sind bequem, die Platzverhältnisse stimmen angesichts der Gesamtlänge sogar hinten und der Kofferraum fasst zwar nur 375 Liter, kann aber immerhin bei Verzicht auf Fondpassagiere bis zu 1.120 Liter einladen. Der Vitara empfiehlt sich aber insgesamt eher als ehrlicher Kumpel für jeden Tag und nicht als Begleiter für die lange Reise. Zumal auch die Fahrdaten nicht vollends überzeugen: 12 Sekunden vergehen, bis 100 km/h erreicht sind, deutlich länger benötigt der Japaner, wenn die mit 175 km/h angegebene Höchstgeschwindigkeit erreicht werden soll.

Der bei Suzuki Allgrip genannte Allradantrieb ist dagegen ein Highlight des Fahrzeugs. Es lässt dem Fahrer die Wahl zwischen vier Modi, von „Auto“ über „Sport“ bis zu „Snow“ und „Lock“. Während „Snow“ sich selbst erklärt und „Lock“ nur fürs Gelände gedacht ist, dürfte „Auto“ fast immer die richtige Wahl sein. Hier werden zunächst nur die Vorderräder angetrieben, erst wenn es an Grip mangelt, wird bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse weitergeleitet. In der Einstellung „Sport“ wird beim Anfahren und bei Beschleunigungen mehr Kraft an die Hinterachse geleitet. Das funktioniert alles einwandfrei, man merkt die Routine des Herstellers in Sachen Four-Wheel-Drive.

Erwähnt sei, dass es den Vitara inzwischen zwar (leider) nicht mehr mit Dieselmotor gibt, aber als zweiter Antrieb ein 1,4-Liter-Turbobenziner im Angebot ist, der mit deutlich besserem Durchzug, höherer Vmax und besseren Spurteigenschaften überzeugt. Allerdings verkauft Suzuki diese Variante ausschließlich in der Comfort+ Version, die es für den 1,0-Liter gar nicht gibt. Durch die bessere Ausstattung, unter anderem mit Navi und LED-Licht, und den stärkeren Motor liegt der Grundpreis hier schon bei 28.350 Euro.

Diese Investition ist letztlich nur nötig, wenn man wirklich auch mal auf die lange Strecke will, ansonsten reicht der kleine Ottomotor aus. Und dank diverser Assistenzsysteme, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, 17-Zoll-Alus und anderer Nettigkeiten ab Werk muss man eigentlich nur noch 550 Euro in den Metallic-Lack investieren, dann hat man ein rundes Paket und eines der wenigen „echten“ SUV dieser Klasse im Stall.

Suzuki Vitara 1.0 Allgrip – Technische Daten:
Fünftüriges, fünfsitziges Mini-SUV; Länge: 4,17 Meter, Breite: 1,78 Meter, Höhe: 1,60 Meter, Radstand: 2,50 Meter, Kofferraumvolumen: 375 – 1.120 Liter
1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 82 kW/111 PS, maximales Drehmoment: 170 Nm bei 2.000 – 3.500 U/min, 5-Gang-Handschaltung, automatisch zuschaltender Allradantrieb, 0-100 km/h: 12,0 s, Vmax: 175 km/h, Normverbrauch: 5,7 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 129 g/km, Effizienzklasse: C, Abgasnorm: Euro 6d-temp
Preis des Testwagens: ab 23.550 Euro (Ausstattung Comfort)
Basispreis Vitara 1.0: 18.650 Euro (Ausstattung Club, ohne Allrad)

Kurzcharakteristik:
Warum: es gibt in dieser Klasse kaum ein SUV, das echten Allradantrieb bietet
Warum nicht: für lange Reisen ist der Motor zu schlapp, Materialien teils einfach
Was sonst: mit Allrad fällt uns in dieser Klasse da nur der Hyundai Kona ein

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