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Gold Star oder Die Verwandlung des Marlon Rabenreither

25.09.2018 - Viele richtig gute Songs, dazu eine Stimme, die an einige der ganz Großen erinnert - Marlon Rabenreither fehlte nur noch der passende Name für sein Retro-Projekt. Vorhang auf für: Gold Star.

  • Marlon Rabenreither glänzt als Gold Star. Foto: Andrew Mishko © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Marlon Rabenreither glänzt als Gold Star. Foto: Andrew Mishko © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Marlon Rabenreither hat man es in den USA womöglich schwer, zum Rockstar zu werden. Dachte sich offenkundig der in Österreich geborene Singer-Songwriter dieses Namens - und nannte sich fortan Gold Star.

Vielleicht gar keine so schlechte Idee. Denn die neue Gold-Star-Platte «Uppers & Downers» (Autumn Tone/Epitaph) - laut Album-PR bereits die dritte, was hierzulande aber wohl kaum jemandem aufgefallen sein dürfte - hat mindestens das Zeug für einen Achtungserfolg.

Der an der US-Westküste lebende Rabenreither spielt hier ganz ungeniert mit Classic-Rock-Klischees und eingängigen Songstrukturen der 60er und 70er Jahre, so dass dem Album ein größeres Publikum gewiss sein sollte. Dank einer Stimme zwischen Mick Jagger, Bob Dylan und John Lennon bringt der Musiker aus L.A. genug Vokal-Kompetenz ein, die zu seinem zwischen Folk und Westcoast-Rock oszillierenden Sound passt.

Wer bei einigen dieser zwölf Songs nun an World Party denkt, das leider auf Eis liegende oder gar aufgelöste Retro-Projekt des früheren Waterboys-Keyboarders Karl Wallinger, der liegt richtig. Wie einst Wallinger in den 80er/90er Jahren, klaut sich Rabenreither das Beste aus den «goldenen» frühen Jahrzehnten der (Gitarren-)Rockmusik zusammen, um daraus etwas Schönes für 2018 zu formen.

Einzig das überlange A-Capella/Orgel-Stück «Uppers & Downers» nervt etwas, ansonsten kann man vor Rabenreithers Chuzpe sowie seinem handwerklichen und kompositorischen Geschick nur den Hut ziehen. Man möchte zu dieser Musik Auto fahren, in einem offenen Ami-Schlitten über den kalifornischen Highway 101 - nicht nur weil die Texte viele Referenzen an Westküsten-Orte enthalten.

Wenn dann in «Beneath The Wheels» die Mundharmonika erklingt und auch noch Neil-Young-Assoziationen freisetzt, richtet sich der Daumen für Gold Star endgültig ganz nach oben. Ein zwar nicht immer originelles, aber atmosphärisch starkes und ja, so richtig schönes Folkrock-Album.

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