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Holy Hive bezaubern mit Falsett-Soul und Folk

09.06.2020 - Holy Hive sind ein US-Trio, das den smoothen Falsett-Soul der Sixties/Seventies mit dem Folk jener Jahre verbindet. Auf ihrem Debüt schaffen sie es, diese Musik absolut zeitlos klingen zu lassen.

  • Holy Hive mögen die 60er und 70er Jahre. Foto: Rita Kovtun/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Holy Hive mögen die 60er und 70er Jahre. Foto: Rita Kovtun/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Soulsänger mit fast schon überirdisch hohen Stimmen sind derzeit wieder ziemlich in Mode - etwa Moses Sumney mit seinem zweiten Album «grae» oder Nick Hakim mit «Will This Make Me Good».

Während die beiden US-Amerikaner klassischen Soul eher dekonstruieren und modernisieren (mit nicht immer völlig überzeugenden Ergebnissen), ist Paul Spring für die traditionellere Ausrichtung zuständig.

Der Sänger mit dem wunderbar klaren Falsett und seine Band Holy Hive aus Brooklyn orientieren sich an Marvin Gaye, Curtis Mayfield, Al Green oder smoothen 70er-Jahre-Soulgruppen wie The Stylistics und The Delfonics. Zudem spielt hier der Sixties-Folk eine größere Rolle, etwa im wunderhübschen «Be Thou On My Side», das wie eine bisher unentdeckte Kollaboration von Simon & Garfunkel mit Nick Drake daherkommt.

«Float Back To You» (Big Crown Records), das Debütalbum von Holy Hive, folgt auf eine Reihe begeistert aufgenommener Konzerte und ihre EP «Harping». Es enthält neben zehn eigenen Songs eine Coverversion («Be Thou By My Side» stammt ursprünglich von der britischen Band Honeybus) und die Adaption des irischen Folksongs «Red Is The Rose».

Bandleader Homer Steinweiss arbeitet seit zwanzig Jahren als professioneller Schlagzeuger, er steuerte Beats zur Musik von Amy Winehouse, Bruno Mars, St. Vincent oder Charles Bradley bei und war vor allem Gründungsmitglied von Sharon Jones & The Dap-Kings. Nach der ersten Begegnung mit Paul Spring vor 15 Jahren entwickelte sich eine Freundschaft - und ein Folk-Projekt. Multiinstrumentalist Joe Harrison wurde 2015 Mitglied von Holy Hive.

Seinen Soul-Folk-Sound spielt das Trio nun so virtuos opulent (und zum Glück nicht nur epigonal), dass man den drei gereiften Musikern zu ihrem Durchhaltevermögen nur gratulieren kann. Mag ja sein, dass die eingangs erwähnten Neo-Soul-Supertalente Sumney und Hakim derzeit die psychedelische, zeitgemäßere, vielleicht auch aufregendere Version dieser Musik präsentieren - die bezaubernden Lieder von Holy Hive sind dafür zugänglicher und viel weniger anstrengend.

© dpa-infocom, dpa:200601-99-266640/3

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