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«Verrücktes Spiel» stärkt Werder Bremen

15.09.2019 - Trotz Personalmisere holt der SV Werder in Berlin drei Punkte - ein Sieg der Moral, der stärkt. Der aufmüpfige Neuling Union nervt die Bremer, kann sich anders als zuvor gegen Dortmund aber nicht belohnen. Im Fokus stehen einmal mehr Schiedsrichter und Videobeweis.

  • Werder Bremen kann nach dem 2:1 bei Union Berlin die nächsten schweren Aufgaben angehen: Josh Sargent (l) und Niclas Füllkrug umarmen sich nach dem Sieg. Foto: Soeren Stache © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Werder Bremen kann nach dem 2:1 bei Union Berlin die nächsten schweren Aufgaben angehen: Josh Sargent (l) und Niclas Füllkrug umarmen sich nach dem Sieg. Foto: Soeren Stache © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Stürmer-Oldie Claudio Pizarro noch zwölf Minuten auf der falschen Position als Mittelfeld-Abräumer ran musste, geriet das Werder-Gastspiel im gefühlt lautesten Stadion der Republik endgültig zum Kuriosum.

Doch nach drei Elfmetern, zwei Platzverweisen, gleich einer Reihe von nervenden Videobeweisen und ganz viel Hektik können Trainer Florian Kohfeldt und seine Bremer Bundesliga-Fußballer mit neuer Zuversicht in die nächsten schweren Aufgaben gegen Tabellenführer RB Leipzig und beim Zweiten Borussia Dortmund gehen. «Wenn man den zehnminütigen Einsatz von Claudio Pizarro auf der Doppel-Sechs nimmt, das trainiert man nicht so oft», sagte Kohfeldt mit einem Lächeln.

Ohne zehn Spieler schlug sich sein durch Verletzungen zwangsverändertes Team beim hochmotivierten, aber anders als beim 3:1-Sieg gegen Dortmund nicht effizienten Neuling 1. FC Union mit viel Moral durch. Mit einem hart erkämpften 2:1-Sieg und neuer Stärke verabschiedeten sich die Bremer aus dem Emotionskessel Alte Försterei, der gleich mehrere Male zu explodieren drohte.

«So ein Spiel habe ich als Trainer noch nicht erlebt», sagte Kohfeldt. Ungewöhnlich oft musste sich Schiedsrichter Tobias Welz die Unterstützung von Video-Assistent Bastian Dankert holen, ohne dass all seine Entscheidungen besser und das Spiel ruhiger wurden. «Er hatte nicht seinen allerbesten Tag. Das werden beide Mannschaften sagen», bemerkte Werders Sportchef Frank Baumann.

«Es scheint so», sagte der beste Bremer Davy Klaassen dazu, dass die besondere Atmosphäre vor 20 012 Fans im engen Berliner Stadion für den Referee offenbar schwierig zu bewältigen sei: «Ein verrücktes Spiel, da war alles drin.» Der Ersatz-Kapitän brachte sein Team mit einem Foulelfmeter (5.) in Führung, den zuvor der spielleitende Polizeibeamte Welz noch einmal drei Minuten überprüft hatte.

Auch vor dem Ausgleichs-Elfmeter von Sebastian Andersson (14.) brauchte der Referee den Videobeweis. Und den dritten Elfmeter der Partie gab er ebenfalls erst nach Hinweis des Assistenten. Klaassen scheiterte - aber nach dem anschließenden Eckball köpfte Niclas Füllkrug das Siegtor (55.). «Das ist schwierig hier, alles auf engstem Raum, sehr laut», sagte der Ex-Hannoveraner Füllkrug: «Es war trotzdem ein geiles Spiel. Wir haben so abgezockt gespielt.»

Andere Protagonisten und viele Zuschauer fühlten sich eher genervt von dem Video-Chaos. «Erst Strafstoß, dann kein Strafstoß. Das ist ein bisschen komisch», sagte Union-Torwart Rafal Gikiewicz. Sein Trainer Urs Fischer reagierte gereizt auf das Thema Videoassistent: «Ich finde es eigentlich eine gute Sache, das aber war heute einfach zu viel.» Unterstützung bekamen die Unparteiischen von Union-Kapitän Christopher Trimmel: «Das war für alle ein schwieriges Spiel, auch für den Schiedsrichter.» Und die große Aufgeregtheit sei nicht nur dem Schiedsrichter zuzuschreiben: «Da sind auch wir Spieler schuld.»

Die Entscheidungen von Welz, nach dem Berliner Neven Subotic auch Bremens Nuri Sahin Gelb-Rot zu zeigen, verschärft noch einmal die Personalmisere beim SV Werder. Wer von den Verletzten wann zurückkommt, ist noch ungewiss. Dazu musste in Berlin auch noch der Japaner Yuya Osaka angeschlagen vom Platz.

«Es gibt keine Grund durchzuatmen: «Es wird weiter keine einfache Zeit für uns», sagte Kohfeldt, der sich über Gelb für ihn selbst ärgerte. «Leo fliegt mit dem Kopf an die Bande. Das war zu viel. Ich renne zu ihm, weil ich Angst um den Spieler habe», beschrieb der Trainer die Szene mit Last-Minute-Verpflichtung Leonardo Bittencourt. «Ob wir im Training noch ein 5 gegen 2 hinbekommen, müssen wir sehen.» Der 40 Jahre alte Pizarro jedenfalls will dabei sein.

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